Rekordsummen locken ausländisches Kapital
Zwei Faktoren wecken derzeit das Interesse ausländischer Investoren an den Kanarischen Inseln: der anhaltende Tourismusboom seit dem Ende der Pandemie und der florierende Immobilienmarkt. Dieser Kontext führt dazu, dass internationale Geldgeber ihren Blick verstärkt auf den Archipel richten – zumindest etwas mehr als zuvor. Bislang waren die Inseln für große ausländische Investitionen eher ein Randthema, und im Vergleich zum restlichen Spanien sind sie es immer noch. Betrachtet man jedoch allein die Region, so erreichten die ausländischen Kapitalzuflüsse in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 eine noch nie dagewesene Höhe.
Ein historischer Rekord für den Archipel
Die 248,5 Millionen Euro, die bis einschließlich September 2025 – dem letzten Monat, für den offizielle Zahlen vorliegen – aus dem Ausland in das Gebiet investiert wurden, stellen einen absoluten Rekord für die Region dar. Ähnliche Summen waren noch nie zuvor erreicht worden. Zum Vergleich: Laut Daten von DataComex, der Plattform für Außenhandelsstatistiken des spanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Unternehmen, flossen zwischen Januar und September 2024 lediglich 98,5 Millionen Euro ausländischer Investitionen auf die Kanaren. Das bedeutet, dass sich das ausländische Kapital innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt hat.
Starker Kontrast zum nationalen Trend
Dieser Anstieg gewinnt noch an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass die ausländischen Direktinvestitionen auf nationaler Ebene in einer Abwärtsspirale stecken. Im gleichen Zeitraum fielen sie in Gesamtspanien um 27,5 % gegenüber 2024. Der Gesamtbetrag, der nach Spanien floss, belief sich laut dem Staatssekretariat für Handel auf 18.895 Millionen Euro. Diese Menge bringt das ausländische Kapital zurück auf das Niveau von 2019, wobei die statistisch nicht aussagekräftigen Jahre 2020 und 2021 aufgrund der Pandemie außer Acht gelassen werden. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass es den Kanarischen Inseln im selben Zeitraum gelang, das Volumen der ausländischen Investitionen um 152 % zu steigern.
Allerdings macht der Anteil des Archipels an den gesamten 18.895 Millionen Euro nur etwa 1,5 % aus. Dieser Prozentsatz liegt etwas unter dem, was dem Gebiet aufgrund des Gewichts seiner Wirtschaft im nationalen Gesamtkontext zustehen würde.
Tourismus als klarer Favorit der Investoren
Eine Analyse, in welche Sektoren die 248,5 Millionen Euro ausländischer Gelder flossen, zeigt jedoch schwarz auf weiß: Der Tourismussektor übt die größte Anziehungskraft aus. Allein in Beherbergungsdienstleistungen wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres insgesamt 203,9 Millionen Euro des gesamten ausländischen Kapitals investiert.
Dass der Tourismus die Aufmerksamkeit auf sich zieht, überrascht nicht, besonders wenn man die außergewöhnlichen Zahlen der letzten Jahre betrachtet. Nach dem Ende der Pandemie erholte sich der Touristenzustrom in einem frenetischen Tempo, und es dauerte nicht lange, bis Rekordwerte bei den Besucherzahlen erreicht wurden. Bis November des vergangenen Jahres kamen 16,7 Millionen Menschen auf die Kanaren, um ihren Urlaub zu verbringen. Für das Gesamtjahr 2025 werden – in Ermangelung offizieller Daten – voraussichtlich 18,6 Millionen Touristen erwartet. Diese Zahlen liegen etwa 4 % über den bereits rekordverdächtigen Werten von 2024.
Angetrieben durch diesen Zustrom und den gleichzeitigen Preisanstieg im Sektor, ist auch der touristische Gesamtumsatz in die Höhe geschnellt. Bis November erreichte der Tourismuseinnahmen auf den Kanaren insgesamt 22.203 Millionen Euro, ein Plus von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr. Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass ausländische Investoren das Reiseziel ins Visier nehmen. Auch wenn für die kommenden Jahre keine so starken Wachstumssprünge erwartet werden, ist bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen auch keine Kehrtwende zu erwarten, die die Geschäftsmöglichkeiten zunichtemachen würde.
Immobilien als zweiter starker Magnet
Neben dem Tourismus ragen zwei weitere Sektoren aus der Gesamtheit der Empfänger ausländischer Investitionen des vergangenen Jahres heraus: Fast 14 Millionen Euro ausländisches Kapital flossen in den Wohnungsbau und weitere 12,8 Millionen Euro waren für Immobilientätigkeiten bestimmt.
Auf den Kanaren wirkt seit längerer Zeit eine Kombination von Faktoren, die die Immobilienpreise in die Höhe getrieben hat. Der Mangel an verfügbaren Wohnungen und die steigende Zahl an Suchenden verwandeln den Markt in einen Albtraum für diejenigen, die ein Zuhause finden wollen, und in eine wunderbare Gelegenheit für Unternehmen der Branche. Schließlich ist es der Zweck eines jeden Unternehmens, einen Bedarf zu erkennen und zu decken – in diesem Fall die Möglichkeit, Wohnraum zu finden – um daraus eine Rendite und, wenn möglich, Gewinne zu erzielen.
Herkunft der Investitionen
Was die Herkunftsländer der 248,5 Millionen Euro ausländischer Investitionen betrifft, stammt etwas mehr als die Hälfte aus nur zwei Nationen: Aus Griechenland flossen 64 Millionen Euro investiertes Kapital auf die Kanaren, und aus Norwegen kamen bis September 66 Millionen Euro an Investitionen aus dem skandinavischen Land.

