Terrae Cocina Rural startet in den Höhenlagen Gran Canarias
Am kommenden Sonntag, dem 15. März, gibt Terrae Gran Canaria in den Höhenlagen der Insel den Startschuss für seine vierte Auflage. Bereits zum dritten Mal in Folge findet das Event auf Gran Canaria statt. Santa Brígida, genauer gesagt der Parque Municipal de la Villa, schmückt sich, um Tausende von Grancanarios zu empfangen – ein Event, das sich bereits zur Tradition gemausert hat und seine Besucher Jahr für Jahr begeistert.
Sterne-Küche vom Festland und internationale Gäste
Die kulinarische Reise durch Spanien beginnt kräftig mit der „Cazuela“ von Xune Andrade (Monte, Asturien, mit einem Michelin-Stern), der seinen „Pote Asturiano“ (ein herzhafter Bohneneintopf) in mundgerechten Portionen nach San Feliz bringt. Ein Eintopf, nach dem man sich sogar bei Sonnenschein sehnt: mit cremigen Hülsenfrüchten, würziger Fleischeinlage und dem Gefühl von Hausmannskost, die man im Stehen genießt, Glas in der anderen Hand.
Aus Katalonien kommen zwei Köche, die die Reisfelder des Ebrodeltas in- und auswendig kennen: Vicent Guimer (L’Antic Molí, Grüner Stern) und Joan Capilla (L’Algadir del Delta, ebenfalls mit Grünem Stern). Ihr maritimes Angebot dreht sich um Fisch- und Meeresfrüchte-Reisgerichte, eine Hommage an das Mittelmeer, bei der das Getreide der perfekte Vorwand ist, um ohne Pathos über Meeresböden, Fisch und Nachhaltigkeit zu sprechen. Man darf gespannt sein, welche atlantischen Fische sie verwenden und wie sie diese interpretieren – sicherlich eine enorme Bereicherung.
Portugal gesellt sich mit Joāo Narigueta und Vítor Adāo (Poda, Montemor-o-Novo) zum Fest, die ihre „Migas Gatas“ servieren. Dabei handelt es sich um genussvolle Resteverwertungsküche: Brot, Knoblauch, dosiertes Fett und eine cremige Textur, die nach noch mehr Brot verlangt, obwohl schon welches darin ist.
Italien wird von Giuseppe Iannotti (Krìsios, zwei Michelin-Sterne) vertreten, der sich für eine Pasta mit Kichererbsen entschieden hat – ganz ohne kulinarische Feuerwerke. Ein bescheidenes, hausbackenes Gericht, bei dem eine Hülsenfruchtbrühe die Pasta umarmt und die hohe Kochkunst sich hinter scheinbarer Einfachheit verbirgt: sauberer Geschmack, tiefgründiges Aroma und viel Erinnerung an den Familientisch.
Die lokale Küche zeigt ihre Wurzeln und ihre Kreativität
Vor Ort ist die Riege der grancanarischen Köche bereit zu zeigen, dass man auch hier etwas von deftiger Hausmannskost, Fleisch und kulinarischer Identität versteht. Da ist Carmelo González (Grill La Pasadilla), der einen Eintopf mit „Carne Machorra“ (Fleisch von ausgewachsenen Tieren) aufsetzt – eine Liebeserklärung an das erwachsene Tier und an die seit jeher langsamen Garprozesse: dunkle Sauce, Kohl und dieser gelatineartige Punkt, der Brot zur Pflicht macht.
Carmelo Mójica (La Trastienda de Chago) bringt ein kanarisches Spanferkel bei Niedrigtemperatur mit Mandel-Mojo aus Tejeda mit, wo moderne Technik und Landschaft Hand in Hand gehen: knusprige Haut, saftiges Fleisch und eine Sauce, die nach den Höhenlagen und Trockengebieten schmeckt.
Saylem Cuevas und Creusa Ramos (Lemusa Catering, La Aldea de San Nicolás) servieren ihr Zicklein in einer „Manto de Papada“ (Umhüllung aus Bauchspeck) – ein Bissen für Liebhaber intensiven Geschmacks. Der Speck schützt und parfümiert das Fleisch, fügt gutes Fett hinzu und verwandelt jedes Stück in eine kleine Geschmacksbombe.
Klassiker neu interpretiert
Es gibt auch Hinweise auf jene Küche, Gerichte und Produkte, die wir alle auf den ersten Blick erkennen, aber von großen grancanarischen Talenten neu interpretiert werden. Wie Aridani Alonso (Casa Romántica, Agaete), der auf einen Klassiker setzt, der nie versagt: gebratenen Käse. Goldene Kruste, zartes Inneres und die Möglichkeit, ihn mit Mojo-Saucen oder einem Gelee zu begleiten, je nach Gusto.
Von Agaete geht es weiter in die Hauptstadt: Alejandro Mederos und Javier Alabadi (Anteo) verwandeln den kanarischen „Puchero“-Eintopf in eine knusprige Lasagne aus „Ropa Vieja“ (zerfasertem Fleisch), kanarischem Käse und gebratenen Kichererbsen. Schichten, Texturen und ein vertrauter Geschmack: außen knusprig, innen saftig und mit der gerösteten Kichererbse als freche Note.
Carlos Padilla (Dorotea) kommt mit seinem „Puerros Homenaje“, einer Tapas, die das Gemüse in den Mittelpunkt stellt. Hier ist die Lauchstange keine Beilage mehr, sondern wird zur Hauptsache, liebevoll zubereitet für alle, die genießen, wenn das Gemüse das Kommando übernimmt.
Käse, Wein und ein festliches Ambiente
Zu all dem gesellen sich die handwerklichen Käse von ASOQUEGRAN, die eine kleine Tour durch die Käsereien der Insel ermöglichen, sowie die lokalen Weine von Vinífilos, Bien de Altura, Ventura und Lava – perfekt, um jeden Bissen mit dem passenden Glas zu begleiten.
Das Treffen findet am Sonntag, dem 15. März, von 12:00 bis 16:30 Uhr im Parque Municipal Villa de Santa Brígida statt. Es werden über 6.000 Degustationen zum Preis von 3 Euro angeboten, begleitet von Live-Musik und einer Atmosphäre wie bei einem gastronomischen Volksfest. Es ist der Auftakt zu drei Tagen, in denen Gran Canaria zum Epizentrum der ländlichen Küchenbewegung wird, mit über 60 Köchen aus 14 autonomen Gemeinschaften Spaniens sowie Vertretern aus Portugal und Italien. Doch hier beginnt alles auf die einfachste Weise: Teller in der einen Hand, Glas in der anderen und Lust, zu probieren.
Nach dem überwältigenden Erfolg in Gáldar 2024 und der Konsolidierung in Agüimes 2025 wird dieses Santa Brígida 2026 mit Sicherheit alle Erwartungen übertreffen. Mein Rat: Kommen Sie früh und lassen Sie sich von den Aromen und den Gerichten treiben, die den Körper in den Höhenlagen Gran Canarias verwöhnen werden – ein großartiger Startschuss für Terrae Cocina Rural 2026.

