Neue Bürgerwehr gegen heimliche Holzfresser
Sie machen keinen Lärm, aber sie breiten sich aus. Und wenn es jemand bemerkt, haben sie bereits Strukturen, landwirtschaftliche Flächen, Holz und Dächer beschädigt. Die Bedrohung durch die Untergrund-Termiten auf Teneriffa ist nicht neu, doch ihre Hartnäckigkeit hat eine neue Bürgerantwort hervorgebracht: Betroffene Anwohner haben sich zusammengeschlossen. Bei einem Treffen am 11. Dezember in Tacoronte beschlossen etwa dreißig Personen, die Initiative zu ergreifen. So entstand die „Asociación de Afectados por Termitas Subterráneas“ (Vereinigung der von Untergrund-Termiten Betroffenen), eine Nachbarschaftsplattform, die Wachsamkeit, Koordination und Maßnahmen gegen eine Plage anstrebt, die sich hartnäckig hält und erneut Gebiete wie La Caridad in Bedrängnis bringt, wo im November ein neuer aktiver Herd entdeckt wurde.
Eine der zerstörerischsten Arten der Welt
Die Art Reticulitermes flavipes, die auf Teneriffa eingeschleppt wurde, gilt aufgrund ihrer Fähigkeit, Holz von innen heraus zu zerstören, als eine der zerstörerischsten der Welt. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2017 in Tacoronte hat sie zur Erstellung von Ausrottungsplänen gezwungen, die bereits fast 800.000 Quadratmeter in fünf Gemeinden umfassen: La Laguna, Tacoronte, Adeje, Arona und Santiago del Teide. Der neue Herd in La Caridad betrifft eine potenzielle Fläche von 200.000 Quadratmetern und könnte nach Schätzungen der Techniker bereits seit mindestens vier Jahren aktiv sein.
Alarm im November: Pläne müssen neu justiert werden
Juan Pestano, Gruppenleiter bei Tragsatec, dem mit der Behandlung beauftragten Unternehmen, erklärt: „Das Projekt befand sich in einer stabilen Phase, mit rückläufigen behandelten Flächen, bis im November der Alarm ausgelöst wurde.“ Seither musste der technische Plan neu ausgerichtet werden, um den neuen Ausbruch so schnell wie möglich einzudämmen. Die Anwohner haben bereits die Dokumente zur formellen Gründung des Vereins bei der Consejería de Presidencia der Kanarischen Regierung eingereicht und hoffen auf Eintragung ins offizielle Register. Obwohl der bürokratische Prozess noch nicht abgeschlossen ist, arbeitet die Gruppe bereits de facto.
„Wir sind absolut verängstigt“
„Wir sind absolut verängstigt“, gaben die Betroffenen während des Treffens zu. Neben Information und Wachsamkeit will der Verein als Ansprechpartner für die Behörden fungieren und Fehler vermeiden, wie etwa die Lagerung von Holz- und Schnittresten in der Nähe des Herdes, was die Situation verschlimmern könnte. Sie haben auch ein Treffen mit Blanca Pérez, der für den Bereich Umwelt zuständigen Vertreterin der Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa, beantragt. Sie fordern eine schnellere Umsetzung von Projekten zur Verarbeitung von durch Waldbrände geschädigtem Holz, einem weiteren möglichen Verbreitungsweg.
0,3 % der Inselfläche potenziell betroffen
Obwohl der Prozentsatz gering erscheint, ist die räumliche Ausdehnung der Plage bedeutend: Schätzungen zufolge könnte die Termite bis zu sechs Millionen Quadratmeter auf Teneriffa betreffen – das sind 0,3 % der gesamten Inselfläche. Insgesamt wurden über 21.500 Ausrottungsstationen installiert, um ihre Ausbreitung zu kontrollieren, wobei Tacoronte die Gemeinde mit den meisten Geräten ist (über 10.000). In Santiago del Teide gibt es dagegen nur etwa 425. Die Behandlungen umfassen Perimeterabsicherungen, Köder und Fallen, die so konzipiert sind, dass die Termiten das Gift ins Innere ihres Nests tragen. Die durchschnittliche Zeit zur Kontrolle jedes Gebiets liegt zwischen sechs und neun Monaten, obwohl einige Zonen seit Jahren unter konstanter Überwachung stehen.
Mithilfe der Bürger ist entscheidend
Von Tragsatec wird betont, dass die Mitarbeit der Bürger entscheidend ist. „Es ist wichtig, dass die Anwohner wachsam sind und sich über die dafür eingerichteten Kanäle mit uns in Verbindung setzen“, so Pestano. Zu den Empfehlungen gehören: Gärten, Abstellräume und feuchte Bereiche überprüfen, jedes verdächtige Vorkommen melden, Ansammlungen von Pflanzenresten auf Grundstücken oder Bauland vermeiden und Zugang zu Wohnungen für vorbeugende Inspektionen gewähren.
Ein langfristiger Kampf
Der Termiten-Ausrottungsdienst wurde 2020, mitten in der Pandemie, als „systemrelevant“ eingestuft. Seine Dauer wird auf weitere fünf bis zehn Jahre geschätzt. Obwohl einige Gebiete seit längerem als sauber gelten, ist das Ziel nicht nur die Beseitigung sichtbarer Herde, sondern auch die Vorbeugung von Neuausbrüchen und die langfristige Stabilisierung. Die Gründung dieser neuen Nachbarschaftsinitiative markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen eine der stillsten, aber hartnäckigsten Plagen der Kanaren. Es geht nicht nur um die Ausrottung von Insekten, sondern um den Schutz des städtischen und ländlichen Erbes und den Aufbau eines gegenseitigen Unterstützungsnetzwerks gegen eine Bedrohung, die weder Grenzen noch Materialien kennt.

