Sturm Therese hinterlässt Spur der Verwüstung
Das Tiefdruckgebiet Therese, das als Hochrisiko-Wetterlage eingestuft ist, richtet weiterhin schwere Schäden auf den Kanarischen Inseln an. Auf Gran Canaria sind in den letzten Stunden mehr als 200 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten worden. Grund dafür ist der plötzliche und heftige Überlauf der Mündung des Barranco de Arguineguín im Süden der Insel, wie der regionale Sender RTVC berichtet.
Dramatische Rettungsaktion im reißenden Bach
Der „Schrecken des Tages“ war die Rettung einer Frau durch die Feuerwehr. Sie wurde vom schnell ansteigenden Wasserstand im Bach überrascht und rief um Hilfe, während sie sich an einen Baum klammerte, um nicht von der reißenden Strömung fortgerissen zu werden. Die Frau konnte schließlich evakuiert werden, zeigte jedoch Anzeichen von Unterkühlung. In einer Pressekonferenz der Generaldirektion für Notfälle der Kanarischen Regierung am heutigen Samstag um 12:00 Uhr erklärte die Leiterin des Zivilschutzes, Montserrat Román, dass die Person in der Nähe des Fußballfeldes am Barranco de Arguineguín in Not geraten war. „Das war der Schrecken von heute, verursacht durch den plötzlich ansteigenden Wasserstand, der eine Person zurückließ, die nicht mehr entkommen konnte“, so Román. Einsatzkräfte des Feuerwehrkonsortiums wurden zum Ort des Geschehens entsandt; der Einsatz von Luftfahrzeugen war zwar in Erwägung gezogen, aber letztlich nicht notwendig geworden.
Warnstufen und präventive Maßnahmen
Für Gran Canaria hat die Staatliche Wetteragentur (Aemet) weiterhin eine Orangewarnung wegen starken Regens und Windes sowie eine Gelbe Warnung wegen hohen Wellengangs herausgegeben. Die Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria hatte bereits am Mittwoch den Inselnotfallplan aktiviert. Für heute, Freitag, ist der Präsenzunterricht an allen öffentlichen Bildungseinrichtungen der Inseln ausgesetzt. Sowohl das Cabildo als auch die Gemeindeverwaltung von San Bartolomé de Tirajana haben präventive Evakuierungen in den verstreuten Siedlungen in der Nähe des Bachbetts angeordnet.
Hunderte Notrufe gehen ein
Der Notruf 1-1-2 verzeichnete auf den Kanarischen Inseln an diesem Freitag laut Angaben von Montserrat Román in ihrer Pressekonferenz etwa 400 wetterbedingte Vorfälle im Zusammenhang mit dem Sturm Therese. Davon wurden rund 200 in der Provinz Santa Cruz de Tenerife und die restlichen in der Provinz Las Palmas registriert.

