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Termiten-Alarm in Tacoronte: 7.000 Kubikmeter verseuchtes Holz

Massiver Termitenbefall in Tacoronte

In der Gemeinde Tacoronte auf Teneriffa sorgt ein außergewöhnlicher Termitenbefall für Aufsehen. Die Ansammlung von pflanzlichen Abfällen, die von der gefräßigen Termitenart Reticulitermes flavipes befallen sind, zwingt die Behörden zu einem aufwendigen und teuren Sondereinsatz. Auf einem privaten Grundstück müssen nun eigens dafür errichtete Betonstrukturen gebaut werden, um die Schädlinge endgültig zu vernichten.

Riesige Mengen an kontaminierten Abfällen

Das Ausmaß des Problems ist gewaltig: Rund 7.000 Kubikmeter Grünschnitt und Holzreste türmen sich auf dem Gelände einer Gartenbaufirma, die von der Gemeindeverwaltung beauftragt wurde. Die schiere Menge ist so enorm, dass selbst Tragsatec, das mit der Termitenbekämpfung auf Teneriffa betraute Unternehmen, zunächst keine geeigneten Wannen oder Behältnisse fand, um das behandlungsbedürftige Holz aufzunehmen. Der erste Ausbruch der Plage wurde bereits im November des vergangenen Jahres festgestellt, die Bekämpfungsmaßnahmen wurden daraufhin als Notfalleinsatz eingestuft und beauftragt.

Information der Anwohner und Beginn der Arbeiten

Am vergangenen Montag informierten die Verantwortlichen rund 40 Anwohner der betroffenen Zone über die geplanten Schritte. Die Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa hat die vollständige Koordination dieser Aktion übernommen und arbeitet dabei mit Tragsatec zusammen. Nach ersten Schätzungen wird die eigentliche Behandlung der Hölzer in etwa einem Monat beginnen und voraussichtlich drei Monate dauern, sofern keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten auftreten.

Eigenbau aus Beton: Die Lösung des Problems

Juan Pestano, Techniker von Tragsatec, erläutert die ungewöhnliche Vorgehensweise: „Derzeit bauen wir eine Betonbodenplatte sowie die Fundamente für eine Art Schutzdach, um die Behandlung direkt vor Ort durchführen zu können. Wir mussten im wahrsten Sinne des Wortes unsere eigene Betonwanne bauen.“ Es entsteht eine überdachte Konstruktion mit drei Blockmauern und einem armierte Betonboden. „Darauf werden wir das Holz zerkleinern und ein automatisiertes System installieren, das ein sogenanntes Biozid versprüht, das die Termiten abtötet“, so Pestano weiter. Sobald der Befall vollständig beseitigt ist, werden die behandelten Reste auf die Deponie gebracht.

Komplexität liegt in der Menge, nicht in der Methode

Die technische Herausforderung auf diesem Grundstück liegt weniger in der Methode der Insektenbekämpfung selbst, sondern vielmehr im Umgang mit den enormen Abfallmengen. „Diese Holzreste stellen eine Nahrungskonkurrenz zu den 2.200 Ködern dar, die wir auf einer abgesperrten Fläche von über 100.000 Quadratmetern ausgelegt haben. Wenn die Fallen in diesem weitläufigen Aktionsradius wirksam sein sollen, der weit über dieses Grundstück hinausgeht, müssen wir diese Reste entfernen, von denen sich die Termiten derzeit ernähren“, erklärt Pestano detailliert. Auch eine Verbrennung des Holzes wurde in Betracht gezogen, jedoch scheiterte diese Idee an der schieren Menge der Abfälle und der damit verbundenen Brandgefahr.

Sorge und Erleichterung bei den Anwohnern

Die Anwohner zeigten sich bei dem letzten Treffen besorgt, aber nicht mehr in Panik. José Ángel Amador Sierra, Sprecher der Vereinigung der von unterirdischen Termiten Betroffenen, beruhigt: „Die Anwohner sind zwar besorgt, aber nicht mehr alarmiert wie zu Beginn der ganzen Angelegenheit. Dieser Befall ist nicht in die Häuser gelangt und ist unter Kontrolle.“ Dennoch übt er Kritik: „Es ist absolut unerklärlich, wie Pflanzenmaterial einfach so liegen gelassen werden konnte. Wir sind mit den Erklärungen, die uns bei dem Treffen zum Ablauf gegeben wurden, nicht zufrieden.“

Erster Ausbruch 2017 und Erklärungsversuche der Gemeinde

Der erste bekannte Ausbruch dieser Termitenart auf Teneriffa wurde im Jahr 2017 registriert. Iván Hernández Machín (PSOE), Umweltdezernent der Gemeinde Tacoronte, sieht in der ungewöhnlichen Situation sogar einen Vorteil: „Was zunächst ein Problem war – die Ansammlung von termitenbefallenen Pflanzenresten –, entpuppte sich am Ende als glücklicher Umstand. Dadurch fand das Insekt seine Nahrung direkt hier vor Ort und musste nicht auf die Suche außerhalb gehen.“ Er erklärt weiter, dass das Grundstück mit Ködern abgesperrt wurde, sodass die Termiten, falls sie doch ausbrechen sollten, auf die Giftköder treffen und nicht in die Wohnhäuser eindringen.

Die enorme Menge an Pflanzenresten auf dem Gelände führt der Dezernent auf die jahrelange Arbeit der Firma zurück, die für die Gemeindeverwaltung die Grünflächenpflege übernimmt. „Normalerweise werden die Pflanzenabfälle direkt an Ort und Stelle gehäckselt. Wenn das nicht möglich ist, werden sie auf dem Firmengelände zwischengelagert und später behandelt. Nach und nach hat sich die Menge so aufgestaut, bis wir den heutigen Zustand erreicht haben.“ Er glaubt nicht, dass diese Ansammlung die Ursache für den Termitenausbruch ist. „Alles wurde korrekt durchgeführt, und wir wissen nicht, wie das Insekt dort hingelangt ist. Wahrscheinlich gibt es noch einen weiteren, bisher unentdeckten Herd“, argumentiert er. Sobald der Befall bekannt wurde, forderte der Dezernent eine Prüfung, ob das geltende Termiten-Protokoll eingehalten wurde. „Die gesamte Dokumentation deutet darauf hin, dass die Reste aus den bekannten Herden zur Behandlungsanlage in El Pris transportiert wurden. Sollte hierbei ein Fehler gemacht worden sein, werden wir die entsprechenden Konsequenzen fordern“, so Hernández abschließend.

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