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Historischer Drago in Los Realejos von Sturm Regina gefällt

Ein Wahrzeichen fällt: Sturm reißt historischen Drachenbaum um

Bestürzung herrscht in der Gemeinde Los Realejos im Norden Teneriffas. Am Mittwochabend, dem 4. März, gegen 20:30 Uhr, ist einer der imposantesten Drachenbäume (Drago) der Kanarischen Inseln umgestürzt. Der historische Drago de San Francisco, auch bekannt als Drago del Buenpaso oder Friedhofs-Drago, fiel den intensiven Regenfällen und starken Winden des Tiefdruckgebiets Regina zum Opfer. Der Baum war etwa 17 Meter hoch und über 200 Jahre alt.

Keine Verletzten, aber erhebliche Sachschäden

Der Bürgermeister von Los Realejos, Adolfo González, zeigte sich „sehr traurig“ über den Vorfall. Der Sturz des Riesen verursachte Schäden an sechs Fahrzeugen, die in der Umgebung des San Francisco Friedhofs geparkt waren. „Wir haben ein Symbol der Gemeinde verloren“, sagte González. „Es war ein monumentaler Baum, ein Wahrzeichen unseres Ortes. Es gab keine Personenschäden, aber der Verlust ist sehr schmerzhaft.“ Die Gemeindeverwaltung (Ayuntamiento) entsandte umgehend Einheiten der Lokalpolizei, der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie kommunales Personal und Arbeiter der für die Grünanlagen zuständigen Firma an den Unglücksort.

Sicherungsarbeiten und Ursachenforschung laufen

Derzeit wird daran gearbeitet, die Zone zu räumen und die Schäden zu bewerten. Der umgestürzte Drago riss auch die öffentliche Straßenbeleuchtung mit sich, beschädigte eine Umfassungsmauer, und mögliche Auswirkungen auf nahegelegene Wohnhäuser werden geprüft. Das Gebiet ist abgesperrt, der Zutritt verboten. Die Gemeinde bittet dringend darum, den Ort nicht aufzusuchen und die Arbeiten der Einsatzkräfte nicht zu behindern. „In den kommenden Stunden wird weiter gearbeitet, um die Sicherheit zu gewährleisten und sowohl den Ort als auch die Überreste des Baumes zu sichern“, teilte das Rathaus mit. „Alle Informationen vom Ort des tragischen Geschehens sind unerlässlich für die Untersuchung der Ursachen.“

Sturm als wahrscheinliche Ursache – Überraschung bei Experten

Als Hauptursache wird der Sturm Regina vermutet, das zwölfte Tiefdruckgebiet, das die Kanaren seit dem vergangenen Herbst heimsucht. Bürgermeister González kündigte dennoch eine Untersuchung an, um die genauen Umstände zu klären. „Wir haben diesen Drago überwacht, und es wurden keine Pathologien festgestellt, die so etwas hätten vorhersehen lassen“, erklärte er. „Es hat uns überrascht, dass dies passiert ist. Sowohl Experten der Universität La Laguna als auch die Firma für Parks und Gärten hatten ihn untersucht und keine Probleme in der Struktur festgestellt, die einen Zusammenbruch hätten erwarten lassen. Die Untersuchung wird das klären.“

Ein botanisches und kulturelles Juwel

Obwohl sein Name mit dem Friedhof San Francisco verbunden ist, stand dieser majestätische Dracaena draco in einem angrenzenden Garten. Mit über 200 Jahren und vierzehn Verzweigungen galt dieses Exemplar aufgrund seines wohlstrukturierten Wuchses als einer der schönsten der Kanaren. Früher gab es einen zugänglichen Eingang ins Innere des Stammes, der später zugemauert wurde. Einige seiner Äste zeigten Luftwurzeln. Historisch betrachtet hat der Drago de San Francisco stets Bewunderung hervorgerufen. Reisende und Schriftsteller beschrieben ihn als „enormen Leuchter, der einen Wald aus Yuccas trägt“ und assoziierten ihn sogar mit dem Drachen, der den Garten der Hesperiden bewacht.

Von „Drachenblut“ und seltenen Blüten

José de Viera y Clavijo erwähnte in seinem Diccionario de Historia Natural de las Islas Canarias bereits die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des „Drachenbluts“, des Harzes des Baumes, von der Medizin bis zur Herstellung von Farben und Lacken. Die Blüte dieser einzigartigen Bäume, die nur alle fünfzehn Jahre stattfindet, ist ein bemerkenswertes Naturschauspiel. Dieser Drago zeichnete sich sowohl durch seine ökologische Bedeutung als auch als Beispiel der endemischen kanarischen Flora aus. Sein kultureller und historischer Wert war enorm, da er über die Jahrhunderte Chronisten und Naturforscher faszinierte und Teil des kollektiven Gedächtnisses sowie des Naturerbes der Inseln war. „Wir empfinden große Trauer über diesen unerwarteten Verlust“, räumt der Bürgermeister ein, der zumindest dankbar ist, dass niemand zu Schaden kam.

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