Die Erde bebt seit über 36 Stunden
Das Innere Teneriffas zittert seit mehr als eineinhalb Tagen. Seit 23:00 Uhr am vergangenen Mittwoch hat die Zone westlich von Las Cañadas del Teide mehr als 2.500 hybride Erdbeben registriert – eine Mischung aus lokalisierbaren Beben und sich wiederholenden seismischen Pulsen.
Damit handelt es sich um den längsten Erdbebenschwarm, der auf der Insel in den letzten zehn Jahren aufgezeichnet wurde. Obwohl dieses Ereignis ungewöhnlich erscheint, betonen Wissenschaftler, dass es in den Rahmen des Erwartbaren auf einer vulkanisch aktiven Insel fällt und derzeit keine Änderung des Trends der letzten Tage darstellt. Es ist somit auch kein Vorbote für einen bevorstehenden Vulkanausbruch auf mittlere oder kurze Sicht (in Tagen oder Monaten).
Mikrobeben, die kaum spürbar sind
Der Schwarm begann am Mittwoch, dem 18. Februar, um 23:00 Uhr und dauert zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch an. Die seismischen Signale sind jedoch so schwach, dass sie für die Bevölkerung kaum wahrnehmbar sind. Erst das dichte Messnetz der Insel – über 100 Stationen, die besonders rund um den Teide verteilt sind – ermöglichte es den Forschern, diese Mikroereignisse zu detektieren. Die gemeinsame Analyse der Serie bestätigt, dass der Herd weiterhin in der westlichen Zone von Las Cañadas del Teide in einer Tiefe zwischen sieben und acht Kilometern unter dem Meeresspiegel liegt.
Ein bekanntes Gebiet für seismische Aktivität
Dies ist ein Gebiet, in dem bereits zuvor ähnliche Erdbebenschwärme aufgetreten sind: im Oktober 2016, Juni 2019, Juni und Juli 2022, November 2023, August 2024 sowie am 12. Februar und am 16. und 17. Februar 2026. Laut dem Instituto Geográfico Nacional (IGN, Nationales Geographisches Institut) gibt es keine Wanderung der seismischen Aktivität; alle Beben konzentrieren sich auf die genannte Tiefe und Region. Es handelt sich somit um den achten registrierten Schwarm auf der Insel und den dritten innerhalb einer einzigen Woche. Den jüngsten Schwärmen ging zudem ein anomales seismisches Signal in Form sehr schwacher Pulse voraus, was Forscher als möglichen Zusammenhang sehen.
Kein erhöhtes Ausbruchsrisiko, aber verstärkte Überwachung
Diese Art von hybriden Erdbebenschwärmen erhöht nicht die Gefahr eines Vulkanausbruchs auf Teneriffa kurzfristig. Das IGN betonte jedoch bereits gestern, dass diese Aktivität eine intensivere Überwachung erfordert. Daher wird die seismische und Überwachungsnetzwerk auf der Insel verstärkt, um die Vorgänge im Untergrund des Teide besser zu verstehen.
Die wahrscheinlichste Ursache: Aufsteigende Gase
Die führende Hypothese, die von Forschern des Instituto Volcanológico de Canarias (Vulkanologisches Institut der Kanaren) vertreten wird, besagt, dass das unter der Insel angesammelte Magma – etwas, das allen vulkanisch aktiven Inseln gemein ist – bestimmte Gase an die Oberfläche abgibt, die sich im hydrothermalen System ansammeln. Der dadurch steigende Druck könnte demnach sowohl für die seit 2016 registrierten Erdbeben verantwortlich sein als auch für die gemessene Bodenverformung (bereits zwei Zentimeter) und den erhöhten Ausstoß von Kohlendioxid – zwei Indikatoren, die seit 2023 beobachtet werden.
Ein neues Phänomen dank moderner Technik
Der Direktor des IGN wies am Donnerstag darauf hin, dass es vor 2016 keine Aufzeichnungen dieser Art gibt. „Wir wissen nicht, ob diese Aktivität auf der Insel vor 20, 30 oder 50 Jahren stattfand, weil wir damals keine Instrumente hatten“, erinnerte Domínguez. Auch auf Teneriffa war Ähnliches zwar schon früher festgestellt worden, aber nie so kontinuierlich und über einen so langen Zeitraum hinweg. Die moderne Technologie macht es heute möglich, die lebendige Geologie der Insel in nie dagewesenem Detail zu beobachten.

