Ein Forum für die Vielfalt
Adeje, die Gemeinde mit der größten nationalen Vielfalt Teneriffas, will genau diese Pluralität zu einem der tragenden Säulen ihrer sozialen Entwicklung machen. Die Stadtverwaltung hat nun die Arbeit zur Gründung einer Ständigen Interkulturellen Plattform (Mesa Intercultural) aufgenommen. Dieses dauerhafte Partizipationsgremium soll die Vorschläge der verschiedenen in der Gemeinde lebenden Communities kanalisieren und das friedliche Zusammenleben in einer Ortschaft stärken, in der Menschen aus 123 verschiedenen Ländern zuhause sind.
Der Weg zum großen Begegnungsfest
Erste konkrete Formen nahm die Initiative während des Vorbereitungstreffens für das Nationalitäten-Treffen „Adeje Vive, Adeje Convive: 20 Jahre gelebte Nachbarschaft“ an. Dieses von der Abteilung für Bürgerbeteiligung organisierte Event findet am kommenden 21. September im Auditorium von Adeje statt. Das zentrale Ziel: Die Bürgerschaft soll selbst an der Gestaltung eines Dialograums mitwirken, der den Integrationsbemühungen über einen bloßen Einzeltermin hinaus Kontinuität verleiht.
Die Vielfalt ist seit Jahren fester Bestandteil des Alltags in Adeje. Mit rund 50.000 Einwohnern, von denen laut letztem Gemeinderegister mehr als 27.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen (mehr als die Hälfte), ist Adeje ein Paradebeispiel für gelebte Multikulturalität. Diese Besonderheit macht die Gemeinde nicht nur auf Teneriffa, sondern in ganz Kanaren zu einem der kosmopolitischsten Flecken Erde.
Tourismus als Motor der Internationalität
Dieses Wachstum ist eng mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Gemeinde verknüpft. Die starke Tourismusbranche zog über Jahrzehnte Arbeiter und Familien aus zahlreichen Ländern an und formte eine Gesellschaft, in der unterschiedlichste Kulturen, Sprachen und Traditionen koexistieren. Briten, Italiener, Deutsche, Belgier, Venezolaner, Kubaner, Kolumbianer, Marokkaner, Ukrainer oder Argentinier – sie alle sind Teil eines menschlichen Mosaiks, das die Identität der Gemeinde verändert hat, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verwässern.
Vor diesem Hintergrund hält es die Stadtverwaltung für notwendig, dauerhafte Strukturen zu schaffen, die Teilhabe und gegenseitiges Verständnis fördern. Die zukünftige Interkulturelle Plattform soll sich zu einem stabilen Diskussionsforum zwischen den verschiedenen Communities entwickeln. Sie ermöglicht es, Bedürfnisse zu erkennen, Initiativen auszutauschen und Projekte in den Bereichen Integration, Zusammenleben und Bürgerbeteiligung voranzutreiben.
Vom Impuls von 2006 zur nachhaltigen Struktur
Als Vorbild für das Projekt dient die Kampagne „Adeje Vive, Adeje Convive“, die 2006 ins Leben gerufen wurde, um den Respekt zwischen den Kulturen zu fördern und die Integration der stetig wachsenden Bevölkerung zu erleichtern. Zwei Jahrzehnte später greift die Stadtverwaltung diesen Geist mit einem partizipativeren Ansatz wieder auf: Nun sind es die Bewohner selbst, die die Prioritäten und Handlungsfelder definieren sollen.
Das Nationalitäten-Treffen soll genau den Auftakt dafür bilden. Zwei Stunden lang werden Vertreter verschiedener Kulturgemeinschaften Vorschläge, Erfahrungen und Lebensgeschichten austauschen – in einem Rahmen, der den Reichtum der Vielfalt für die Gemeinde sichtbar machen soll. Die Absicht der Stadt geht jedoch weit über eine symbolische Feier hinaus: Die neue Plattform soll den Kontakt zwischen Gruppen und Bürgern verstetigen, neue Aktivitäten anstoßen und ein dauerhaftes Kooperationsnetzwerk festigen, das den sozialen Zusammenhalt stärkt.
Mit dieser Initiative will Adeje eines seiner prägendsten demografischen Merkmale in eine Chance verwandeln – um weiter an einer Gemeinde zu bauen, in der Multikulturalität nicht nur eine statistische Größe, sondern ein Element der Identität und des Miteinanders ist.
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