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Kanaren fehlen 44.000 Wohnungen – Notstand dauert an

Massives Wohnungsdefizit trotz Notstand

Auf den Kanarischen Inseln fehlen schätzungsweise 44.000 Wohneinheiten, wenn man die Neugründungen von Haushalten zwischen 2020 und 2024 betrachtet. Die großen Schwierigkeiten, eine bezahlbare Unterkunft zu finden, veranlassten die aktuelle Regionalregierung kurz nach ihrem Amtsantritt, den Wohnungsnotstand zu erklären. Diese Initiative nahm im Februar 2024 mit dem Dekret 1/2024 konkrete Form an. Die Vorschrift sieht unter anderem die Möglichkeit vor, den Wohnungsbau zu beschleunigen, indem Gemeinden der Autonomen Gemeinschaft der Kanaren Grundstücke zur Verfügung stellen.

Geringe Bodenbereitstellung nach fast zwei Jahren

Fast zwei Jahre später fällt die Bereitstellung von Land auf diesem Weg jedoch äußerst bescheiden aus. Insgesamt sind nur 13.347,72 Quadratmeter in den Besitz der Autonomen Gemeinschaft übergegangen. Diese Fläche würde Platz für mehr als 75 Wohnungen bieten. Die genaue Zahl lässt sich jedoch nicht bestimmen, da in dem Bericht zur Eignung der Flächenübertragung in Puntagorda auf La Palma (6.090 Quadratmeter) die Anzahl der darauf zu errichtenden Gebäude nicht angegeben ist.

Laut Daten des Kanarischen Wohnungsbauinstituts (Icavi) steht ein weiterer Gemeinderat von La Palma, Puntallana, auf der Liste der grundstücksgebenden Kommunen. Dort sollen auf 1.971 Quadratmetern 22 Wohnungen entstehen. Die Liste komplettieren die Gemeinden Tejeda auf Gran Canaria (3.807,35 Quadratmeter für 17 Wohnungen), San Mateo, ebenfalls auf Gran Canaria (510,74 Quadratmeter für neun Häuser), und Los Realejos auf Teneriffa (968,63 Quadratmeter für 27 Wohnungen).

Nur ein Weg von vielen

Dies ist jedoch nur ein Mechanismus, um ein bürokratisches Verfahren zu beschleunigen – und bei Weitem nicht der einzige, um das von der Asociación de Consultoras Inmobiliarias (ACI) genannte Defizit von 44.000 Wohnungen zu verringern. Die Bauunternehmer sehen hier nicht die alleinige Lösung.

Projekte in den Hauptstädten

In der vergangenen Woche erläuterte die Stadträtin für kommunalen Wohnungsbau in Santa Cruz de Tenerife, Belén Mesa, die Änderungen an der mit dem Icavi unterzeichneten Vereinbarung. Das Institut wird Bauherr für 226 Wohnungen in Cuevas Blancas und 37 in María Jiménez. Die Investition beläuft sich auf 25 Millionen Euro, wovon der Inselrat (Cabildo) von Teneriffa sechs Millionen beisteuert.

Im August letzten Jahres versicherte ihr Amtskollege in der grancanarischen Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria, Mauricio Roque, dass die Gemeinde über Grundstücke verfüge, „um 2.000 öffentliche Wohnungen zu bauen“. Im selben Atemzug dämpfte er jedoch die gute Nachricht: „Es fehlt die Finanzierung.“ Unter anderem befinden sich derzeit 27 Wohnungen in der zentralen Calle León y Castillo im Bau, 241 in Tamaraceite – verteilt auf drei verschiedene Bauvorhaben – und 63 in El Secadero, in Zusammenarbeit mit dem Inselrat. Alle diese Projekte sind Teil der Vereinbarung, die die Lokalverwaltung mit der vorherigen, von der PSOE geführten Kanarenregierung unterzeichnet hat.

Politische Differenzen erschweren Kooperation

Der Stadtrat von Las Palmas de Gran Canaria zieht es vor, Grundstücke an die vom Zentralstaat angekündigte Wohnungsbaugesellschaft zu übertragen und wartet auf die Details des Mechanismus. Die Beziehung zur aktuellen Kanarenregierung ist weniger reibungslos – an der Spitze beider Institutionen stehen politische Formationen unterschiedlicher Couleur (PSOE und Coalición Canaria, CC) – und es gab bereits zwei Zusammenstöße aufgrund verweigerter Finanzierungen.

Die Hauptstadtgemeinde fordert, dass die Regionalregierung die Kosten für 115 Wohnungen in der Calle Concejal García Feo übernimmt – Roque kündigte an, dass die Gemeinde sie am Ende aus eigenen Mitteln bauen werde – sowie für 136 Wohnungen, verteilt auf zwei gleich große Bauvorhaben (je 68 Einheiten) in Tamaraceite Sur.

Aktivitäten in weiteren Gemeinden

Im August 2024 übertrug San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa dem Icavi zwei Grundstücke innerhalb des Teilbebauungsplans Geneto 5 mit einer Gesamtfläche von etwa 2.350 Quadratmetern. Ziel ist der Bau von 61 Wohnungen für Menschen über 65 Jahre.

Anfang dieses Jahres fand eine Besprechung zwischen dem Icavi, das dem Wohnungsbauministerium der Kanarenregierung untersteht, und Verantwortlichen des Stadtrats von Telde auf Gran Canaria statt. Es ging genau darum, die Übertragung von Grundstücken voranzutreiben, um den Bau von öffentlichem Wohnraum zu beschleunigen. Zudem wurde die Möglichkeit erkundet, die Bauarbeiten an weiteren 132 Wohnungen in La Jardinera (El Goro) fertigzustellen.

Besondere Herausforderungen in Tourismusgemeinden

Die stark touristisch geprägten Gemeinden stehen vor dem besonderen Problem, Wohnmöglichkeiten für die Beschäftigten der Beherbergungsbetriebe zu schaffen. San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria hat ein gültiges Abkommen mit dem öffentlichen Unternehmen Visocan, um eine unbestimmte Anzahl von Immobilien zu fördern und zu bauen. Zudem werden 20 bereits fertiggestellte Wohnungen in Castillo del Romeral erworben.

Ein weiteres Beispiel sind die 3.000 Quadratmeter – im Wert von 1,3 Millionen Euro –, die die Gemeinde Adeje auf Teneriffa einem eigenen öffentlichen Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, um insgesamt 90 erschwingliche Wohnungen zu bauen.

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