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Studie: Santa Cruz ist die unhöflichste Stadt Spaniens

Ein überraschendes Ranking für die Kanaren

Die meisten Spanier schätzen die Bewohner der Kanarischen Inseln als freundlich, aufrichtig, herzlich und einzigartig ein. Eine Studie der Online-Sprachlernplattform Preply zeichnet nun jedoch ein anderes Bild. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter Nutzern der Plattform wurde nach der höflichsten und der unhöflichsten Stadt Spaniens gefragt – und das Ergebnis ist, gelinde gesagt, überraschend.

Santa Cruz de Tenerife führt Negativ-Ranking an

Das Ranking von Preply offenbart, dass die Einwohner von Santa Cruz besonders häufig als unhöflich empfundene Verhaltensweisen an den Tag legen, wie etwa lautes Telefonieren in der Öffentlichkeit oder das Nicht-Vorlassen anderer Autos im Verkehr. Die Hauptstadt Teneriffas führt die Liste der unhöflichsten Städte Spaniens an. Die Untersuchung, für die mehr als 1.500 Einwohner aus 19 großen städtischen Gebieten des Landes befragt wurden, misst den Höflichkeitsgrad anhand von zwölf alltäglichen Verhaltensweisen. Santa Cruz landet mit einer Gesamtpunktzahl von 6,06 von 10 Punkten vor Granada (5,95) und Alicante-Elche (5,8) und liegt damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 5,53.

Dauertelefonate und wenig Trinkgeld

Laut der Analyse von Preply stechen die „Santacruceros“ besonders durch ständiges Telefonieren in der Öffentlichkeit, das Nicht-Reduzieren der Geschwindigkeit in Fußgängerzonen und Lärm in öffentlichen Räumen hervor. Zudem gehört die Stadt zu den Orten, in denen am wenigsten Trinkgeld gegeben wird – eine Gewohnheit, die ebenfalls in die Gesamtbewertung einfloss. Die Untersuchung, die zwischen dem 2. und 7. November 2022 durchgeführt wurde, zeigt, dass die Wahrnehmung von Unhöflichkeit mit alltäglichen Gesten zusammenhängt, die das städtische Zusammenleben beeinträchtigen.

„Ständig am Telefon zu sein, andere Autos im Verkehr nicht vorbeizulassen oder öffentlich Videos zu schauen, sind Verhaltensweisen, die die Bürger als die störendsten empfinden“, so Preply. Das Unternehmen wollte mit der Studie kulturelle und soziale Unterschiede zwischen den großen Städten des Landes analysieren.

Die Gegenseite: Vigo ist die höflichste Stadt

Auf der anderen Seite des Rankings steht Vigo, das mit 5,17 Punkten als höflichste Stadt Spaniens gilt, gefolgt von A Coruña-Oleiros-Arteixo (5,18 Punkte) und Valencia (5,28 Punkte). Valladolid sticht als großzügigste Stadt hervor, da ihre Einwohner am ehesten Trinkgeld geben, während Santa Cruz de Tenerife erneut unter den geizigsten Städten auftaucht.

Das detaillierte Punktesystem für Santa Cruz

So schnitt Santa Cruz de Tenerife in den einzelnen Kategorien ab (je höher die Punktzahl, desto negativer das Verhalten):

  • Vertieft in das Handy in der Öffentlichkeit: 6,74
  • Leute im Verkehr nicht zusammenkommen lassen: 5,30
  • Nicht langsamer werden in der Nähe von Fußgängern: 6,22
  • Laut sein in der Öffentlichkeit: 6,87
  • Unbekannte Personen nicht grüßen: 6,30
  • Videos in der Öffentlichkeit schauen: 6,74
  • Lautsprechergespräche in der Öffentlichkeit: 5,48
  • Verschlossene Körpersprache: 5,78
  • Persönlichen Raum nicht respektieren: 5,70
  • Unhöflich zu Servicekräften sein: 5,30
  • Kein Trinkgeld geben: 6,52
  • Sich vordrängeln: 5,78
  • Gesamtpunktzahl: 6,06

Lokale vs. Besucher: Wer ist unhöflicher?

Die Studie zeigt auch, dass 26 % der Befragten die lokalen Einwohner für unhöflicher halten als Besucher oder Touristen. Dies gilt besonders für Santa Cruz, Cádiz, Vigo, Zaragoza und Bilbao. Im Gegensatz dazu glauben die Bürger in Orten wie Las Palmas de Gran Canaria, Granada oder Palma de Mallorca, dass die Besucher die schlechteren Manieren an den Tag legen.

Sprache lernen heißt auch Kultur verstehen

Jenseits des konkreten Rankings wirft der Preply-Bericht eine Debatte über soziale Gepflogenheiten und Bürgersinn in spanischen Großstädten auf. Die auf Sprachunterricht spezialisierte Plattform betont, dass „das Lernen einer Sprache auch das Verständnis für die Kultur und die Höflichkeitsnormen des Ortes, an dem sie gesprochen wird, beinhaltet“. Höflichkeit und Respekt seien genauso Teil des kulturellen Lernens wie Vokabeln oder Grammatik.

Die erhobenen Daten „sollen nicht anklagen oder beschuldigen, sondern verstehen, wie die Bürger ihr soziales Umfeld wahrnehmen und welche Einstellungen verbessert werden können, um ein respektvolleres Zusammenleben zu fördern“, so die Verantwortlichen der Studie. Zum Glück für alle sind die „Santacruceros“ jenseits solcher Studien nach wie vor als herzliche und gute Menschen bekannt.

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