Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.
Eine Gesellschaft verliert die Contenance
Am Ende bleibt nach den Ereignissen der vergangenen Tage eine schale Frage zurück: Ging es bei den Kundgebungen am vergangenen Mittwoch wirklich um die Unterstützung für Ceuta und die Solidarität mit der dortigen Bevölkerung – oder war es nicht vielmehr eine Bühne für blinden Hass, auf der der Name des Regierungschefs nur als Schimpfwort diente? Unabhängig von der Antwort ist eines klar: Die Journalistinnen und Journalisten, die damals vor Ort waren und über das Geschehen berichteten, hatten keine Schuld an der aufgeheizten Stimmung. Und dennoch wurden sie zur Zielscheibe – mit Beleidigungen, Anschuldigungen, Drohungen und Demütigungen überschüttet. Sie wurden an einem weiteren jener traurigen Tage vilifiziert, an denen die Arbeit der Informationsbeschaffer mit Füßen getreten wird.
Reporter als Feindbild: Ein beunruhigender Trend
Es war nicht das erste Mal, dass es so weit kam. Seit zu vielen Tagen und Wochen erleben wir, dass jeder Journalist, der sich mit einem Mikrofon auf der Straße befindet, Gefahr läuft, beleidigt, gestoßen oder bedroht zu werden. Oft genügt schon das Arbeitsgerät eines Senders, der bestimmten Kreisen nicht passt. Wie erklärt man diesen Andersdenkenden – ob sie nun aus Opportunismus handeln, schlicht verwirrt oder fanatisiert sind, radikal oder extremistisch – zum wiederholten Male, dass die Pressefreiheit eine der tragenden Säulen unserer Demokratie ist? Dass es das Recht und die Pflicht der Presse ist, zu informieren und zu berichten, was geschieht und was wir sehen? Was die Bildschirme in diesen Tagen zeigten, ist inakzeptabel und höchst gefährlich. Sicherlich werden es viele auch diesmal nicht verstehen oder akzeptieren wollen, selbst wenn wir es unermüdlich wiederholen.
Es sei klar gesagt: Journalisten sollten niemals die Protagonisten der Nachricht sein. Doch wir erleben seit langem – nun auch wieder im Kontext der Migrationskrise in Ceuta –, wie Reporter während ihrer Arbeit attackiert werden. Nur weil sie ein Mikrofon eines Senders dabei haben, der bei den Aggressoren keine Zustimmung findet. Nur weil sie die Realität zeigen und informieren. Diese selbsternannten „Wahrheitshüter“, diese aufgeheizten und vermeintlich so mutigen Angreifer, die von Intoleranz und Unnachgiebigkeit geprägt sind, scheinen jede Hemmung verloren zu haben.
Spucke, Schubs und wüste Beschimpfungen
Erneut geschah es am Mittwoch bei der Demonstration vor dem Congreso de los Diputados, dem Unterhaus des spanischen Parlaments in Madrid. Rufe wie „Rote, ihr Widerlinge!“, „Haut ab!“ oder „Hurensöhne!“ waren zwischen Spuckattacken, Rempeleien und theatralischen Gesten mit einer Vielzahl von Plakaten zu hören. Wenn der Mob die Kontrolle verliert, zeigt sich das wahre Gesicht der Intoleranz. Es ist müßig, einzelne Medien zu nennen – wenn einer diese Behandlung erfährt, sind es alle. Entscheidend ist, dass nicht nur die Berufsverbände ihre Missbilligung aussprechen. Auch die politischen Parteien, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften müssen sich klar positionieren – und sei es nur, um den Schein zu wahren und zu zeigen, dass diese Methoden in einer Demokratie keinen Platz haben. Mit dieser Art von Aktionismus erreicht man nichts.
Ein Berufsstand unter Dauerbeschuss
Kaum ein Berufsstand wird so häufig und so ungerecht behandelt wie der journalistische – und das mit einer erschreckenden Straflosigkeit. Diejenigen unter uns, die einst aktiv für die Wiederherstellung der Demokratie gekämpft haben, die der Bevölkerung eine Stimme geben und zu einem pluralen Miteinander beitragen wollten, haben auf eine Zeit der Reife und Besinnung gehofft. Stattdessen erleben wir nun einen besorgniserregenden Rückschritt, eine gesellschaftliche Rückentwicklung. Schlechte Manieren, Intoleranz und beleidigender Protest setzen sich in einem Klima schädlicher Straflosigkeit zunehmend durch.
Die Rolle der Medien in der Spirale der Gewalt
Die abschließende Frage ist, inwieweit die Medien selbst zu diesem Verhalten beitragen. Wo hört legitimer, bürgerlicher Protest auf und wo beginnt Brutalität, Vandalismus und verbale sowie physische Aggression? Nach den Vorfällen der vergangenen Woche, und bevor wir womöglich noch Schlimmeres beklagen müssen, ist ein klares und energisches „Basta“ – ein „Jetzt ist Schluss!“ – notwendig. Der Kommentar des Fernsehsenders La Sexta brachte es treffend auf den Punkt: „Lasst uns nicht schlagen, lasst uns echten Schutz von den Verantwortlichen spüren, lasst uns unsere Arbeit machen, die mehr Berufung als Beruf ist.“
Unabhängig davon, was noch kommen mag, sollten sich alle Gegner der Pressefreiheit eines klar machen: Wir, die wir als systemrelevante Arbeiter gelten, werden weiterhin im Detail über alles berichten – mit Leidenschaft und mit Respekt. Immer mit großem Respekt.
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