Landesweiter Ärztestreik erreicht die Kanaren
Ärzte auf den Kanarischen Inseln schließen sich an den kommenden Tagen, dem 9., 10., 11. und 12. Dezember, einem landesweiten Streik an. Der Ausstand wurde von der Spanischen Konföderation der Ärztegewerkschaften (CESM) ausgerufen und richtet sich gegen den Entwurf für ein Rahmengesetz zum Personalstatut des Nationalen Gesundheitssystems (SNS) der Zentralregierung.
Kritik am Gesetzesentwurf und akuter Personalmangel
Laut der Ärzteschaft spiegelt der Gesetzesentwurf weder die Verantwortung noch die erforderliche Qualifikation des Berufsstands wider und gefährde die Fähigkeit des Gesundheitssystems, talentierte Fachkräfte anzuziehen und zu halten. Wie das Offizielle Ärztekollegium von Teneriffa in einer Pressemitteilung diese Woche betonte, sei diese Situation auf den Kanaren besonders „akut“. Grund seien der eklatante Mangel an Fachkräften, fehlende Planstellen, unbefriedigende Arbeitsbedingungen und unangemessene Bezahlung. „Diese Situation fördert, dass unsere Fachärzte gezwungen sind, in andere Regionen oder Länder abzuwandern, die ihre Qualifikation und Hingabe tatsächlich wertschätzen“, so die Kritik.
Forderungen: Bessere Karrierechancen und gerechte Bezahlung
Das Ärztekollegium von Santa Cruz de Tenerife teilt die „Besorgnis“ des Forums der Ärzteschaft über den vom Ministerium vorgelegten Entwurf. Dieser weise weiterhin „schwere Mängel“ auf, darunter eine „unangemessene“ berufliche Einstufung, das Fehlen einer „klaren“ Regelung der Arbeitszeit und kein Vergütungsmodell, das der beruflichen und sozialen Verantwortung gerecht wird. Der Kanarische Ärzteverband (SMC) räumt zwar ein, dass das Ministerium sich den Forderungen „angenähert“ habe, die aktuellen Vorschläge seien jedoch „völlig unzureichend“, um die „realen“ Bedürfnisse der Berufsgruppe im ganzen Land zu erfüllen.
Zu den konkreten Forderungen gehören die Angleichung der beruflichen Laufbahn an den Durchschnitt der drei besten autonomen Gemeinschaften Spaniens für alle Kategorien im Kanarischen Gesundheitsdienst (SCS), eine „offene und dauerhafte“ Versetzungsmöglichkeit ab Januar 2026 sowie eine Gehaltsverbesserung für Bereitschaftsdienste von Assistenz- und Fachärzten. „Ohne einen soliden Rechtsrahmen, der professionelle Exzellenz, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Ruhezeiten, die Qualität der Versorgung und die Sicherheit der Patienten unterstützt, sind diese hart erkämpften Rechte ernsthaft bedroht“, warnt das Ärztekollegium Teneriffas und ruft die Kolleginnen und Kollegen zur Streikteilnahme auf.
Kundgebungen auf Teneriffa und Gran Canaria
Das Ärztekollegium von Santa Cruz de Tenerife hat alle seine Mitglieder zur Mobilisierung aufgerufen, um sich am Streik und an den geplanten Kundgebungen zu beteiligen. Diese finden am Dienstag, den 9. Dezember, von 11:00 bis 11:30 Uhr am Haupteingang des Universitätsklinikums der Kanaren (HUC) und am Donnerstag, den 11. Dezember, von 11:00 bis 12:00 Uhr vor der Subdelegation der Zentralregierung in der Hauptstadt Teneriffas, sowie vor Krankenhäusern und anderen Gesundheitszentren statt.
Auf Gran Canaria werden sich die Ärzte am Dienstag, den 9. Dezember, von 11:00 bis 11:30 Uhr vor dem Haupteingang des Hospital Doctor Negrín versammeln. Eine weitere Kundgebung ist für Donnerstag, den 11. Dezember, von 11:00 bis 12:00 Uhr vor der Delegation der Zentralregierung auf der Plaza de La Feria geplant.

