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Korruptionsverdacht: Klage gegen Arrecifes Bürgermeister

Ermittlungen gegen die Spitze der Stadtverwaltung

Die Staatsanwaltschaft von Arrecife auf Lanzarote hat ein juristisches Nachspiel für die Führungsspitze der Stadt eingeleitet. Wie die Behörde bestätigte, wurde Anzeige gegen Bürgermeister Yonathan de León (Partido Popular) sowie seinen Stellvertreter und Festspiel-Dezernenten Echedey Eugenio (Coalición Canaria) erstattet. Den beiden Politikern werden mögliche Amtsmissbrauch, Untreue und Betrug zulasten der öffentlichen Verwaltung vorgeworfen. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Organisation mehrerer großer Feste in der Hauptstadt von Lanzarote.

Drei Millionen Euro für Feste unter Verdacht

Im Fokus der Ermittlungen stehen die Weihnachtsmesse „Navilan“, die „Feria de Abril“, der Karneval sowie ein Zirkus-Festival namens „Billy Capers“. Die Staatsanwaltschaft war bereits Ende 2025 aktiv geworden und hatte die Akten zu verschiedenen Verträgen angefordert, die von der Stadtverwaltung vergeben worden waren. Konkret geht es um die Aufträge für „Navilan“ (2023), den Karneval (2024) und die „Feria de Abril“ (2024). Nach Angaben der Plattform für öffentliche Auftragsvergabe und lokaler Presseberichte summieren sich die Vertragsvolumina auf fast drei Millionen Euro.

Belastender Bericht der Ermittler

Wie die Zeitung „La Voz de Lanzarote“ berichtet, stützt sich die Entscheidung der Staatsanwaltschaft auf einen Report der wirtschafts- und steuerrelevanten Ermittlungseinheit UDEF der Nationalpolizei. Dieser analysiert insbesondere den Fall „Navilan“ 2023/2024. Die Ermittler sehen demnach Anhaltspunkte für eine „intensive Nutzung“ kleinerer Auftragsvergaben, eine mögliche künstliche Aufspaltung von Aufträgen und die wiederholte Berücksichtigung bestimmter Auftragnehmer.

Ein besonderes Augenmerk legt die Staatsanwaltschaft auf das Unternehmen „Wedding Plans“. Es soll bei mehreren Aufträgen berücksichtigt worden sein. Die Ermittler wollten nun klären, ob diese wiederholten Zuschläge auf sachlichen Kriterien beruhten oder ob ein Muster der Begünstigung erkennbar ist. Zudem wurde untersucht, ob Verbindungen zwischen der Firma und den verantwortlichen Politikern bestehen und ob die abgerechneten Leistungen tatsächlich erbracht wurden.

Systematische Vertragsvergabe als Vorwurf

Bereits im Januar hatte der zuständige Staatsanwalt Fernando Rodríguez Navarro ein entsprechendes Dekret erlassen, das der Redaktion von „Canarias Ahora“ vorliegt. Darin wird ein Vergabesystem skizziert, das sich durch die wiederholte Nutzung des Instruments des „Auftrags geringer Reichweite“ sowie die „künstliche“ Aufteilung inhaltlich zusammenhängender Leistungen auszeichnet. Darüber hinaus sollen einige Leistungen ausgeführt worden sein, obwohl es dafür keinerlei vertragliche Grundlage gab.

Die Staatsanwaltschaft kritisiert zudem, dass Einwände der internen Finanzkontrolle systematisch übergangen wurden, um die Verträge durchzusetzen. Dieses Vorgehen, so die Einschätzung der Behörde, könnte auf ein „Handlungsmuster hindeuten, das gegen die Regeln der öffentlichen Auftragsvergabe verstößt“. Die Ermittlungen dauern an.

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