Entwarnung für Teneriffa: Keine unmittelbare Eruptionsgefahr
Der kanarische Minister für Territorialpolitik, Wasser und Notfälle, Manuel Miranda, hat am Donnerstag (16. Juli 2026) erklärt, dass es aus wissenschaftlicher Sicht derzeit keine Umstände gebe, die die Einführung der Vulkanampel auf Teneriffa erforderlich machen würden – auch wenn im Westen von Las Cañadas del Teide immer wieder seismische Schwärme auftreten. Auf eine entsprechende Frage der Partei Vox im parlamentarischen Ausschuss stellte Miranda klar, dass mittel- bis kurzfristig keine Maßnahmen im Bereich des Zivilschutzes auf der Insel geplant seien, die über eine verstärkte Überwachung hinausgehen.
Anders sieht es auf La Palma aus
Anders sei die Lage auf La Palma, so Miranda weiter. Dort sei der Vulkan-Notfallplan Pevolca weiterhin auf Alarmstufe aktiviert und die Vulkanampel stehe auf Gelb, da in den Gebieten Puerto Naos und La Bombilla weiterhin Gasaustritte gemessen werden. Ein spezialisiertes Unternehmen überwache die Sensoren, während sowohl die Universität La Laguna (ULL) als auch das Kanarische Institut für Vulkanologie (Involcan) die Radon- und CO2-Emissionen auswerten würden. Miranda betonte in diesem Zusammenhang die Transparenz seines Ministeriums bei der Informationsweitergabe.
Opposition wirft Regierung Informationspolitik vor
Paula Jover von der Partei Vox warf dem Minister hingegen vor, Informationen zurückzuhalten. Die wenigen verfügbaren Daten – so ihre Einschätzung – würden belegen, dass Teneriffa sich derzeit in einer wesentlich kritischeren Lage befinde als La Palma. Diese Behauptung steht jedoch im Widerspruch zu den Aussagen sowohl des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) als auch des Involcan, die wiederholt erklärt haben, dass auf Teneriffa kurzfristig bis mittelfristig kein Vulkanausbruch zu erwarten sei.
Jover merkte an, dass das Risiko auf La Palma nur einige wenige kleine Häuser in Puerto Naos oder La Bombilla betreffe, was ihrer Meinung nach nicht ausreiche, um die Insel auf Gelb zu schalten. Sie stellte sogar die Frage, warum Teneriffa nicht ebenfalls die gelbe Ampel habe, und führte dies darauf zurück, dass man sich so möglicherweise bestimmte Verwaltungsverfahren ersparen wolle.
Miranda entgegnete, dass die Verwaltung den Dialog mit allen Beteiligten suche: „Es kann zahlreiche Treffen und institutionelle Aktivitäten geben, die sehr wichtig sind – mit dem Gesundheitspersonal, um den tatsächlichen Bedarf an Zivilschutz zu ermitteln, mit den politisch Verantwortlichen, mit den Bildungseinrichtungen, aber auch mit den Bürgern. Die Bevölkerung fordert Informationen und will Sicherheit“, stellte der Minister abschließend klar.

