La Laguna verschärft Kontrolle von Ferienwohnungen
Die Stadtverwaltung von San Cristóbal de La Laguna hat als eine der ersten Kommunen des Archipels einen neuen Plan zur Überprüfung und Kontrolle von Ferienwohnungen verabschiedet. Damit setzt die Stadt die kürzlich in Kraft getretene Ley 6/2025 zur nachhaltigen Ordnung der touristischen Nutzung von Wohnraum auf den Kanaren als Vorreiter um.
92,7 Prozent der Ferienwohnungen ohne gültige Genehmigung
Eine technische Analyse des Stadtplanungsamtes, bei der die offiziellen Daten der Regionalregierung ausgewertet wurden, förderte ein bemerkenswertes Ergebnis zutage: Von den 1.179 Ferienwohnungen, die im Gemeindegebiet im Allgemeinen Tourismusregister der Kanaren eingetragen sind, fehlen 92,7 Prozent (1.093 Objekte) die vorgeschriebene kommunale Vorabanzeige für klassifizierte Aktivitäten. Diese Anmeldung ist jedoch eine zwingende und unerlässliche Voraussetzung für den legalen Betrieb einer Ferienwohnung.
Nur 86 Wohnungen haben dieses Verfahren bei der lokalen Verwaltung überhaupt beantragt oder durchlaufen. Von diesen 86 Fällen liegen für 41 bereits positive Gutachten vor, 14 warten auf die Erstinspektion und 31 befinden sich in der Phase der Nachreichung von Unterlagen.
Gestaffelter Aktionsplan: Vom Registerstreich bis zur Inspektion
Um dieses übernommene administrative Missverhältnis zu beheben, hat das Konsistorium von Teneriffa ein mehrstufiges Aktionsprotokoll entworfen. In der ersten Phase (Phase 0) werden die Unterlagen der 1.093 Wohnungen ohne kommunale Genehmigung an die Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa übermittelt. Diese soll dann die Löschung der touristischen Erklärung wegen wesentlicher Unterlassung veranlassen. Die Folge: Die betroffenen Objekte verlieren ihre Registernummer und dürfen nicht mehr auf digitalen Plattformen für Ferienvermietung angeboten werden.
In den Phasen 1 und 2 stehen Inspektionen und die Möglichkeit zur Mängelbehebung im Mittelpunkt. Laufende Verfahren sollen durch technische Vor-Ort-Besichtigungen abgeschlossen werden. In der dritten Phase, die als prioritäre Inspektionsphase gilt, werden in Abstimmung mit dem Cabildo jene Objekte einzeln überprüft, die weiterhin illegal operieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Wohnungen, gegen die Nachbarbeschwerden vorliegen, die zu großen Immobilienbesitzern gehören oder bei denen Sicherheitsrisiken bestehen.
Bürgermeister fordert Unterstützung von der Regionalregierung
Der Bürgermeister von La Laguna, Luis Yeray Gutiérrez, betonte, dass dieses Instrument dazu diene, „einen Bereich zu ordnen, der gesellschaftliche Besorgnis ausgelöst hat, und Rechtssicherheit zu schaffen“. Gleichzeitig forderte er die Kanarische Regierung auf, technische Unterstützung und Ressourcen bereitzustellen, damit die Gemeinden die Inspektionsaufgaben nicht alleine stemmen müssten.
Der für Wohnungsbau zuständige Stadtrat, Adolfo Cordobés, unterstrich, dass die Maßnahme darauf abziele, das Register zu bereinigen und die Illegalität einzudämmen, um den Zugang zu regulärem Wohnraum zu schützen.
Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in La Laguna
Aktuell machen die 1.179 registrierten Ferienwohnungen gerade einmal 1,57 Prozent der insgesamt rund 75.000 Wohnungen im Gemeindegebiet aus. Obwohl die Regionalgesetzgebung eine Obergrenze von zehn Prozent vorsieht, will die Stadtverwaltung bei der Erstellung des neuen Generalen Stadtentwicklungsplans (PGO) strengere quantitative Höchstgrenzen festlegen, die besser auf die soziale, städtische und kulturelle Realität von La Laguna abgestimmt sind.
Die neuesten Nachrichten von den Kanaren
Tägliche News, Wetterwarnungen und praktische Infos – direkt von den Inseln, auf Deutsch. Wir leben hier und wissen, was los ist – bevor die Medien darüber berichten. Alles erscheint auf unserem WhatsApp-Kanal – ohne Umwege, ohne Algorithmus.

