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Rekord-Beschlagnahmung: Über 7 Tonnen Kokain vor Kanaren

Rekord-Beschlagnahmung vor den Kanaren

Ein gemeinsamer Einsatz der spanischen Nationalpolizei, der Marine und der Seenotrettung hat im Atlantik zu einer spektakulären Drogenbeschlagnahmung geführt. Westlich der Kanarischen Inseln wurde ein Frachter abgefangen, der mehr als 7.000 Kilogramm Kokain an Bord hatte. Experten zufolge handelt es sich bereits jetzt um eine der größten Drogenbeschlagnahmungen, die jemals in Gewässern nahe der Kanaren registriert wurde.

Großangelegter Einsatz im Atlantik

Der Einsatz fand etwa 290 Seemeilen (rund 540 Kilometer) westlich des Kanarischen Archipels statt. Beteiligt waren Spezialkräfte der Eliteeinheit GEO (Grupo Especial de Operaciones) und der Zentralen Drogenfahndung (Udyco Central). Sie wurden von Einheiten der spanischen Marine unterstützt, darunter das Einsatzschiff „Relámpago“, das regelmäßig den atlantischen Streifen vor der Westküste Afrikas überwacht. Auch die Seenotrettung (Salvamento Marítimo) war mit ihrem modernsten Schiff, der „Heroínas de Sálvora“, an der Operation beteiligt.

Fracht für die Weiterverteilung auf hoher See

Das abgefangene Schiff, das unter der Flagge Kameruns fuhr, transportierte die Drogenladung. Sie war vermutlich für die Weiterverteilung auf hoher See an ein Netzwerk von Schnellbooten (sogenannten Narcolanchas) bestimmt, die im atlantischen Korridor zwischen Kap Verde, den Kanarischen Inseln und Madeira operieren. Viele dieser Netzwerke stehen in Verbindung mit kriminellen Organisationen, die an der spanischen Atlantikküste auf dem Festland ansässig sind.

Ankunft auf den Kanaren und weitere Schritte

Die festgenommenen Besatzungsmitglieder des Frachters sowie die beschlagnahmte Droge werden voraussichtlich am heutigen Sonntag auf den Kanarischen Inseln eintreffen. Dort befinden sich die Heimathäfen sowohl der „Heroínas de Sálvora“ als auch verschiedener Marineeinheiten. An Land werden die Festgenommenen der Justiz übergeben. Anschließend folgt das offizielle Wiegen der Ladung, das die genaue Menge des Drogenfundes bestimmen wird.

Historischer Rekordwert in Aussicht

Ersten Schätzungen zufolge könnte die Menge an Kokain sogar sieben Tonnen übersteigen, wobei nicht ausgeschlossen wird, dass sie bis zu 8.000 Kilogramm erreicht. Damit würde diese Beschlagnahmung alle bisher größten Drogenfunde in Gewässern mit Zielrichtung Spanien übertreffen. Sollten sich diese Zahlen bestätigen, würde der historische Rekord aus dem Jahr 1999 gebrochen. Damals wurde im Rahmen der „Operation Temple“ der Frachter „Tammsaare“ gestoppt, an Bord befanden sich etwa 7.000 Kilogramm Bruttogewicht Kokain, die nach gerichtlicher Überprüfung auf 6.500 Kilogramm netto festgesetzt wurden. Dieser Schlag bedeutete das Ende einer von Galiciern und Kolumbianern geführten Organisation, die regelmäßig große Kokainmengen nach Spanien schmuggelte.

Der zweitgrößte bisher bekannte Fund betrifft das Schiff „South Sea“, das mit dem Drogenhändler Marcial Dorado in Verbindung stand. Hier wurden etwa 6.000 Kilogramm Rohgewicht beschlagnahmt, die nach forensischer Analyse auf 5.400 Kilogramm reduziert wurden.

Strategische Rolle der Kanaren im Anti-Drogen-Kampf

Die erfolgreiche Operation westlich der Kanaren unterstreicht die strategische Bedeutung des Archipels im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Sie zeigt auch die Intensivierung der Überwachungsmaßnahmen entlang der atlantischen Kokainrouten, die von Südamerika nach Europa führen.

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