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Granadilla kontrolliert 2.000 Ferienwohnungen

Kommunale Offensive im Süden Teneriffas

Granadilla de Abona zieht die Zügel an. Die Stadtverwaltung der Gemeinde im Süden von Teneriffa hat einen umfassenden Plan zur Inspektion und Kontrolle der rund 2.000 Ferienwohnungen im Gemeindegebiet vorgelegt. Ziel ist es, die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu überprüfen und gegebenenfalls durchzusetzen. Das Vorhaben wurde in der Plenarsitzung am 20. Juli verabschiedet und ist im Amtsblatt der Provinz (BOP) veröffentlicht worden. Es sieht vor, zu prüfen, welche der touristisch vermieteten Objekte die Anforderungen der neuen kanarischen Gesetzgebung (Gesetz 6/2025 vom 10. Dezember) erfüllen.

Drei Kategorien für die Prüfung

Das Vorgehen der Kommunalverwaltung orientiert sich dabei an den unterschiedlichen Fallkonstellationen, die das neue Regionalgesetz für den Ferienwohnungsmarkt vorsieht. Konkret wird die Verwaltung den Ist-Zustand aller entsprechenden Unterkünfte im Vorfeld des Inkrafttretens der neuen Regelung erfassen. Zudem wird die Übergangsfrist für jene Wohnungen bestimmt, die bereits eine Vorabanzeige für ihre Tätigkeit eingereicht hatten. Und schließlich will man gegen Objekte vorgehen, die nicht den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen – konkret dem Dekret 113/2015 vom 22. Mai – entsprechen. Ein weiteres Ziel des Plans ist die Erstellung eines kommunalen Katasters oder Inventars aller Ferienwohnungen in Granadilla de Abona.

Für die administrative Überprüfung und den Datenabgleich hat die Stadtverwaltung drei Hauptgruppen definiert. Die erste Gruppe umfasst die Wohnungen, die sowohl im Allgemeinen Tourismusregister der Kanarischen Regierung eingetragen sind als auch eine Vorabanzeige für die klassifizierte Tätigkeit vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes eingereicht haben. Die zweite Gruppe betrifft Ferienwohnungen, die zwar im Tourismusregister stehen, aber keine Vorabanzeige vor dem Stichtag vorgelegt haben. Die dritte Gruppe schließlich erfasst jene Objekte, die zwar eine Vorabanzeige eingereicht haben, aber nicht im Tourismusregister der Kanarischen Regierung aufgeführt sind.

So wird priorisiert

Auch bei der Reihenfolge der Inspektionen gibt es eine klare Prioritätenliste. Ganz oben stehen die Wohnungen, bei denen ein möglicher Verstoß gegen die Bauleitplanung oder sektorielle Vorschriften für die touristische Wohnnutzung vorliegt. Besonders betroffen sind Objekte im ländlichen Raum außerhalb von Siedlungsgebieten, da diese nach geltendem Recht als unzulässig gelten. Als Nächstes folgen die geografischen Schwerpunkte, also jene Ortsteile mit der höchsten Dichte an Ferienwohnungen. Abschließend werden Gebäude kontrolliert, in denen sich besonders viele touristische Nutzungseinheiten befinden.

Das Kalkül der Gemeinde ist offensichtlich: Man beginnt mit den Brennpunkten und den städtebaulich heikelsten Fällen, um die größte Wirkung zu erzielen.

Laufzeit und Überwachung

Der Inspektionsplan ist auf zwei Jahre ausgelegt und kann jährlich um bis zu vier Jahre verlängert werden – der maximale Zeitraum, den das kanarische Gesetz für Ferienwohnungen erlaubt. Ein vierteljährlicher Überwachungsbericht sowie ein Abschlussbericht sind vorgesehen. Die Kontrollkommission setzt sich aus den Dezernaten für Stadtplanung, Finanzen und Wohnungswesen zusammen.

El Médano als erster Schwerpunkt

Im Fokus der neuen Kontrollen dürfte zunächst El Médano stehen. Der Küstenort ist das Gebiet der Gemeinde mit der höchsten Konzentration an Ferienwohnungen und wird daher zu den ersten Ortsteilen gehören, die die Stadtplanungsabteilung genauer unter die Lupe nimmt. Die Gemeindeverwaltung wird seit einer erfolgreichen Abwahl der sozialistischen Bürgermeisterin Jennifer Miranda im März 2025 von einer Koalition aus Coalición Canaria (CC), Partido Popular (PP) und Vox geführt.

Mit diesem Vorgehen ist Granadilla de Abona nicht allein. Auch andere Gemeinden Teneriffas wie Candelaria, Santa Cruz, La Laguna, Adeje und La Guancha verfolgen ähnliche Strategien, um die touristische Nutzung von Wohnraum zu kontrollieren und zu regulieren. Die Inselhauptstadt und die Touristenhochburgen reagieren damit auf den wachsenden Druck auf dem Wohnungsmarkt und die Notwendigkeit, klare Regeln für ein boomendes Geschäftsfeld zu schaffen.

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