An der Atlantikküste im Süden Fuerteventuras, am Fuß der Halbinsel Jandía, liegt Costa Calma – ein Ferienort, dessen Name Programm ist: „ruhige Küste“. Wer hierherkommt, sucht meist drei Dinge: viel Sonne, lange Sandstrände und beste Bedingungen für den Wassersport. Costa Calma liefert alle drei, und dazu eine Besonderheit, die man auf Fuerteventura sonst kaum findet – einen grünen Gürtel aus Palmen und Pinien, der wie eine Oase mitten durch den Ort verläuft. In diesem Reiseführer erfährst du, was Costa Calma ausmacht, welche Strände sich lohnen, wo du am besten übernachtest und welche Ausflüge du dir nicht entgehen lassen solltest.
Costa Calma auf einen Blick: Wo liegt der Ort und was macht ihn besonders?
Costa Calma befindet sich im Süden Fuerteventuras, am nördlichen Beginn der Halbinsel Jandía, und gehört zur Gemeinde Pájara. Damit ist der Ort gewissermaßen das Tor zu Jandía. Bemerkenswert ist die Lage auf einer schmalen Landzunge: An dieser Stelle misst die Insel nur rund vier Kilometer in der Breite, sodass sowohl die Ost- als auch die Westküste schnell erreichbar sind.
Anders als die alten Fischerorte der Insel hat Costa Calma keinen historisch gewachsenen Kern. Der Ort wurde ab den 1970er Jahren gezielt für den Tourismus aus dem Boden gestampft, auf zuvor unbewohntem Gebiet. Das Ortsbild prägen daher moderne Hotels, Apartmentanlagen und Einkaufszentren statt enger Gassen und weiß getünchter Häuser.
Das auffälligste Merkmal ist ein grüner Gürtel aus Palmen und Pinien, der sich quer durch die Ortsmitte zieht und die Siedlung in zwei Hälften teilt. Diese ungewöhnlich üppige Vegetation wird über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem am Leben gehalten und wirkt in der sonst kargen Landschaft Fuerteventuras tatsächlich wie eine Oase. Ein Zentrum im klassischen Sinne gibt es nicht; als Treffpunkt dient meist der Bereich rund um das Hotel Taro Beach mit dem angrenzenden Einkaufszentrum. Im Ortsinneren bleiben die Gebäude überwiegend niedrig, während an den Rändern auch höhere Hotelbauten zu finden sind.
Ist es in Costa Calma windig? Der Wind als Markenzeichen
Ja – und das ist kein Geheimnis, sondern das eigentliche Markenzeichen des Ortes. Costa Calma zählt zu den windigeren Regionen Fuerteventuras. Der Grund liegt in der Geografie: Am schmalen Isthmus bei La Pared verengt sich die Insel so stark, dass ein natürlicher Windkanal entsteht, der den Nordost-Passat zusätzlich verstärkt. Was für Sonnenanbeter manchmal eine Herausforderung ist, macht den Ort für Wassersportler zum Traumrevier – allen voran an der weltberühmten Playa de Sotavento.
Im Vergleich der Regionen wird der Unterschied deutlich. Corralejo im Norden bekommt durch die offene Topografie weniger fokussierten Wind ab, die Ostküste bei Jandía ist windig, aber nicht so gebündelt wie Costa Calma, und Buchten wie Tarajalejo oder Caleta de Fuste liegen geschützt und ruhig. Wer also gezielt Wind sucht, ist in Costa Calma genau richtig; wer lieber windstill in der Sonne liegt, wählt eine der geschützteren Buchten in der Umgebung.
Auch die beste Reisezeit hängt stark vom Wind ab. Von April bis August weht es kräftig – perfekt für Wassersport. Von September bis März fällt der Wind milder aus, was den Ort ideal zum Entspannen macht. Übrigens werden die konstanten Winde nicht nur sportlich genutzt: Windparks rund um den Ort decken einen großen Teil des Energiebedarfs. Für Kurse und Materialverleih sorgen professionelle Anbieter wie der ION Club und das René-Egli-Center direkt am Wasser.
Die schönsten Strände in und um Costa Calma

Rund um Costa Calma reiht sich ein Strand an den nächsten – teils mitten im Ort, teils nur wenige Minuten entfernt. Einige davon gehören zu den schönsten Stränden Fuerteventuras. Hier die wichtigsten im Überblick.
Playa de Costa Calma
Der bekannteste und ortsnächste Strand ist die Playa de Costa Calma, ein rund zwei Kilometer langer, feiner Sandstrand. Er liegt windgeschützt und hat sich in zwei Zonen eingependelt: einen Abschnitt für Wassersport wie Kite- und Windsurfen sowie einen ruhigeren Bereich, der sich dank des flach abfallenden Wassers besonders gut für Familien mit Kindern eignet.
