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Anaga: Kilometerlange Staus vor Cruz del Carmen

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Erneuter Verkehrsinfarkt im Herzen von Anaga

Der ländliche Park von Anaga versinkt erneut im Verkehrschaos. Die Staus an den Zufahrtsstraßen zum beliebten Aussichtspunkt Cruz del Carmen erreichten am Dienstag wieder eine Länge von über einem Kilometer. Die Blechlawine reichte bis hinunter zum Mirador de Jardina – ein Zustand, der bei den Anwohnern der umliegenden Dörfer erneut für großen Unmut sorgt.

Besonders ärgerlich: Die Misere wird mittlerweile auch in den sozialen Netzwerken breitgetreten. Ein Besucher teilte ein Video, das die langen Fahrzeugschlangen eindrucksvoll dokumentiert, und machte seinem Ärger über die unhaltbaren Zustände Luft.

Anwohner fordern: Schluss mit dem Mietwagen-Wahnsinn

Mehrere Nachbarschaftsvereinigungen aus Anaga, darunter die Gruppe Mayores Quinteto de Anaga, nutzten die erneuten Bilder, um ihrer Forderung an die Tourismusverantwortlichen Nachdruck zu verleihen: Schluss mit der reinen Autoförderung, her mit einem konsequenten Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs für den Zugang zum Naturpark. „Es wird wirklich Zeit, dass von der externen Tourismuswerbung endlich die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen wird“, so der Tenor des Kollektivs. Man sei überzeugt: „Die Nutzung eines Mietwagens ist bei den aktuellen Schwierigkeiten auf den Straßen von Anaga absolut nicht zu empfehlen.“ Die Vereinigung ergänzt mit einer Prise Ironie: „Selbst die ausländischen Gäste beschweren sich jetzt schon.“

Ein bekanntes Problem mit neuer Dramatik

Die aktuellen Staus sind nur die Spitze eines Eisbergs, gegen den die Bürgervereinigungen von Anaga seit Jahren ankämpfen. Der Druck durch den Individualverkehr, speziell an den touristischen Hotspots, ist zu einem der Hauptärgernisse der Bewohner geworden. Das Problem konzentriert sich besonders auf Cruz del Carmen. Waren die Zusammenbrüche des Verkehrs hier früher vor allem an Wochenenden und Feiertagen zu beobachten, sind sie inzwischen zu einem alltäglichen Bild verkommen. Die Vereinigungen sehen die Ursache in der stark gestiegenen Besucherzahl, die in Kombination mit einer fehlenden Mobilitätsplanung die ohnehin vorhandenen Probleme der Region weiter verschärft.

Der Frust ist so groß, dass er bereits im vergangenen März hunderte Menschen auf die Straße trieb. Acht Nachbarschaftsvereinigungen aus Anaga riefen damals zu einer Demonstration in Cruz del Carmen auf, um gegen die Verkehrsüberlastung und die Missstände bei der Mobilität zu protestieren. Zu den Organisatoren gehörten unter anderem El Til und Pico del Inglés aus Casas de la Cumbre, Mayores Quinteto de Anaga und Nube Gris aus Roque Negro, Roque de las Bodegas, San José de Taborno und Nuestra Señora de Begoña aus Begoña sowie La Voz del Valle aus Taganana.

Mobilität, Sicherheit und ein Hauch von Lebensqualität

Schon damals beklagten die Initiatoren, dass sich die Probleme bei Mobilität, Verkehrssicherheit, öffentlichem Nahverkehr und der Grundversorgung durch den Besucheransturm in den letzten Jahren deutlich verschärft hätten. Die Proteste fokussierten sich vor allem auf Cruz del Carmen, das von den Anwohnern als einer der kritischsten Punkte im gesamten Landschaftspark angesehen wird.

Die Forderungen der Bürger sind vielfältig und tiefgreifend. Sie verlangen nicht nur ein Umdenken beim Verkehr, sondern auch eine grundlegende Sanierung der Infrastruktur. Konkret fordern sie die Begradigung der Bankette, den Bau von Ausweichbuchten, damit sich Fahrzeuge auf den engen Straßen begegnen können, sowie den Abriss bzw. die Änderung bestimmter Holzzäune. Der aktuelle Zustand der Straßen, so die Sorge, erhöhe die Unfallgefahr und behindere den Verkehrsfluss erheblich.

Ein weiteres Dauerbrenner-Thema ist der Mangel an Parkplätzen. Die Anwohner kritisieren den Wegfall von Stellflächen durch die Installation von Schranken und fordern die Schaffung neuer Parkmöglichkeiten am Rand des Schutzgebiets.

Der öffentliche Nahverkehr ist eine historische Forderung der Bewohner. In früheren Protesten machten die Bürger von Taganana, Almáciga, Benijo und Roque de las Bodegas deutlich, dass das Busangebot für die Bewohner dieser Orte völlig unzureichend ist. Viele von ihnen sind für Arbeitswege, Ausbildungsplätze oder Arztbesuche zwingend auf die „Guaguas“, wie die Busse auf den Kanaren genannt werden, angewiesen.

Ein Sicherheitsrisiko für das gesamte Tal

Die Forderung von Mayores Quinteto de Anaga, den Busverkehr nun auch für Besucher zu attraktivieren, ist ein neuer Ansatz in der Debatte. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bilder der Staus die Überlastung der Straßen von Anaga wieder schmerzhaft ins Gedächtnis rufen. Abgesehen von den täglichen Unannehmlichkeiten warnen die Anwohner vor einer noch viel gefährlicheren Konsequenz: dem Risiko, das von den Fahrzeugkolonnen auf den schmalen Straßen mit wenigen Ausweichmöglichkeiten ausgeht. Eine verstopfte Straße kann Rettungskräfte und Einsatzkräfte erheblich behindern und eine mögliche Evakuierung – gerade in dem unwegsamen Gelände von Anaga – massiv erschweren.

Für die Anwohner ist die Sache daher klar: Das Problem ist kein bloßes Ärgernis, es ist ein Sicherheitsrisiko und eine massive Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Während die Bilder der langen Schlangen erneut durch die sozialen Netzwerke geistern, halten die Bürgervereinigungen an ihrer zentralen Forderung fest: ein spezifischer Mobilitätsplan für Anaga, der den Besucherzustrom mit den Bedürfnissen der Bewohner und dem Schutz dieses einzigartigen Naturraums in Einklang bringt.

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