Sommerhitze ade: 51 Schulen im Süden Teneriffas werden zu Klimaoasen
Obwohl sich das Sommergefühl auf den Kanaren in diesem Jahr noch etwas zurückhält und die gefürchteten Hitzewellen bisher ausgeblieben sind, bereiten sich die Schulen auf Teneriffa längst auf die nächste Stufe des Klimawandels vor. Konkret werden 51 Schulen im Süden der Insel fit für die hohen Temperaturen gemacht und ab dem kommenden Schuljahr zu regelrechten Klimaoasen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse eines Arbeitstreffens, das der Inselrat für Bildung, Berufsbildung, Sport und körperliche Aktivitäten, Poli Suárez, heute Vormittag mit der Präsidentin des Inselrates (Cabildo) von Teneriffa, Rosa Dávila, führte.
Schatten für den Unterricht: Das steckt hinter dem Plan
Das Treffen diente vor allem der Nachverfolgung einer Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Institutionen, die genau diese Schaffung von Schattenplätzen in Bildungseinrichtungen vorsieht. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten das Cabildo und das Bildungsministerium beschlossen, an Schulen und weiterführenden Schulen der Insel schattige Rückzugsorte zu schaffen – und das aus gutem Grund: Schon mehrfach musste der Unterricht wegen extremer Hitze ausfallen. Von den gut 50 Schulen, in denen solche Klima-Schutzzonen vorgesehen sind, haben fünf die Bauarbeiten bereits abgeschlossen, sechs befinden sich in der Umsetzung. Die restlichen 40 Maßnahmen sind bereits vergeben und befinden sich in der administrativen Phase, in der die Umsetzung vorbereitet wird. Das Ministerium plant, die Sommerferien zu nutzen, um die Bauarbeiten durchzuführen, während der Unterricht ruht.
Ab September soll es kühl bleiben
Die Absicht des Inselrates ist es, dass die Schattenbereiche ab September betriebsbereit sind. „Wenn alles gut läuft, werden zu Beginn des Schuljahres 2026/2027 rund 51 Schulen im Süden Teneriffas ihre Bauarbeiten abgeschlossen haben“, so Suárez. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören der Bau von Pergolen, leichten Überdachungen, Spannsegeln und ähnlichen Strukturen, die je nach den Gegebenheiten und Bedürfnissen jeder einzelnen Schule angepasst werden. Die Vereinbarung sieht eine Investition von knapp 2,2 Millionen Euro durch die Inselregierung vor. Das Bildungsministerium setzt diese Mittel im Rahmen des „Plans zur Anpassung der Schulen an hohe Temperaturen“ um – einer Initiative, die für sicherere, nachhaltigere und an das aktuelle Klima angepasste Lernorte sorgen soll. Würde man diese Gesamtsumme gleichmäßig aufteilen, käme jede Schule auf rund 42.799 Euro.
Ausbau im Norden und Ballungsraum geplant
Auch wenn das Projekt zunächst auf 51 der 277 Schulen der Insel beschränkt ist – das entspricht etwa zwei von zehn Einrichtungen (18,4 %) –, brachte Suárez bereits eine Ausweitung auf den Ballungsraum der Inselhauptstadt und den Norden Teneriffas ins Spiel. „Die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen ist der Schlüssel, um die Bildungsinfrastruktur auf Teneriffa weiter zu verbessern“, betonte er. Das sieht auch das Cabildo so, das bereits prüft, wie die Initiative fortgesetzt werden kann.
Diese Schulen sind schon fertig oder im Bau
Zu den bereits fertiggestellten Einrichtungen gehören die Grundschulen (CEIP) Igueste in Candelaria, Llano de las Naciones und Juan Bethencourt Alfonso in San Miguel de Abona sowie San Isidro in El Rosario, dazu kommt die Gesamtschule (CEO) in Arona. Die derzeit laufenden Bauarbeiten betreffen die Schulen Agache in Güímar, Carmen Álvarez de la Rosa und Príncipe Felipe in Candelaria, Tijoco Bajo in Adeje, La Pasada in Granadilla de Abona sowie die weiterführende Schule (IES) San Miguel in San Miguel de Abona.
Nicht nur Teneriffa: Auch La Gomera und Lanzarote ziehen nach
Diese Vorreiter-Initiative findet bereits Nachahmer: Auch die Inselräte von La Gomera und Lanzarote haben entsprechende Vereinbarungen mit dem Bildungsministerium unterzeichnet. Sie sind Teil der gesamtkanarischen Strategie, die Bildungsinfrastruktur des Archipels an das veränderte Klima anzupassen.
Nationaler Berufsbildungskongress 2027 auf Teneriffa
Während des Treffens gab die Präsidentin des Cabildo zudem bekannt, dass Teneriffa den nächsten nationalen Berufsbildungskongress (FP) ausrichten wird. Die Veranstaltung findet am 8. und 9. April 2027 statt und wird mehr als 1.500 Teilnehmer aus ganz Spanien anziehen – darunter Schüler und Lehrkräfte von Berufsbildungszentren. „Wir sind die Institution mit den höchsten Investitionen und dem größten Stipendienprogramm des Landes – genau deshalb haben wir diesen wichtigen Kongress auf unsere Insel holen können“, so Dávila. Die Berufsbildung auf Teneriffa sei „vorbildlich“, und die Ausrichtung dieses Events biete eine hervorragende Gelegenheit, ihre Bedeutung zu unterstreichen.

