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Teneriffa bekämpft Spielsucht: 20 Strafen und ein Alarmsignal

Polizeikontrollen: 20 Strafen für Spielhallen auf Teneriffa

Die kanarische Polizei hat in mehreren Gemeinden Teneriffas zwanzig Verwarnungen und Strafverfahren gegen Spielhallen verhängt. Diese verschärften Kontrollen der Aufsichts- und Inspektionsbehörde fallen in eine Zeit, in der die schlimmsten Zahlen zur Spielsucht bekannt werden. Ein Bericht des spanischen Gesundheitsministeriums kommt zu dem Schluss, dass im Schnitt einer von zehn Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren – sowohl landesweit als auch speziell auf den Kanaren und auf Teneriffa – spielsüchtig ist.

Die Beamten inspizierten dreizehn Betriebe, was zu den rund zwanzig Strafanträgen führte. Die Aktion ist Teil eines speziellen Plans, der sich auf Spielautomaten vom Typ B konzentriert – also die Geldspielautomaten, die häufig in Bars und Cafés stehen und Spielzeit sowie die Chance auf Geld- oder Sachgewinne bieten.

Häufige Verstöße: falsche Aufstellung und fehlende Papiere

Die Hauptverstöße betrafen die falsche Platzierung der Automaten innerhalb der Lokale, das Unterlassen der erforderlichen behördlichen Meldungen (wie die vorgeschriebene Vorabanzeige) und das Fehlen eines Beschwerdebuchs für Glücksspielangelegenheiten. Während der Inspektionen wurde zudem ein Spielautomat versiegelt, nachdem Anzeichen einer Manipulation seiner vorgeschriebenen Identifikationselemente festgestellt wurden.

Ziel der Maßnahme war es, die Einhaltung der regionalen Glücksspielvorschriften zu überprüfen. Dabei wurde auf korrekte Anbringung der Pflichtschilder, ordnungsgemäß ausgestellte Genehmigungen der Betreiber und die richtige Aufstellung der Geräte an zugelassenen Orten geachtet. Ebenso wurde auf mögliche illegale Aktivitäten wie die Manipulation interner Mechanismen kontrolliert, die den legitimen Betrieb und die Gewinnkontrolle hätten beeinflussen können.

Alarmierende Studie: Jeder zehnte Jugendliche auf den Kanaren betroffen

Diese Maßnahmen gewinnen vor dem Hintergrund eines wachsenden Problems besondere Bedeutung: dem Schutz Minderjähriger. Sie gelten als besonders gefährdete Gruppe angesichts der ständigen Verfügbarkeit dieser Geräte und der möglichen negativen Folgen wie Sucht. Die Zunahme von Wetten und Glücksspiel treibt die Spielsucht unter Jugendlichen in die Höhe – eine wachsende Sorge, nachdem auf Teneriffa neue Spielhallen eröffnet wurden und der Zugang zu Online-Plattformen extrem leicht ist.

Der jüngst vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass einer von zehn Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren Anzeichen einer Glücksspielsucht aufweist. Auf die Kanaren umgerechnet bedeutet das, dass fast 10.000 Teenager von der Welt der Wetten abhängig sind. Unter diesen Sekundarschülern wurde nicht nur ein leichter Anstieg des Spielverhaltens festgestellt, sie investieren auch mehr Zeit und mehr Geld – zwei Faktoren, die das Risiko einer Spielsucht in die Höhe treiben.

Expertenmeinung: Verbot allein ist keine Lösung

Juan Capafons, Suchtexperte und Professor für Klinische Psychologie an der Universität La Laguna (ULL), kommentiert die Lage. Er verweist auf eine ähnliche Studie auf den Kanaren („Desenredate“) mit vergleichbaren Ergebnissen: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass 10 % der Minderjährigen online wetten, trotz des strengen Verbots.“ Als Spezialist betont er: „Das Wichtigste bei Kindern und Jugendlichen ist, dass sie einen gesunden Umgang mit den neuen Technologien lernen.“

Er argumentiert, dass Verbote oft ein Zeichen dafür seien, dass es nicht gelinge, eine angemessene Aufklärungsarbeit zu leisten. „Eltern, Erziehungsberechtigte und die Gesellschaft im Allgemeinen haben die Pflicht, die psychische Gesundheit unserer Minderjährigen zu schützen“, so der Professor. Er verweist zwar auf das Verbot in Australien, hält es aber für „verfrüht, Schlussfolgerungen über Nutzen oder Schaden dieser Maßnahme zu ziehen“.

Capafons unterstreicht die Verantwortung der Erwachsenen: „Wegschauen oder den Kopf in den Sand stecken, führt nur dazu, dass die Probleme mit den neuen Technologien bei Kindern und Jugendlichen zunehmen und sich sogar verfestigen.“ Die Aufgabe der Spezialisten sei es, den Eltern die besten Werkzeuge für den Umgang mit dieser neuen sozialen Realität an die Hand zu geben.

Jungen deutlich stärker betroffen als Mädchen

Die nationalen Daten sind eindeutig: In Spanien hat einer von vier Jungen (24,4 %) zwischen 14 und 18 Jahren im letzten Jahr an Glücksspielen teilgenommen, sei es vor Ort (20,9 %) oder online (13 %). Als Glücksspiel gilt in der Erhebung, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: die Person setzt Geld ein, das Ergebnis ist ungewiss (Zufall) und die Preise haben einen wirtschaftlichen Wert.

Die Haupterkenntnis: Jungen spielen in beiden Modalitäten viel mehr als Mädchen und geben auch größere Geldsummen aus. Von den Jugendlichen, die online spielen, tun dies 11,4 % täglich; 19 % an zwei bis fünf Tagen pro Woche; 25,7 % an einigen Tagen im Monat und 43,3 % ein paar Mal im Jahr. Beim Spiel vor Ort spielen dagegen nur 2,1 % täglich, 11,2 % wöchentlich und die restlichen 86 % monatlich oder jährlich.

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