Playas de Matas Blancas
Rund 10 bis 15 Minuten nördlich des Ortszentrums liegen die Playas de Matas Blancas, eine etwa 1,5 Kilometer lange Bucht. Sie ist naturbelassen und bei Windsurfern besonders beliebt, da hier ideale Bedingungen herrschen. Touristische Einrichtungen wie Restaurants oder Rettungsdienste gibt es kaum – dafür aber Surfschulen und Verleihstationen für die nötige Ausrüstung. Wer Ruhe und unverbaute Natur sucht, ist hier richtig.
Playa Esmeralda
Südlich von Costa Calma erstreckt sich die Playa Esmeralda, ein heller Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Durch die etwas abgelegene Lage ist sie meist weniger besucht. Gleich daneben liegt die kleine Playa Esmeralda Norte, eine von Felsen umrahmte Bucht mit ruhigem Wasser – ein schöner Rückzugsort zum Entspannen.
Playa de Sotavento und die Lagune
Das absolute Highlight für Wassersportler liegt einige Kilometer südlich: die Playa de Sotavento mit ihrer berühmten Lagune. Hier findet jedes Jahr der PWA-Weltcup im Wind- und Kitesurfen statt, und im Frühjahr und Sommer erreichen die beständigen Nordost-Winde Spitzenwerte. Die Lagune ist gezeitenabhängig – bei Flut verwandelt sie sich in einen türkisfarbenen, flachen Meerwassersee, bei Ebbe in eine weite Sandfläche. Genau diese Mischung aus stehtiefem Flachwasser und konstantem Wind macht den Spot für Einsteiger wie Profis gleichermaßen attraktiv.
Hotels und Unterkünfte in Costa Calma
Die Auswahl an Unterkünften ist groß und reicht vom komfortablen Hotel über gemütliche Ferienwohnungen bis zum privaten Bungalow. Welche Variante passt, hängt vor allem von deinem Reisestil ab.
Bei deutschen Urlaubern besonders beliebt ist das SBH Costa Calma Beach Resort, das oft für ruhesuchende Paare empfohlen wird. Wer den Wassersport in den Mittelpunkt stellt, wählt am besten ein Haus in Richtung Sotavento, in der Nähe der Surfstationen – so ist der Weg aufs Wasser kurz. Familien und Selbstversorger finden dagegen ein breites Angebot an Apartmentanlagen und Ferienhäusern im überschaubaren Ortskern, von dem aus alles fußläufig erreichbar ist.
Ein ehrlicher Tipp zur Buchung: Die Preise schwanken je nach Saison erheblich. Wer flexibel ist und in der Nebensaison reist, zahlt für dieselbe Zimmerkategorie oft deutlich weniger als zur Hauptsaison. Es lohnt sich daher, vor der Entscheidung verschiedene Häuser zu vergleichen – einen guten Überblick über die gesamte Bandbreite an Hotels auf Fuerteventura bekommst du am besten, bevor du dich festlegst.
Einkaufen und Essen in Costa Calma
Auch wenn Costa Calma kein Shopping-Mekka ist, findest du über den ganzen Ort verteilt moderne Einkaufszentren, kleine Läden und lokale Märkte. Zwei Adressen stechen heraus.
Das Shopping Center El Palmeral liegt zentral an der Hauptstraße und bietet auf zwei Etagen eine große Auswahl – von Mode über Schmuck bis hin zu Sportartikeln und Kunsthandwerk. Die grüne Umgebung mit vielen Palmen lädt zum entspannten Bummeln ein. Etwas kleiner, aber praktisch für den täglichen Bedarf ist das Centro Comercial Bahía Calma nur wenige Schritte vom Strand entfernt, mit Supermarkt, einigen Läden und Restaurants.
Ein echtes Erlebnis ist der Afrikamarkt, der mittwochs und sonntags vormittags stattfindet. Zwischen Souvenirs, Kunsthandwerk und besonderen Produkten vermitteln das bunte Treiben und das Feilschen einen authentischen Eindruck vom Inselleben – ganz anders als in den klassischen Einkaufszentren.
Kulinarisch reicht das Angebot von Pizza und Tapas bis zu frischem Fisch und kanarischen Spezialitäten. Besonders empfehlenswert sind die Restaurants in der Nähe der Playa de Sotavento, wo du bei einem Glas kanarischem Wein den Sonnenuntergang über dem Atlantik genießen kannst.
Aktivitäten und Ausflüge rund um Costa Calma
Costa Calma hat für jeden Geschmack etwas zu bieten – von actionreichem Wassersport bis zu entspannten Tagesausflügen.
