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Nur 38% der Schulen auf den Kanaren haben Schattenplätze

Hitzeschutz an Schulen: Nur jede dritte Schule auf den Kanaren hat Schattenplätze

Die Kanarischen Inseln kämpfen mit der zunehmenden Hitze – doch die Schulen sind darauf nur unzureichend vorbereitet. Lediglich zwei von fünf Bildungseinrichtungen im Archipel verfügen über gesicherte Schattenbereiche. Das zeigt der aktuelle Stand eines vor zwei Jahren gestarteten Anpassungsplans der Bildungsbehörde (Consejería de Educación). Ziel war es, die Schulen und weiterführenden Schulen an die immer höheren Temperaturen anzupassen – unter anderem durch die Renaturierung von Schulhöfen, die Begrünung von Fassaden und die Schaffung von schattigen Rückzugsorten.

Mehr geschafft als geplant – aber die Quote bleibt niedrig

Ursprünglich war vorgesehen, an 279 Schulen Schattenzonen einzurichten. Dieses Ziel wurde sogar übertroffen: Mittlerweile haben 329 Schulen entweder bereits entsprechende Bereiche oder befinden sich in der Umsetzung. Dennoch entspricht diese Zahl lediglich 38,5 Prozent aller Bildungseinrichtungen auf den Inseln. Die Auswahl der Schulen, die zuerst saniert werden, folgt klaren Prioritäten. Die Behörde stützt sich dabei auf Kriterien wie die Sonneneinstrahlung in der jeweiligen Region. Besonders betroffen und daher vorrangig behandelt werden Lanzarote und Fuerteventura – die Inseln mit der höchsten Sonneneinstrahlung und den heißesten Temperaturen – sowie der Süden von El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria und der Osten von La Palma. Auch die Schulform (ob es sich um Pflichtschulen handelt) und das Vorhandensein von Kooperationsvereinbarungen zur Finanzierung spielen eine Rolle.

Vollständige Abdeckung auf fünf Inseln – Fortschritte auf dem gesamten Archipel

„Wir können derzeit bestätigen, dass alle Schulen und weiterführenden Schulen auf Lanzarote, Fuerteventura, La Graciosa, La Gomera und El Hierro entweder bereits Schattenplätze haben oder diese gerade installiert werden“, betont Iván González, Generaldirektor für Infrastruktur und Ausstattung (Dirección General de Infraestructuras y Equipamiento). González rechnet damit, dass im Laufe dieses Jahres weitere 150 Schulen hinzukommen. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, würde mehr als die Hälfte aller Schulen auf den Inseln (56 Prozent) über Schattenbereiche verfügen, um der großen Hitze zu trotzen.

Finanzierungsstreit: Nur neun Millionen Euro aus Madrid

Dieser Fortschritt steht jedoch in einem auffälligen Gegensatz zu den Finanzmitteln, die die spanische Zentralregierung den Kanaren zur Verfügung stellt. Obwohl der Anpassungsplan hauptsächlich aus eigenen Mitteln der Kanarischen Regierung finanziert wird, hatte der Ministerrat Ende vergangenen Monats auf Vorschlag des Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (Miteco) die Verteilung von 200 Millionen Euro an die Autonomen Gemeinschaften beschlossen. Dieses Geld ist für die Klimatisierung und die Verbesserung der Energieeffizienz öffentlicher Schulen vorgesehen – eine zusätzliche Finanzierung, die den Ausbau auf den Inseln hätte vorantreiben können. Doch die Kanaren erhielten bei dieser Verteilung nur neun Millionen Euro. Eine Summe, die Bildungsminister Poli Suárez als völlig unzureichend bezeichnete und sofort eine Aufstockung auf 20 Millionen Euro forderte.

„Ein erhebliches Ungleichgewicht“ – die Inseln fordern einen gerechteren Verteilungsschlüssel

González kritisiert, dass das Ministerium die Gelder nach der Anzahl der Schulen pro Region verteilt habe. „Da es aber um Klimatisierung geht, müssten auch andere Faktoren berücksichtigt werden. Ein Gebiet wie die Kanaren oder die Extremadura ist nicht mit Galicien oder dem Baskenland vergleichbar“, so González. Der Maßstab der Zentralregierung ignoriere die klimatische Realität und die Zahl der Sonnenstunden in jeder Region. Auch die Mehrkosten durch die Insellage der Kanaren – die den Transport von Material und Ausrüstung zwischen den acht Inseln verteuert – blieben unberücksichtigt.

„Wir haben vorgeschlagen, drei Kriterien zu bewerten: 70 Prozent nach Anzahl der Schulen, 20 Prozent nach der klimatischen Realität und zehn Prozent nach der Insellage und dem Status als ultraperiphere Region“, erklärt González. Doch das Ministerium blieb bei seinem ursprünglichen Schlüssel. „Das benachteiligt uns erheblich. Nach unseren Kriterien hätten die Kanaren rund 20 Millionen Euro erhalten müssen“, fügt er hinzu. Für den Generaldirektor sind diese elf Millionen Euro, die dem Archipel eigentlich zustehen, „eine erhebliche Ungerechtigkeit angesichts dessen, was auf den Kanaren noch getan werden muss“. Er warnt: „Dieser Mangel an Mitteln wird uns daran hindern, alle Schulen zu erreichen.“

Mehr als nur Schatten: Renaturierung, Fassaden und Klimamonitoring

Der Anpassungsplan umfasst weit mehr als die bloße Schaffung von Schattenplätzen. Ein zentraler Punkt ist die Renaturierung der Schulhöfe – also die Integration von Grünflächen in die Bildungseinrichtungen. „Das ist ein offenes Angebot, an dem die Schulen freiwillig teilnehmen können. Anders als bei festen Schattenanlagen erfordert dieses Projekt die Pflege von Lebewesen. Wir wollen keine Schule zwingen, die kein Interesse daran hat“, erklärt González. Mögliche Maßnahmen sind der Anbau von Schulgärten oder die Installation von Futterstationen für die heimische Tierwelt. Rund 410 Schulen haben sich für dieses Programm beworben. 84 von ihnen werden bereits in der ersten Phase umgestaltet, und 50 weitere sollen im Laufe des Jahres folgen.

Darüber hinaus sieht der Plan die Sanierung von Fassaden, die Überdachung von Sportanlagen, die Installation von Kühlsystemen und den Einsatz erneuerbarer Energien vor. Ergänzt wird das Ganze durch ein spezielles Hitze-Protokoll für Schulen und Schulungsangebote zum Thema Klimawandel.

Intelligente Überwachung: Das Projekt „Clima Escolar Canarias“

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist das Projekt „Clima Escolar Canarias“ (Schulklima Kanaren). Es hat zum Ziel, die Bildungseinrichtungen des Archipels zu überwachen und in Echtzeit Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität zu messen. „Das ermöglicht uns, Entscheidungen je nach den Prioritäten der einzelnen Schulen zu treffen oder auch den Unterricht ausfallen zu lassen, wenn es nötig ist“, so González. Derzeit werden 120 Schulen auf den Kanaren überwacht, verteilt auf alle acht Inseln und alle Gemeinden. Geplant ist, dieses Netz um weitere 200 Schulen zu erweitern.

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