Protest vor dem Cabildo: „Stoppt die Zerstörung von Veneguera“
Die Bürgerbewegung „Salvar Veneguera“ (Rettet Veneguera) hat sich am Freitag zu einer Protestkundgebung vor dem Sitz des Inselrates (Cabildo) von Gran Canaria versammelt. Mit der Aktion fordern die Aktivisten die sofortige Einstellung aller Bauarbeiten, die der Tourismuskonzern Lopesan derzeit am Strand und in der Schlucht (Barranco) von Veneguera in der Gemeinde Mogán durchführt. Die Demonstranten werfen dem Unternehmen vor, erhebliche Umwelt- und archäologische Schäden zu verursachen und den öffentlichen Zugang zu der Bucht unzulässig einzuschränken.
Kampf um den Strandzugang und archäologische Schäden
Ein Sprecher der Bewegung, Eduardo Carreño, erklärte gegenüber Journalisten, dass der Protest eine direkte Reaktion auf die jüngsten Erschließungs- und Privatisierungsmaßnahmen im Bereich des Strandzugangs sei. Dieser sei, so die Anschuldigung, bereits seit November des vergangenen Jahres für die Allgemeinheit gesperrt. „Die Bauarbeiten in der Schlucht haben den Durchgang für die Bürger massiv erschwert“, kritisierte Carreño. Besonders empört die Aktivisten, dass die Arbeiten fortgesetzt werden, obwohl mehrere Verwaltungsverfahren gegen das Projekt laufen. „Wir fordern den Baustopp, denn obwohl die Akten offen sind, wird weitergearbeitet. Während die Verwaltungsmaschinerie nur langsam vorankommt, sieht die Realität anders aus – es werden Fakten geschaffen, und der angerichtete Schaden ist oft nicht mehr rückgängig zu machen“, so der Sprecher. Er forderte einen garantiert öffentlichen und nicht privaten Zugang zum Strand und beklagte zudem Schäden am archäologischen Erbe der Region.
Die Gruppe verlangt von den öffentlichen Verwaltungen ein stärkeres Engagement zum Schutz dieses Naturraums, der Teil des Landschaftsschutzgebietes „Parque Rural del Nublo“ ist. „Am Ende wird alles den Bürgern überlassen“, kritisierte Carreño die aus ihrer Sicht mangelnde Initiative der Behörden.
Inselpräsident verteidigt Vorgehen: „Wir sind die Einzigen, die handeln“
Der Präsident des Cabildo von Gran Canaria, Antonio Morales, wies die Kritik zurück und verteidigte das Vorgehen der Inselverwaltung. Er betonte, dass das Cabildo die einzige Institution sei, die gegen die festgestellten Verstöße in Veneguera vorgehe. Morales erklärte, dass der Inselrat mehrere Verwaltungsverfahren eröffnet habe, darunter auch welche mit „sehr hohen Sanktionen“. Diese bezögen sich unter anderem auf die Beeinträchtigung des archäologischen Erbes. Die schwerwiegendsten Fälle seien bereits an die Kanarische Regierung (Gobierno de Canarias) übergeben worden, die für die Verhängung endgültiger Strafen zuständig sei.
Der Inselpräsident wies zudem darauf hin, dass das Cabildo einen ablehnenden Bericht zu den jüngsten Arbeiten in dem Gebiet vorgelegt habe. Er behauptete, dass einige Bauarbeiten trotz einer Genehmigung der spanischen Generaldirektion für Küsten- und Meeresraummanagement hätten gestoppt werden müssen, da die zwingend erforderliche Stellungnahme der Inselinstitution fehlte. „Wir müssen Veneguera schützen. Es gibt eine Bürgerbewegung, die Teil der Geschichte dieser Insel ist und den Ort damals gegen einen Privatisierungsversuch verteidigt hat. Wir sind Teil dieses Kampfes, wir sind die Erben dieses Kampfes. Veneguera darf für nichts anderes genutzt werden, als der rechtliche Rahmen es derzeit vorsieht“, bekräftigte Morales. „Landwirtschaftliche Nutzung ist erlaubt, und es können natürlich Arbeiten durchgeführt werden, um den Raum an die landwirtschaftliche Nutzung anzupassen – aber nicht mehr“, fügte er hinzu.
Morales räumte ein, dass die Schäden am archäologischen Erbe schwerwiegend seien, versicherte jedoch, dass die Inspektionsdienste des Cabildo „stets ihrer Pflicht nachgekommen“ seien.
Lopesan zeigt sich kooperationsbereit
Bereits am 18. Juli hatte die Unternehmensgruppe Lopesan in einer Pressemitteilung ihr volles Vertrauen bekundet, die Rechtmäßigkeit ihrer Aktivitäten in der Schlucht von Veneguera nachweisen zu können. Gleichzeitig erklärte der Konzern seine absolute Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen öffentlichen Verwaltungen.

