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Ryanair warnt vor Chaos am Flughafen Teneriffa Süd

Flughafen Teneriffa Süd im Zentrum der Kritik

Der Flughafen Teneriffa Süd hat sich zum Epizentrum des nächsten großen Konflikts in der europäischen Luftfahrt entwickelt. Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat eine scharfe öffentliche Warnung ausgesprochen und macht das neue elektronische Ein- und Ausreisesystem der Europäischen Union (EES) für schwerwiegende Probleme an den am stärksten frequentierten Flughäfen des Archipels verantwortlich. Das Unternehmen bezeichnet die Einführung dieser digitalen Technologie als „vorhersehbares Desaster“ und fordert die spanische Regierung erneut auf, die Kontrollen bis September auszusetzen. Nur so, so die Argumentation, lasse sich ein irreversibler Kollaps des Tourismusmotors im Süden Teneriffas und im restlichen Land während der Hauptreisezeit im Sommer vermeiden.

Reisende müssen mit langen Wartezeiten rechnen

Bereits jetzt verschickt die Airline dringende Hinweise an ihre Kunden. Sie werden aufgefordert, wesentlich früher als gewohnt an den Terminals zu erscheinen. Grund dafür ist ein alarmierender Anstieg der Warteschlangen an den Passkontrollen für Reiseziele außerhalb des Schengen-Raums – insbesondere für Flüge nach Großbritannien, dem wichtigsten Quellmarkt für die Kanarischen Inseln. Ryanair-Betriebsdirektor Neal MacMahon zeigte sich unmissverständlich: Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Passagiere und ihre Familien als „Versuchskaninchen“ für ein „stückwerkhaftes“ Passkontrollsystem herhalten müssten, das die Gefahr von verpassten Flügen, Überlastung und unnötigem Stress vervielfache.

Eine internationale „schwarze Liste“ der Problemflughäfen

Die Fluggesellschaft nannte konkret die Namen der Flughäfen, an denen die Situation bereits unhaltbar sei. An der Spitze dieser internationalen Negativliste steht der größte Flughafen Teneriffas. „Flughäfen wie Teneriffa Süd, Palma de Mallorca, Alicante, Málaga, Mailand-Bergamo, Krakau und Paris-Beauvais leiden unter massiven Beeinträchtigungen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Airline. „Es wird erwartet, dass die Überlastung noch zunimmt, sobald die verkehrsreichsten Wochen des Sommers beginnen.“

Offensive gegen die Regierung und Appell an Brüssel

Angesichts dieser Lage hat Ryanair ihre institutionelle Offensive verschärft und direkte Schreiben an die Regierungen der am stärksten betroffenen Länder gesandt. In Spanien richten sich die Vorwürfe direkt an Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Die Airline fordert ihn auf, von den im EU-Recht vorgesehenen Möglichkeiten Gebrauch zu machen und die Anwendung des EES zu verschieben. Bedauerlicherweise, so das Unternehmen, habe man bis heute keinerlei Antwort auf dieses Ansinnen erhalten, um das zu lösen, was man selbst als „große Herausforderung“ bezeichnet.

Breite Front der Luftfahrt gegen das neue System

Der Protest der Billigfluglinie ist kein Einzelfall. Noch in dieser Woche haben der Internationale Flughafenrat (ACI), die Vereinigung „Airlines for Europe“ (A4E) und die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) einen gemeinsamen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geschickt. Darin beklagen sie den „unhaltbaren Druck“, dem das Personal und die Infrastruktur durch die vollständige Einführung des digitalisierten Systems ausgesetzt seien. Trotz dieser geschlossenen Front aus der Branche bleibt die Antwort aus Brüssel betont gelassen. Die EU-Kommission verteidigt sich mit dem Hinweis, die „Mehrheit“ der europäischen Flughäfen wende die neue Kontrolle „reibungslos“ an, und beschränkt sich darauf, einzelnen, weniger weit fortgeschrittenen Einrichtungen technische Unterstützung anzubieten.

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