Wassersport mit ION Club und René Egli. Der Ort ist ein Paradies für Windsurfer, Kitesurfer und Wingfoiler. Direkt am Strand bieten professionelle Stationen Kurse und Verleih für Einsteiger wie Fortgeschrittene. Wichtig zu wissen: Die teils ablandigen Winde machen den Spot anspruchsvoll, weshalb auf Sicherheit und besetzte Rettungstürme besonderer Wert gelegt wird.
Volcano Bike. Wer die Region aktiv erkunden möchte, ist bei den geführten Radtouren richtig. Sie führen durch beeindruckende Vulkanlandschaften und zu abgelegenen Buchten. Dank einer großen Auswahl an Bikes – inklusive E-Bikes – meistern auch weniger trainierte Gäste längere Strecken problemlos.
Bootstouren und Delfinbeobachtung. Nur wenige Autominuten entfernt liegt Morro Jable, Ausgangspunkt für zahlreiche Bootsausflüge – vom Glasbodenboot über den Katamaran bis zum Piratenschiff. Besonders beliebt sind die Touren zur Beobachtung von Delfinen und Walen, dazu traumhafte Küstenpanoramen und entspannte Stunden auf dem Atlantik.
Oasis Wildlife Park. Nur wenige Kilometer von Costa Calma entfernt erwartet Familien ein liebevoll gestalteter Tierpark mit Shows, Tierbegegnungen und botanischem Garten. Ein kostenloser Shuttle-Service bringt Besucher direkt zum Eingang – ideal für einen abwechslungsreichen Tag abseits des Strandes.
Weitere Ausflüge. Für Wanderer ist die Gegend um die Cañada del Río ein guter Ausgangspunkt, um die raue Landschaft der Halbinsel Jandía zu erkunden. Tagesausflüge nach Morro Jable im Süden oder ins quirlige Corralejo im Norden bringen zusätzliche Abwechslung in den Urlaub. Wer mehr Zeit hat, steuert den legendären Strand von Cofete auf der Westseite der Halbinsel an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Flughafen Fuerteventura (FUE) liegt rund 65 Kilometer nördlich von Costa Calma. Über die gut ausgebaute Schnellstraße FV-2 dauert die Fahrt etwa 45 Minuten. Mietwagen, Taxi oder ein vorab gebuchter Transfer bringen dich bequem in den Ort.
Costa Calma gehört zu den windigeren Orten der Insel, vor allem von April bis August. Der Wind ist das Markenzeichen und macht den Ort zum Wassersport-Revier. Wer es ruhiger mag, findet aber auch windgeschützte Strandabschnitte sowie nahe gelegene, geschützte Buchten. Die Monate September bis März fallen insgesamt milder aus.
Nein. Costa Calma wurde erst ab den 1970er Jahren als reiner Ferienort auf unbewohntem Gebiet geplant und besitzt daher keinen historisch gewachsenen Ortskern. Das Ortsbild ist modern geprägt, mit Hotels, Apartments und Einkaufszentren.
Im Mittelpunkt stehen Windsurfen, Kitesurfen und Wingfoilen, für die der Ort dank der konstanten Passatwinde ideale Bedingungen bietet – besonders an der Playa de Sotavento. Stationen wie der ION Club und das René-Egli-Center bieten Kurse und Verleih für alle Levels.
Am besten geeignet ist der ruhigere, windgeschützte Abschnitt der Playa de Costa Calma. Das Wasser fällt hier flach ab, sodass auch Kinder sicher planschen können.
Beliebt sind Tagesausflüge nach Morro Jable und Corralejo, Bootstouren zur Delfin- und Walbeobachtung sowie ein Besuch im Oasis Wildlife Park. Wer mehr Zeit hat, kann auch den legendären Strand von Cofete auf der Westseite der Halbinsel ansteuern.
Mehr über Costa Calma
Wenn du deinen Aufenthalt im Detail planen möchtest, findest du im ausführlichen Costa Calma Reiseführer weitere Informationen zu Unterkünften, Stränden und Tipps vor Ort.
Fazit: Für wen ist Costa Calma das Richtige?
Costa Calma ist die richtige Wahl, wenn du viel Sonne, lange Sandstrände und erstklassige Bedingungen für den Wassersport suchst – und dabei mit einem modernen, planmäßig angelegten Ferienort statt einer pittoresken Altstadt gut leben kannst. Wassersportler finden hier eines der besten Reviere der Welt, Familien einen flach abfallenden Strand und kurze Wege, Erholungssuchende eine sonnenverwöhnte Küste mit grüner Oase. Wer dagegen historisches Flair oder ein pulsierendes Nachtleben erwartet, ist anderswo auf der Insel besser aufgehoben. Für die meisten Urlauber aber ist Costa Calma ein rundum gelungener Ausgangspunkt, um den sonnigen Süden Fuerteventuras zu entdecken.
