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Teneriffas Südbahn rückt näher: Bahnprojekt nimmt wichtige Hürde

Wichtiger Schritt für Teneriffas Südbahn

Der Inselrat (Cabildo) von Teneriffa ebnet den Weg für die Beschleunigung des Südbahn-Projekts, der teuersten und wichtigsten Infrastrukturmaßnahme, die die Insel für eine verbesserte Mobilität mittel- und langfristig plant. Eine Vereinbarung der Inselregierung mit dem spanischen Flughafenbetreiber Aena beseitigt eines der letzten großen bürokratischen Hindernisse für die südliche Eisenbahnlinie.

Bahnstation im neuen Flughafendesign verankert

Aena hat sich verpflichtet, den Plan für den kompletten Umbau des Flughafens Teneriffa Süd – sowohl des Terminals als auch der Außenbereiche – zu ändern, um eine Station der Südbahn einzubauen. Die Präsidentin des Inselrats, Rosa Dávila, erklärte am Mittwoch, den 8. April, dass die mit Aena erzielte Vereinbarung nicht nur den Halt der Bahn im neuen Flughafen ermöglicht, sondern auch die Verfahren für die endgültige Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung beschleunigt. Diese Prüfung ist eine der letzten verbleibenden Hürden, um die Finanzierung zu sichern und mit dem Bau der neuen öffentlichen Verkehrslinie beginnen zu können. Die Südbahn ist eine Schlüsselinfrastruktur, um die Staus auf der Südautobahn (TF-1) zu beenden.

Konkrete Zeitpläne und nächste Schritte

Dávila erläuterte in der Pressekonferenz des Regierungsrats, dass der Inselrat „in Kürze“ das Abkommen mit Aena unterzeichnen wird, und zwar bereits mit dem angepassten Flughafen-Umbauplan. Diese Änderung wird dann in die Umweltverträglichkeitsprüfung eingebracht, um eine endgültige Genehmigung zu erhalten, die den Start der Bauarbeiten ermöglicht. Die Inselregierung hat einen großen Vorteil: Die meisten Planungsunterlagen für die erste Phase der Bahn liegen bereits vor.

Erste Phase von Adeje nach San Isidro

Die erste Eisenbahnlinie Teneriffas wird im Abschnitt von Adeje nach San Isidro (Gemeinde Granadilla de Abona) gebaut. Eulalia García, die zuständige Mobilitätsrätin, präzisiert, dass die Südbahn erst nach Abschluss dieser ersten Phase bis nach Santa Cruz de Tenerife erweitert wird. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,5 Milliarden Euro. Nach Fertigstellung aller Bauabschnitte wird die Strecke eine Reise von der Inselhauptstadt in den Süden nach Adeje in nur 39 Minuten ermöglichen.

Finanzierung und historischer Hintergrund

Präsidentin Dávila kündigte einen weiteren Fortschritt im komplexen bürokratischen Prozess für die Bahnlinie Adeje-Santa Cruz an: Der Inselrat ist – ähnlich wie die Regierung der Kanaren und der Inselrat von Gran Canaria für ihre Bahnprojekte – in das Aktienpaket der Ineco eingestiegen, einem öffentlichen Unternehmen des spanischen Verkehrsministeriums, um die Südbahn voranzutreiben. Ziel ist es, technische Unterstützung von Ineco zu erhalten.

Der Einstieg in diese Gesellschaft, das erwähnte Abkommen mit Aena – das nur noch die Unterschrift benötigt – und die endgültige Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung, die laut Dávila „bereits aktualisiert ist“, stellen einen fundamentalen Fortschritt für ein Projekt dar, das sich zur drittmeistgenutzten S-Bahn in Spanien entwickeln könnte.

Im September 2024 hatte der Inselrat die Aktualisierung der Umweltverträglichkeitsstudie für die Südbahn vergeben, da die vorherige abgelaufen war. Die Erstellung kostete 89.500 Euro. Seit dem letzten großen Verwaltungsschritt für die erste Eisenbahn der Insel sind sieben Monate vergangen: Am 4. September 2025 unterzeichnete die spanische Zentralregierung das erste Protokoll, das die Kofinanzierung der Südbahn durch den Staatshaushalt garantiert. Zu dieser staatlichen Investition werden Mittel der Kanarischen Regierung und des Inselrats von Teneriffa hinzukommen; aufgrund der hohen Projektkosten werden auch EU-Fonds gesucht.

Aktueller Zeitplan und Priorität Südbahn

Mehr als 28 Jahre nach den ersten Überlegungen zu dieser Alternative zum Inselverkehr und nach den neuen Schritten des Inselrats sieht der Zeitplan nun wie folgt aus: Nach Unterzeichnung des Aena-Abkommens und Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 rechnet der Inselrat damit, dass die Bauarbeiten zwischen Ende 2027 und Anfang 2028 ausgeschrieben werden können.

Die Inselregierung hat dem Südbahn-Projekt Priorität vor einer Nordbahn eingeräumt. Entscheidend waren demografische und geografische Kriterien bei der Bewertung von Schwierigkeitsgrad und Dringlichkeit: Der Süden ist der bei weitem am stärksten wachsende Teil der Insel und empfängt die meisten Touristen. Zudem ist der Trassenverlauf einfacher zu bauen, da weniger Enteignungen nötig sind, das Gelände flacher ist und es weniger verstreute Siedlungen gibt.

Eine Idee mit über 100-jähriger Geschichte

Tatsächlich reicht die erste offizielle Forderung nach einer Eisenbahn auf Teneriffa viel weiter zurück. Sie datiert vom 15. September 1909 und ist vom damaligen Zivilgouverneur unterzeichnet, einem Amt, das dem heutigen Regierungsdelegierten der Zentralregierung auf den Inseln entspricht. In dem Dokument spricht Joaquín Santos von der öffentlichen Nützlichkeit eines Projekts für eine Eisenbahnlinie von der Hauptstadt Santa Cruz nach Garachico, die die nördlichen Gemeinden durchqueren sollte.

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