tacoronte lehnt entsalzungsanlage mesa del mar ab

Tacoronte lehnt Entsalzungsanlage ab und setzt auf Grundwasser

Tacoronte unterstützt Bürgerprotest gegen Entsalzungsanlage

Die Gemeinde Tacoronte hat im andauernden Streit um das zukünftige Wassermanagement der Kommune ein klares Zeichen gesetzt. Sie unterstützt die Forderungen von Anwohnern und Bürgerinitiativen, die den Bau einer Entsalzungsanlage im Küstenort Mesa del Mar ablehnen. In einer außerordentlichen Sitzung hat das Plenum des Stadtrats mit Dringlichkeit einen Antrag verabschiedet, der eine kommunale Wasserpolitik auf Basis der Eigenversorgung durch nachhaltige Nutzung von Grundwasser aus Aquiferen und Brunnen befürwortet.

Breite politische Unterstützung für nachhaltige Alternativen

Der Vorschlag fand breite Zustimmung. Die Regierungsfraktionen (PSOE-CC-PP) sowie die Oppositionsparteien (NC, Somos Tacoronte, Sí Se puede und Ciudadanos) stimmten dafür. Lediglich Vox enthielt sich der Stimme. Diese Enthaltung verhinderte, dass der Beschluss die Form einer offiziellen institutionellen Erklärung annehmen konnte. Grundlage der Entscheidung war ein Dokument der „Plataforma Cívica“, das von Bürgern und Vereinen der Gemeinde unterstützt wird. Es thematisiert die kritische Wassersituation auf den Kanarischen Inseln als Folge des Klimawandels und schwindender Wasserreserven.

Bürger fordern nachhaltigere Lösungen

Vor diesem Hintergrund lehnen die Bewohner von Mesa del Mar die geplante Entsalzungsanlage ab. Sie betrachten diese Infrastruktur als zu eingriffig für Landschaft und Umwelt. Stattdessen fordern sie, nachhaltigere Alternativen zu priorisieren, wie die Nutzung der kommunalen Aquifere und Brunnen. Der Stadtrat hat sich daraufhin zu mehreren konkreten Maßnahmen verpflichtet.

Umfassende Studie soll Grundwasser-Potenzial klären

Zunächst soll das tatsächliche Potenzial des Tacoronte-Aquifers sowohl in Quantität als auch Qualität mit strengen technischen und wissenschaftlichen Methoden analysiert werden, bevor strukturelle Entscheidungen getroffen werden. Dazu wird die Erstellung eines umfassenden technischen Gutachtens gefordert, das auf Bohrungen, Pumpversuchen und hydrogeologischen Analysen basiert. Ziel ist es, die tatsächliche Kapazität der Grundwasserneubildung, die Verfügbarkeit und die Qualität des Aquifers zu ermitteln.

Autarkie als strategisches Ziel

Ein strategisches Ziel der Gemeinde ist es, den kommunalen Trinkwasserbedarf durch Eigenversorgung zu decken. Dazu sollen die vorhandenen Brunnen, Wasserstollen (Galerías) und Speicherbecken genutzt werden. Gleichzeitig lehnt der Beschluss die Einleitung von Abwässern ins Meer oder den Einsatz von Filterbrunnen an der Küste ab.

Kooperation und Bürgerbeteiligung geplant

Weiterhin wird die aktive Zusammenarbeit mit dem Inselrat von Teneriffa (Cabildo) und dem Inselwasserrat (Consejo Insular de Aguas) eingefordert. Zusätzlich beschloss der Stadtrat die Einrichtung eines speziellen Gremiums für Bürgerbeteiligung in Fragen des Wassermanagements, um die Bevölkerung direkt in die Entscheidungsprozesse einzubinden.

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