Erneute Erschütterungen am Teide: 79 Beben in 24 Stunden registriert
Das Nationale Geographische Institut Spaniens (IGN) hat auf Teneriffa zwischen Donnerstag und Freitag dieser Woche mehrere Pulsschläge seismischer Aktivität mit niedrigen Frequenzen registriert. Insgesamt wurden etwa 79 Erdbeben gezählt, die sich hauptsächlich im westlichen Bereich der Cañadas del Teide konzentrierten.
Zwei Phasen der Aktivität im Detail
Der erste Puls der sismo-vulkanischen Aktivität wurde am Donnerstag, dem 18. Juni, um 5:14 Uhr morgens gemessen. Dieser war mit einer Dauer von gerade einmal elf Minuten äußerst kurz. Er umfasste insgesamt 16 lokalisierte Erdbeben, deren Tiefe zwischen 8 und 17 Kilometern unter dem Meeresspiegel lag. Die Magnituden dieser Beben bewegten sich zwischen 0,6 und 1,0 mbLg.
Eine zweite, deutlich länger anhaltende Aktivitätsphase begann am selben Tag um 16:42 Uhr und erstreckte sich bis Freitagmorgen um 5:21 Uhr. In diesem Zeitraum wurden automatisch 63 seismische Ereignisse erfasst, von denen 14 genau lokalisiert werden konnten. Diese zweiten Beben lagen in Tiefen zwischen 8 und 15 Kilometern und waren mit Magnituden von 0,4 bis 0,8 MbLg etwas schwächer als die der ersten Phase.
Lage der Hypozentren und ein Einzelbeben in Icod de los Vinos
Die meisten der gemessenen Erdbebenherde (Hypozentren) befanden sich – wie bereits bei früheren Ereignissen – im westlichen Teil der Cañadas. Zusätzlich registrierten die Messstationen ein einzelnes Erdbeben in der Nähe der Ortschaft Icod de los Vinos. Dieses hatte eine Magnitude von 0,3 mbLg und lag in nur zwei Kilometern Tiefe.
Experten geben Entwarnung: Keine erhöhte Eruptionsgefahr
Laut dem IGN gleicht diese detektierte Aktivität jener, die bereits im Februar und März dieses Jahres gemessen wurde, wenn auch mit einer geringeren Energieabgabe. Die Besonderheit dieser Ereignisse liegt in ihrem hohen Anteil an niederfrequenten Wellen, was sie von den üblichen vulkanisch-tektonischen Beben unterscheidet. Die Wissenschaftler klassifizieren sie daher als sogenannte hybride Ereignisse.
Ein besorgniserregendes Muster konnten die Seismologen nicht feststellen. Die Pulse folgen keinem repetitiven Schema in Form von Schwärmen und wurden von der Bevölkerung der Insel nicht wahrgenommen. Das Institut betont ausdrücklich, dass diese Aktivität das Risiko eines Vulkanausbruchs auf Teneriffa kurzfristig oder mittelfristig nicht erhöht.
Moderne Überwachung rund um die Uhr
Das IGN erinnert daran, dass es als die für die vulkanische Überwachung in Spanien zuständige Behörde auf der Insel ein dichtes Netz aus mehr als 100 festen Stationen, mobilen Geräten und Messpunkten installiert hat. Diese Ausrüstung ermöglicht es den Experten, mit modernster Technologie die wichtigsten Parameter zu verfolgen und zu bewerten. Ziel ist es, in Echtzeit jede noch so kleine Veränderung, Störung oder Anomalie in der Seismizität, den Bodenverformungen und der Geochemie zu erkennen, die auf eine Entwicklung der Gefahrenlage – kurz-, mittel- oder langfristig – hindeuten könnte.

