Grandes Playas de Corralejo gehören ohne Übertreibung zu den schönsten Stränden der Kanarischen Inseln. Ein kilometerlanger Streifen aus feinem, hellem Sand, türkisfarbenes Wasser und der Blick auf die nahe Insel Lobos ergeben eine Landschaft, die man nicht so schnell vergisst. Der Strand liegt innerhalb des Naturparks Dünen von Corralejo (Parque Natural de las Dunas de Corralejo) – dem größten Dünenfeld der Kanaren mit einer Fläche von über 26 km².
Dünen und Naturpark
Die Dünen von Corralejo sind über Jahrtausende durch die Erosion von Meeresmuscheln entstanden – daher ihre helle, fast weiße Farbe, die sich so deutlich vom typischen vulkanischen Sand der übrigen Inseln unterscheidet. Das Gebiet des Naturparks steht unter Schutz, was bedeutet, dass innerhalb seiner Grenzen keine Hotels gebaut werden dürfen (die einzige Ausnahme sind zwei ältere Hotels, die vor der Einrichtung des Parks errichtet wurden). Die Konsequenz ist einfach: Am Strand gibt es keine Liegen, Sonnenschirme, Bars oder Toiletten. Man muss Wasser, Essen und Sonnenschutz selbst mitbringen.
Ein Spaziergang durch die Dünen ist ein Erlebnis für sich. Je nach Windstärke bildet der Sand wechselnde Muster, und der Kontrast zu den dunklen Vulkanfelsen im Hintergrund ist äußerst fotogen. Wichtig: Das Befahren der Dünen mit dem Auto oder Quad ist verboten – es handelt sich um ein Naturschutzgebiet.

Die Strände – von Nord nach Süd
Grandes Playas ist eigentlich eine Abfolge mehrerer Strände, die sich über etwa 3,5 km entlang der Straße FV-1 südlich von Corralejo erstrecken. Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Charakter:
- Stadtstrände von Corralejo (direkt am Ort) – kleiner, mit Infrastruktur, bequem zu Fuß vom Zentrum erreichbar.
- Flag Beach – das Mekka der Kitesurfer und Windsurfer. Der Name stammt von den Fahnen der Surfschulen, die im Sand stecken. Die vorgelagerte Insel Lobos schirmt den Strand teilweise vor Wellen ab, doch der Wind weht hier nahezu jeden Tag beständig.
- Strände im Inneren des Parks – je weiter man nach Süden kommt, desto weniger Menschen trifft man. In der Hochsaison findet man Abschnitte, an denen weit und breit niemand zu sehen ist. An einigen wird FKK toleriert.
Kitesurfen und Wassersport
Fuerteventura trägt den Beinamen „europäisches Hawaii“ – nicht ohne Grund. Flag Beach ist einer der besten Kitesurfing-Spots in ganz Europa. Der Nord- und Nordostwind weht besonders stark von Frühling bis Herbst. Für Anfänger gibt es mehrere Schulen mit Kursen und Ausrüstungsverleih. Eine Gruppenstunde kostet ab ca. 40–60 €.
Isla de Lobos
Vom Strand aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Isla de Lobos – eine kleine Insel von 4,5 km² Fläche, die nur 2 km vor der Küste liegt. Die Fähre vom Hafen in Corralejo braucht 15 Minuten. Die Besucherzahl ist auf 200 Personen pro Tag begrenzt, daher muss die (kostenlose) Genehmigung im Voraus auf der Website des Cabildo de Fuerteventura beantragt werden. Auf Lobos erwarten einen die kristallklare Playa de la Concha und der Wanderweg zum Gipfel des Vulkans La Caldera (127 m ü. M.).
Praktische Informationen
- Anfahrt: Mit dem Auto über die FV-1 südlich von Corralejo. Entlang der Straße gibt es befestigte Parkplätze an den Strandzugängen. Der Weg vom Parkplatz zum Strand dauert 2–5 Minuten durch die Dünen.
- Öffentliche Verkehrsmittel: Vom Zentrum Corralejos erreicht man die nördlichen Strände in 15–20 Minuten zu Fuß. Zum Flag Beach am bequemsten per Taxi (2–5 EUR) oder Fahrrad.
- Infrastruktur: Im Naturpark KEINE – Wasser, Essen und Sonnenschirm mitnehmen. Nächste Geschäfte und Restaurants in Corralejo.
- Sicherheit: Meeresströmungen können stark sein, besonders bei stärkerem Wind. An den Hauptstränden sind in der Saison Rettungsschwimmer im Einsatz.
- FKK: In den weiter entfernten Teilen des Parks toleriert, insbesondere an den Stränden ohne Infrastruktur.
Strände in der Nähe
- Playa del Moro – eine kleine, geschützte Bucht direkt nördlich des Flag Beach.
- Playa del Pozo – bei FKK-Anhängern beliebt, feiner heller Sand.
- Strände in El Cotillo – etwa 30 Fahrminuten westlich, eine völlig andere Atmosphäre: Lagunen mit ruhigem Wasser.