Respektlos und gefährlich: Touristen erklimmen Neptun-Skulptur
Die ikonische Neptun-Skulptur vor der Küste des Strandes von Melenara in der Gemeinde Telde auf Gran Canaria ist zum Schauplatz respektlosen Verhaltens einiger Besucher geworden. Anwohner der Gegend haben öffentlich kritisiert, dass mehrere Touristen, darunter auch Minderjährige, häufig auf die Figur klettern, um Fotos zu machen. Dies geschieht vor dem Hintergrund fehlender Hinweis- oder Warnschilder. Die Szene ist bei sonnigem Wetter oder ruhiger See inzwischen keine Ausnahme mehr, sondern bereits zur Gewohnheit geworden.
Fehlende Warnschilder öffnen Tür für Missbrauch
Die von Anwohnern geteilten Bilder zeigen Personen, die auf den Sockel und den Dreizack der Skulptur klettern. Das Denkmal steht auf dem Felsen namens „El Puntón“, nur wenige Meter vom Ufer entfernt. Für die Bewohner von Melenara hat sich diese anfangs vielleicht anekdotenhaft wirkende Praxis zu einem wiederkehrenden Verhalten entwickelt, das sowohl die Unversehrtheit des Monuments als auch die Sicherheit der Kletternden gefährdet, wie Telde Actualidad berichtete.
Ein Schlüsselfaktor für diese Situation ist nach Ansicht der Anwohner das Verschwinden der Schilder, die zuvor ausdrücklich vor dem Besteigen der Skulptur warnten. Diese Hinweise waren am Steg und in nahegelegenen Strandbereichen angebracht und wiesen auf die Gefahren hin, während sie gleichzeitig zum Respekt vor dem skulpturalen Erbe aufriefen. Derzeit, ohne sichtbare abschreckende Elemente, ignorieren viele Touristen, dass das Besteigen der Kunstwerk verboten ist, und könnten sogar denken, es handele sich um eine erlaubte Aktivität. Das Fehlen der Beschilderung hat dieser unangemessenen und potenziell gefährlichen Nutzung des Denkmals Tür und Tor geöffnet.
Reales Sicherheitsrisiko und drohender Schaden am Kunstwerk
Über die ästhetische Frage oder den Respekt vor öffentlicher Kunst hinaus betonen die Anwohner das reale physische Risiko, das dieses Verhalten mit sich bringt. Die große, aus Metall gefertigte Skulptur ist den Meeresbedingungen wie Wellengang und Salzluft ausgesetzt, was sie zu einer rutschigen und gefährlichen Kletterfläche macht. „Das Problem ist nicht nur, dass sie die Figur beschädigen, sondern dass jemand ins Meer fallen oder sich am Felsen stoßen kann. Es ist eine Frage der Sicherheit, zusätzlich zum Respekt“, heißt es aus dem Umfeld der Nachbarschaft.
Darüber hinaus kann der ständige Kontakt mit dem Körper der Skulptur – verursacht durch Schuhe, Reibung und versehentliche Stöße – den Verschleiß des Werks beschleunigen. Dies würde ökonomische und kulturelle Kosten für die Gemeinschaft bedeuten.

