Alarmstufe für Überflutungen und Erdrutsche aktiviert
Die kanarische Regionalregierung hat am heutigen Samstag die Alarmstufe wegen des Risikos von Sturzfluten und Erdrutschen für die westlichen Inseln (Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro) sowie für Gran Canaria aktiviert. Grund ist das Durchziehen des Sturmtiefs Therese, das den Archipel seit vergangenem Mittwoch im Griff hat. Für Fuerteventura gilt hingegen nur die Vorwarnstufe (Prealerta) bezüglich des Überflutungsrisikos.
Anhaltende Regenfälle in den Höhenlagen
Die Generaldirektion für Notfälle der Kanarenregierung teilte mit, dass auf den gebirgigen Inseln weiterhin mit bedecktem Himmel und anhaltenden, teils kräftigen Niederschlägen zu rechnen ist, besonders in mittleren und höheren Lagen der Süd- und Westhänge. Die anhaltenden Regenfälle in diesen Zonen bergen das Risiko von Sturzfluten und schnell ansteigenden Wasserständen in den Schluchten (Barrancos). Es besteht Gefahr von lokalen Überflutungen in Ortschaften, und es ist möglich, dass kleinere Siedlungen und verstreut liegende Gehöfte vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten werden. Präventive Evakuierungen sind nicht ausgeschlossen.
Dringende Sicherheitsempfehlungen für die Bevölkerung
Angesichts der Lage gibt die Regierung konkrete Verhaltenshinweise an die Bevölkerung:
- Überprüfen Sie Dachrinnen, Abflüsse und Wassertanks.
- Parken Sie Fahrzeuge nicht in ausgetrockneten Flussbettern oder Schluchten, auch wenn der Himmel momentan klar ist.
- Halten Sie Notfallausrüstung bereit: Taschenlampen/Kerzen, einen Campingkocher, Trinkwasser, notwendige Medikamente und ein batteriebetriebenes Radio.
- Sichern Sie Fenster und Türen gegen eindringendes Wasser.
- Unterlassen Sie Ausflüge, Wanderungen und Campingausflüge, bis sich die Lage normalisiert hat.
- Vermeiden Sie nicht notwendige Fahrten. Im Notfall: Fahren Sie mit äußerster Vorsicht und durchqueren Sie keine überfluteten Straßenabschnitte.
Erdrutsche und Straßensperrungen
Die großen Regenmengen der vergangenen Tage haben auf den bergigen Inseln bereits zu zahlreichen Erdrutschen geführt. Steinschlag, umstürzende Bäume und herabbrechende Äste behindern den Verkehr, insbesondere in den mittleren und höheren Lagen. Mehrere Straßen sind gesperrt, was zur Isolation einiger Ortsteile geführt hat. Aus diesem Grund wurde die Lage des PLATECA (Plan Territorial de Emergencias de Canarias) hochgestuft, um die Auswirkungen auf Infrastruktur und Wohnhäuser durch Erdrutsche intensiver überwachen zu können.
Fast 600 Zwischenfälle seit Mittwoch
Das Koordinierungszentrum für Sicherheit und Notfälle (Cecoes 112) hat seit Beginn des Sturms „Therese“ mit starken Winden, Regen und hohem Wellengang nahezu 600 Notrufe bearbeitet. Sechs Personen wurden dabei unterschiedlich schwer verletzt. In der vergangenen Nacht verursachte das Tief lokal intensive Regenfälle auf den westlichen Inseln und Gran Canaria. Die Einsatzkräfte waren mit Wasser in Wohnungen und Geschäften, umgestürzten Bäumen und herumfliegenden Gegenständen beschäftigt.
Aktuelle Warnlage
Während die westlichen Inseln und Gran Canaria am Samstag weiterhin unter der Alarmstufe für Wind, Regen und starken Seegang stehen, hat sich die Lage für Fuerteventura und Lanzarote aufgrund besserer Prognosen leicht entspannt. Dort gilt nun die Vorwarnstufe. Seit Mittwoch galten auf dem gesamten Archipel Warnungen vor Regen, Wind, gefährlichen Küstenphänomenen, Küstenüberflutungen und Schnee auf den Gipfeln von Teneriffa und La Palma.

