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13.000 Unterschriften gegen Bettenblockade in Kanaren-Krankenhäusern

13.000 Stimmen fordern Lösung für Bettenblockade

Die Plattformen Asamblea7Islas und die Plataforma de Residencias Públicas y Dignas para Mayores y Discapacitados haben am Freitag dem Parlament der Kanarischen Inseln mehr als 13.000 Unterschriften überreicht. Damit fordern sie eine schnelle Lösung für die prekäre Situation von etwa 500 Patienten, die trotz ihrer medizinischen Entlassung weiterhin Betten in verschiedenen Krankenhäusern des Archipels belegen. Wie die Initiativen darlegten, verletzt dieser Zustand nicht nur die Rechte der Betroffenen selbst, sondern beeinträchtigt auch massiv die Qualität des öffentlichen Gesundheitssystems.

Enorme Kosten und menschliches Leid

„Die jährlichen Kosten für die Versorgung dieser etwa 500 Menschen belaufen sich auf bis zu 135 Millionen Euro“, erklärte Octavio Sánchez, Sprecher der Gewerkschaft. Bei den betroffenen Patienten handelt es sich typischerweise um ältere Menschen oder Personen mit schweren Pflegebedarf, die auf einen Platz in einer Pflegeeinrichtung warten oder keine familiäre Unterstützung haben, um nach Hause zurückzukehren. Für sie bleibt oft keine andere Wahl, als im Krankenhaus zu bleiben, bis eine andere Lösung gefunden wird.

Patienten festsitzen in ungeeigneten Betten

Während der am Freitag abgehaltenen Kommission für Soziales wiesen die Vertreter der Plattformen darauf hin, dass diese älteren Menschen Wochen, Monate und sogar Jahre in Krankenhausbetten festsitzen, die nicht für ihre Langzeitpflege konzipiert sind. „Es ist eine stille Realität, die erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, die Effizienz seiner Ressourcen und auf die Würde und Lebensqualität einer sehr vulnerablen Gruppe hat“, betonte Sánchez. Die Kluft zwischen dem Gesundheits- und dem Sozialsystem habe dazu geführt, dass ein halbes Tausend Menschen – die meisten in der letzten Phase ihres Lebens – in einer Art Schwebezustand gefangen seien.

Systematische Überlastung mit Folgen für alle

Obwohl sich dieses Problem seit Jahrzehnten anbahnt, hat es sich in den letzten Jahren aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung verschärft. Im Hospital del Sur auf Teneriffa sind beispielsweise 60% der Betten mit pflegebedürftigen Patienten belegt – der höchste Wert dieser Art auf den Kanaren. Diese Belegung habe, so die Aktivisten, die stationäre Versorgung lahmgelegt, die Kapazität für Krankenhausaufenthalte, Notfälle oder geplante Operationen eingeschränkt und führe zu einer Überlastung des Personals und der materiellen Ressourcen.

Kostenexplosion: 700 Euro vs. 100 Euro pro Platz

Ein weiterer kritischer Punkt sind die wirtschaftlichen Auswirkungen. „Es wird ein ineffizienter und zudem unhaltbarer Gebrauch von öffentlichen Mitteln gemacht. Die Kosten für die Belegung eines Bettes in einem Krankenhaus der Maximalversorgung liegen bei 700 Euro, während der Preis für einen Platz in einer Pflegeeinrichtung bei etwa 100 Euro liegt“, argumentierte Sánchez. Der Hauptleidtragende in diesem ganzen Streit sei jedoch der Patient. Sein Recht auf eine angemessene Versorgung werde verletzt.

Forderungen: Mehr Pflegeplätze und häusliche Versorgung

Als Lösung fordern die Initiativen den Ausbau der häuslichen Pflege und die Schaffung von mehr Pflegeplätzen, insbesondere auf den Hauptinseln, die am stärksten betroffen sind. „Die Kanaren müssen Investitionen in Pflegeheime, Tagesstätten und Einrichtungen für mittelfristigen Aufenthalt priorisieren“, forderte Pablo León, ein weiterer Sprecher. María Rosa Pulido, Sprecherin der Plataforma de Residencias Públicas, kritisierte scharf die „Nachlässigkeit“ der Institutionen gegenüber pflegebedürftigen Menschen: „Viele werden vernachlässigt.“ Ihrer Meinung nach wird der Plan der Regierung, auf Deinstitutionalisierung zu setzen – also auf häusliche Pflege statt auf Großheime – nicht funktionieren, weil „die Wohnungen nicht angepasst sind und der Telehilfe-Dienst noch nicht aktiviert ist“.

Forderung nach einem klaren Übergangsplan

Die 13.000 Unterzeichner der Petition fordern außerdem die Entwicklung eines Krankenhaus-Übergangsplans mit einem klaren Protokoll für die Verlegung und Nachbetreuung von Patienten. Genau mit der Absicht, dieser Forderung nachzukommen, kündigten das Ministerium für Soziales und die Inselregierungen (cabildos) am vergangenen Mittwoch an, im Rahmen der Pflegevereinbarungen ein Protokoll zur Regelung und Priorisierung von Krankenhausentlassungen und sozialen Notfällen zu erstellen.

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