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Papstbesuch auf den Kanaren: Sicherheitsapparat steht auf der Kippe

Ein Besuch der Superlative

Der bevorstehende Besuch von Papst Franziskus auf den Kanarischen Inseln stellt die Behörden vor eine der größten Sicherheits- und Koordinationsaufgaben der letzten Jahre. Zehntausende Gläubige, zivile und kirchliche Würdenträger, Polizeikräfte und Rettungsteams werden in den kommenden Wochen auf Gran Canaria und Teneriffa zusammenkommen. Das Ziel: den Schutz des Kirchenoberhaupts zu gewährleisten und gleichzeitig die reibungslose Durchführung der geplanten Großveranstaltungen sicherzustellen.

Hektik hinter den Kulissen

Knapp zwei Wochen vor der Ankunft des Heiligen Vaters ist das finale Sicherheits- und Mobilitätskonzept jedoch weiterhin unklar. Die spanische Regierungsdelegation auf den Inseln muss offiziell bei der Regionalregierung der Kanaren beantragen, dass bestimmte öffentliche Dienste am 11. Juni auf Gran Canaria und am 12. Juni auf Teneriffa teilweise ausgesetzt werden. Doch am Donnerstagnachmittag war dieser formelle Antrag noch immer nicht gestellt. Der regionalen Exekutive liegt bislang keine offizielle Anfrage vor, um die Schließung von Schulen, Verschiebung von Arztterminen oder die Unterbrechung des Gerichtsbetriebs anzuordnen.

Versehentliche Ankündigungen und wachsende Ungeduld

Diese Verzögerung hat weitreichende Folgen: Ohne offizielle Anordnung können weder die genauen Auswirkungen auf den Alltag der Bürger kommuniziert noch der gesamte Sicherheitsapparat finalisiert werden. Betroffen wären Bereiche wie Justiz, Bildung, Gesundheitswesen und private Unternehmen, die auf Homeoffice umstellen müssten. Hinzu kommt, dass für Las Palmas de Gran Canaria – ein zentraler Schauplatz der Veranstaltungen – noch immer kein verbindlicher Mobilitätsplan vorliegt. Dabei ist dieser die Grundlage für das geplante Großaufgebot an Sicherheitskräften.

Ungeachtet der fehlenden Formalitäten hat der Regierungsdelegierte für die Kanaren, Anselmo Pestana, am Donnerstag nach der Sicherheitskonferenz zum Papstbesuch erklärt, dass bereits nicht dringende Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen verschoben worden seien. „Nur die prioritäre Versorgung und Behandlungen, die nicht aufgeschoben werden können, bleiben bestehen“, sagte Pestana. „Auch die medizinischen Teams und der Notdienst werden verstärkt.“ Kritiker fürchten jedoch, dass diese Absagen die ohnehin schon langen Wartelisten im Gesundheitswesen weiter verlängern – zumal parallel derzeit Ärzte streiken.

Die Kirche drängt auf Klarheit

Während die Behörden noch um die Abstimmung ringen, mahnt die Kirche zur Eile. Bischof José Mazuelos bestätigte, dass die Planung des Besuchs in ihre finale Phase eingetreten sei. Die groben Ablaufpläne stünden und seien dem Vatikan zur endgültigen Genehmigung vorgelegt worden. Besonders besorgt zeigt sich Mazuelos jedoch über das Fehlen eines konkreten Verkehrs- und Mobilitätskonzepts. „In puncto Mobilität und Sicherheit wird nicht improvisiert“, warnte er und forderte eine rasche Veröffentlichung der geplanten Maßnahmen, um den Autoverkehr zu reduzieren und den Rettungskräften freie Fahrt zu ermöglichen.

Der Geistliche räumte ein, dass es in den letzten Wochen Unruhe wegen der späten Bestätigung des offiziellen Programms durch den Vatikan gegeben habe. Nun sei es jedoch an den kanarischen Institutionen, die Kommunikation über die geplanten Maßnahmen zu beschleunigen, um die Bevölkerung zu beruhigen und einen Sicherheitsapparat ohne jüngeres Beispiel im Archipel auf die Beine zu stellen.

Avantgarde des Vatikans unterwegs

Bereits an diesem Sonntag werde eine fünfköpfige Vorhut des Vatikans auf den Inseln erwartet, erklärte Mazuelos. Sie soll die Veranstaltungsorte inspizieren, die vorgesehene Unterkunft des Papstes prüfen und die letzten Protokolldetails abstimmen. Zu den zu überprüfenden Orten zählen Arguineguín sowie das Estadio de Gran Canaria, in dem die große Eucharistiefeier stattfinden wird.

Inselpräsident fordert schnelle Entscheidungen

Auch der Präsident der Inselregierung von Gran Canaria, Antonio Morales, schlug in die gleiche Kerbe. Er betonte die Dringlichkeit von Entscheidungen zur Mobilität während des Papstbesuchs, da diese für die Sicherheit auf der Insel von zentraler Bedeutung seien. „Die Entscheidungen werden zu langsam getroffen“, kritisierte Morales. Er plädierte dafür, den Verkehr auf ein Minimum zu reduzieren und sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der Privatwirtschaft flächendeckend auf Homeoffice zu setzen, um einen Massenansturm auf die Straßen zu verhindern.

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