Sturmtief Therese schwächt sich langsam ab
Das Sturmtief Therese nähert sich seinem Ende, wird aber am Dienstag weiterhin für ergiebige Regenfälle in der westlichen Provinz der Kanaren und auf Gran Canaria sorgen. Das unberechenbare Tiefdruckgebiet, das sich im Laufe des Tages abschwächen wird, bringt laut dem aktuellen Prognose der Staatlichen Meteorologieagentur (Aemet) noch immer intensive Niederschläge im Süden Teneriffas und auf La Palma, vereinzelt auch Gewitter. Konkret hält die Aemet die Warnstufe Orange vor starken Regenfällen auf La Palma aufrecht – hier sind Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter möglich, die ab etwa 15:00 Uhr beginnen könnten. Auch für den Süden Teneriffas gilt die Orangene Warnung, mit erwarteten Mengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter.
Regenfälle auf den meisten Inseln, Wind lässt nach
Auf den restlichen Inseln, mit Ausnahme von Lanzarote und Fuerteventura, werden die Niederschläge weniger ergiebig sein und zwischen 15 und 20 Litern pro Quadratmeter liegen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hierfür liegt laut Aemet zwischen 50 und 70 Prozent. Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln hält zudem die Regenwarnung für La Palma, La Gomera, El Hierro, Teneriffa und Gran Canaria aufrecht. Die Schauer werden auf den gebirgigen Inseln lokal kräftig ausfallen, aber sehr verstreut sein. Am späten Nachmittag sind im Norden und Osten La Palmas sehr starke Windböen zu erwarten, die jedoch nicht ausreichen, um eigene Wetterwarnungen auszulösen.
Der Tag beginnt bewölkt, im Tagesverlauf können sich aber gelegentlich Aufhellungen zeigen. Am Nachmittag wird sich die Wolkendecke zuerst über Lanzarote und Fuerteventura auflösen – diese Inseln verabschieden sich als erste von Therese. Denn im Laufe des Nachmittags wird sich das Tiefdruckzentrum auflösen, der Wind wird schwächer und die Regenfälle seltener und schwerer lokalisierbar. Der Wind lässt generell nach, unter anderem wegen einer Drehung in seiner Richtung: Statt aus Südwest weht er nun aus Nordost.
Auswirkungen und Sicherheitsmaßnahmen auf Teneriffa
Angesichts der Prognose für den Dienstag hat die Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa beschlossen, den Inselnotfallplan (PEIN) zu aktualisieren und ihre Einschränkungen aufrechtzuerhalten. Geschlossen bleiben Wanderwege, Forstpisten, Erholungsgebiete und das Hochgebirge, einschließlich des Nationalparks Teide. Auch die einzige Zufahrtsstraße zur Punta de Teno (TF-445) ist gesperrt. Darüber hinaus wurden kulturelle und sportliche Aktivitäten im Freien abgesagt. Die Behörden raten, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden und auf Straßen sowie in Küstengebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen. „Wir bitten um größte Umsicht und die Nutzung offizieller Kanäle des Zivilschutzes“, betonte Lope Afonso, Vizepräsident des Cabildo von Teneriffa.
Die Aktualisierung erfolgte nach der Orangenen Warnung der Aemet vor Regenfällen, die bis zu 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde erreichen können, was das Risiko in verschiedenen Gebieten der Insel erhöht. Die Präsidentin des Cabildo, Rosa Dávila, erklärte, diese Maßnahme sei eine Reaktion auf die veränderte Zugbahn des Tiefs, die verstärkte Vorsichtsmaßnahmen erforderlich mache. „Wir stehen vor einer Wende in der Wettersituation, die erhebliche Auswirkungen auf die Insel haben kann. Daher haben wir den PEIN in Alarmbereitschaft versetzt, denn unsere Priorität ist und bleibt der Schutz der Menschen und die Vorbereitung auf jedes Risiko“, so Dávila.
Rückblick auf die vergangenen Niederschläge
Bereits am Montag bekamen die Kanaren eine kräftige Dusche von Therese ab, verursacht durch eine nächtliche Richtungsänderung. Die regenreichste Zone war dabei Agüimes auf Gran Canaria mit gemessenen 46,6 Litern pro Quadratmeter. Der Großteil dieser Mengen fiel jedoch in den frühen Morgenstunden zwischen Mitternacht und 5:00 Uhr. Auch in San Juan de la Rambla auf Teneriffa war die Nacht besonders niederschlagsreich; über den gesamten Tag summierten sich hier 44,4 Liter pro Quadratmeter. Eine weitere Zone, in der sich Therese bemerkbar machte, war Garachico. Laut Aemet-Daten wurden in dem kleinen Ort im Norden Teneriffas bis zu 43 Liter pro Quadratmeter gemessen – ebenfalls überwiegend nachts.
Ausblick: Therese zieht ab, Passatwind kehrt zurück
Am Mittwoch werden die Reste von Therese in der westlichen Provinz noch für Regenfälle sorgen, während sich allmählich eine für den Frühling typischere Wetterlage mit Passatwindeinfluss durchsetzt. Für den Rest der Woche positioniert sich ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Norden des spanischen Festlands und sorgt für stabilere Verhältnisse.

