Wetterumstellung: DANA steuert auf die Kanaren zu
Ab diesem Donnerstag werden die Kanarischen Inseln die Auswirkungen einer sogenannten DANA zu spüren bekommen. Dabei handelt es sich um ein abgeschnittenes Höhentief, das für lokal intensive Regenfälle und einige Gewitter sorgen wird, wie Samuel Biener, Meteorologe bei Meteored, erläutert. Während auf dem spanischen Festland und den Balearen derzeit ungewöhnlich milde Temperaturen herrschen, blieb der kanarische Archipel von der jüngsten Serie atlantischer Tiefdruckgebiete, die an einigen Küsten Rekordregen brachte, weitgehend verschont. Die Temperaturen lagen zudem über dem Durchschnitt dieser Jahreszeit.
Wie sich das Unwetter entwickelt
Laut Biener wird sich im Laufe des heutigen Mittwochs eine Tiefdruckrinne über dem Westen der Iberischen Halbinsel einstellen, eingekeilt zwischen zwei Hochdruckrücken. Dies begünstigt, dass sich eine Welle ausdehnt und schließlich vom allgemeinen Strömungsmuster im Südwesten des Festlandes abtrennt. Die entstehende DANA wird sich dann rasch in Richtung des kanarischen Archipels verlagern. Die Wetteränderung ist bereits spürbar: Es sind vereinzelte, unregelmäßige Schauer zu erwarten, besonders in den dem Norden ausgesetzten Gebieten. Dem Referenzmodell von Meteored zufolge können sich die Schauer auf Lanzarote und Fuerteventura zum späten Abend hin intensivieren, vereinzelte Gewitter sind nicht ausgeschlossen.
Donnerstag als Höhepunkt der Unwetterlage
Der Donnerstag wird voraussichtlich der unwetterträchtigste Tag der Woche sein. Das Kernzentrum der DANA liegt dann sehr nah an den Kanaren, was die Unwetteraktivität deutlich ansteigen lässt, wie Biener betont. Der Wind frischt im Norden auf, mit Böen von mehr als 70-80 km/h in exponierten Lagen von La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria. Für diese Gebiete gelten gelbe Wetterwarnungen. Die Wellenhöhe kann im Westen und Norden von La Palma und El Hierro die Vier-Meter-Marke überschreiten. Zudem werden die Tageshöchsttemperaturen in den Gipfellagen und den Nordseiten der Inseln im Vergleich zu den Vortagen um bis zu 8°C sinken.
Verbreitet Regen, Sturm und Schnee in den Gipfeln
Am Donnerstag sind auf allen Inseln mäßige Niederschläge zu erwarten, die im Norden lokal stark und anhaltend sein können. Lediglich El Hierro bleibt etwas mehr am Rande des Geschehens. Die größte Unwetteraktivität konzentriert sich laut den Karten von Meteored zwischen Donnerstagmittag und Freitagmorgen. Besonders zum Tagesende hin können die Regen- und Gewitterschauer auf Lanzarote und Fuerteventura kräftig ausfallen. Der Nordwind weht auf allen Inseln stürmisch mit Böen über 70-80 km/h, in exponierten Lagen sogar noch stärker. Die See wird sehr rau sein.
Die genaue Position des Höhentiefs ist laut dem Experten noch nicht vollständig klar, was die Verteilung der Regenmengen beeinflussen kann. Alles deutet jedoch darauf hin, dass es auf mehreren Inseln lokal intensiv regnen wird, wobei auf den östlichen Inseln Gewitter auftreten können. Meteored schließt sogar nicht aus, dass es im Bereich des Teide und in den Gipfellagen von La Palma zu Schneefällen kommen könnte.
Schlammregen durch Saharastaub und Entwarnung am Wochenende
Am Freitag konzentrieren sich die intensivsten Niederschläge dann auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und La Palma, mit kräftigen Entladungen im Norden dieser Inseln. Ab dem Mittag tendiert die Situation zur Besserung. Das Wochenende bringt nur noch vereinzelte Schauer, vor allem auf den gebirgigeren Inseln, bevor sich ab Sonntag ein neues mögliches Höhentief ankündigt.
Die Niederschläge am Wochenende werden auf den Kanaren von viel Schlamm begleitet sein. Grund ist die Position der DANA und eines Oberflächentiefs vor Nordwestafrika, die eine erhebliche Menge Saharastaub in Richtung der Inseln lenken werden. Samuel Biener rät sogar davon ab, in dieser Zeit das Auto zu waschen. Der Schwebstaub wird sich erst im Laufe des Wochenendes wieder nach Osten zurückziehen.
Hohe Niederschlagsmengen und Warnung vor Überflutungen
Den Modellen von Meteored zufolge werden bis Sonntagnacht im Norden von La Palma, Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera Niederschlagsmengen von über 50 Litern pro Quadratmeter zusammenkommen. In lokal begrenzten Gebieten könnten sogar Werte von über 100 l/m² überschritten werden. Auf den östlicheren Inseln sind 20-40 l/m² möglich, wobei die endgültige Menge von der Entwicklung der DANA abhängt.
Abschließend warnt der Experte vor gewittrigen Phasen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist: „Man muss auf die Gefahr von plötzlichen Sturzfluten in den Barrancos (Schluchten) und auf Felsstürze achten“, schließt Biener.

