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Vulkan-Übung auf Teneriffa: Bevölkerung muss aktiver werden

EU-Übung MODEX: Teneriffa besteht Test, aber es gibt Nachholbedarf

Der Inselrat von Teneriffa (Cabildo) hat gemeinsam mit den europäischen Evaluatoren des EU-Mode-Projekts an diesem Freitag die Ergebnisse und Empfehlungen der europäischen Vulkanübung MODEX vorgestellt. Die Übung hatte im vergangenen September 2025 auf der Insel stattgefunden. Das Fazit: Die Einsatzabläufe funktionierten grundsätzlich gut, doch die Bevölkerung müsse vom passiven Empfänger zum aktiven Gestalter in Krisensituationen werden.

Ein Übungseinsatz mit Weitblick

Im Rahmen einer Fachtagung zu der Übung wurde die Reaktionsfähigkeit bei einem Vulkanausbruch streng unter die Lupe genommen. Ziel war es, zu einem noch effizienteren und menschenzentrierteren Krisenmanagement zu gelangen, betont der Inselrat in einer Mitteilung. Die Analyse belege, dass die technischen und operativen Strukturen angemessen funktionierten, so die Inselverwaltung. Gleichzeitig zeige sich jedoch die dringende Notwendigkeit, bei der Notfallbewältigung stärker auf den Menschen zu setzen – die Bürgerschaft müsse eine aktive Rolle übernehmen, heißt es darin.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Mehr Mitsprache für die Bürger

Zu den zentralen Verbesserungsvorschlägen zählt die Förderung einer aktiven Bürgergesellschaft. Die Menschen sollen nicht länger nur darauf warten, Anweisungen zu erhalten, sondern selbst zum Handlungsträger in der Krise werden. Um dies zu erreichen, setzt man auf eine Intensivierung der spezifischen Ausbildung und auf die Sicherstellung von zugänglichen, klaren und effektiven Kommunikationswegen, unterstreicht die Mitteilung.

Die Analyse der Großübung hob zudem hervor, wie wichtig es ist, die Struktur des Sonderplans für den Bevölkerungsschutz und die Notfallversorgung bei Vulkanrisiken der Kanarischen Inseln (PEVOLCA) zu stärken. Dabei sollen alle beteiligten Akteure und institutionellen Rollen noch besser integriert werden.

Warnsysteme: Digital ist gut, analog ist die Absicherung

Im Bereich der Warnsysteme bestätigte die Übung die Notwendigkeit mehrerer, inklusiver und sich ergänzender Frühwarnkanäle. Unverzichtbar sei die dauerhafte Integration analoger Rücksysteme, die die Kommunikation auch dann sicherstellen, wenn die Technik versagt.

Lob aus Brüssel und starke lokale Präsenz

Der EU-Kommissar für Katastrophenschutz, Marco Panigalli, bewertete die Übung und die Rolle des Inselrates äußerst positiv. Er betonte, Teneriffa habe bewiesen, über ein solides, koordiniertes Zivilschutzsystem mit einer hohen Reaktionsfähigkeit auf komplexe Szenarien zu verfügen.

Die Präsentation der Ergebnisse fand in der Gemeinde Garachico statt – genau dort, wo auch die Übung durchgeführt worden war. Anwesend waren unter anderem die Sicherheits- und Notfallbeauftragte des Inselrates, Blanca Pérez, der Inseldirektor für Sicherheit und Notfälle, Iván Martín, der Vizekanzler für Notfälle der kanarischen Regierung, Marcos José Lorenzo, sowie der Bürgermeister von Garachico, José Heriberto González. Hinzu kamen zahlreiche Einsatzkräfte aus Sicherheit und Notfallhilfe sowie beteiligte Wissenschaftler.

Lektion gelernt: Kommunikation als Schlüssel

Iván Martín wies darauf hin, dass einer der größten Fortschritte dieser Übung die Verbesserung der Alarm- und Kommunikationssysteme sei. „Wir setzen auf vielfältige, inklusive und widerstandsfähige Werkzeuge, die selbst bei technischem Versagen funktionieren und sicherstellen, dass die Informationen die Bürger immer erreichen.“ In dieselbe Kerbe schlug der Leiter des Zivilschutzdienstes, Néstor Padrón. Er betonte, dass die MODEX-Übung der entscheidende Test für die tatsächliche Einsatzfähigkeit der Geräte und Abläufe gewesen sei.

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