Protest gegen Dauerstau im grünen Herzen Teneriffas
Anwohner des Landschaftsparks Anaga auf Teneriffa haben für diesen Samstag, den 14. März, eine Protestaktion angekündigt. Sie wollen damit auf die tägliche touristische Überfüllung und den Verkehrskollaps in diesem geschützten Naturraum aufmerksam machen. Die Initiative wurde am heutigen Donnerstag von der Umweltgruppe „Canarias tiene un límite“ (Die Kanaren haben eine Grenze) unterstützt. Die Demonstration ist für 11:00 Uhr an der Cruz del Carmen geplant, einem der Hauptzugänge zum Park.
Ein jahrelanger, unhaltbarer Zustand
Der zentrale Protestpunkt ist eine Situation, die nach Ansicht der Aktivisten seit Jahren anhält und unhaltbar geworden ist. Die Straßen seien blockiert von Privat-Pkw und Touristbussen, während Fahrzeuge, die am Straßenrand parken, enorme Schwierigkeiten für Rettungswagen und Schulbusse verursachen. Das Problem beschränke sich nicht auf einzelne Stau-Episoden, sondern sei das Ergebnis eines touristischen Drucks, der die Kapazität des Gebiets bei weitem übersteige. Es handele sich um die Folge eines Tourismusmodells, das in einem Naturraum mit begrenzten Ressourcen unkontrolliert gewachsen sei.
Ein Archipel-Phänomen
Die Gruppe betont, dass sich diese Situation an vielen anderen Punkten des kanarischen Archipels wiederhole. Ihrer Ansicht nach führe der konstante Besucherstrom zur Übersättigung der Naturräume, zum Kollaps der Straßen und zur Überlastung der Infrastruktur. „Canarias tiene un límite“ weist darauf hin, dass die Bewohner des Landschaftsparks seit Jahren von den Verwaltungsbehörden Maßnahmen zur Entlastung fordern – ohne dass Institutionen wie der Inselrat (Cabildo) von Teneriffa oder die Rathäuser von Santa Cruz de Tenerife und San Cristóbal de La Laguna wirksame Lösungen umgesetzt hätten.
Grenzenloses Wachstum auf begrenztem Raum
Aus Sicht der Protestierenden berücksichtigt das aktuelle Tourismusmodell weder die territorialen Grenzen der Inseln noch die Tragfähigkeit ihrer Naturräume. Dies wirke sich sowohl auf die Umwelt als auch auf die Lebensqualität der Einheimischen aus. Eine der vom Inselrat ergriffenen Maßnahmen war die Vorschrift, dass ab 2025 touristische Busse im Park 1,2 Meter kürzer sein müssen als zuvor. Diese Regelung habe sich jedoch als wenig wirksam erwiesen, da sich die Kollaps-Situation nicht verbessert habe.
Behörden gestehen Problem ein – handeln aber nicht
Bereits 2024 räumte Pedro Millán, der Direktor der Abteilung für Natürliche Umwelt des Inselrats, ein, dass es in Anaga „mehr Tourismus gibt und diese Überfüllung der Naturräume eine zunehmende Auswirkung mit sich bringt“. Trotz dieser Erkenntnis wurde der Zugang zum Landschaftspark für touristische oder Mietfahrzeuge, die hauptsächlich in der Zone unterwegs sind und sowohl die Seitenstreifen als auch die Parkplätze verstopfen, nicht beschränkt. Im Februar diesen Jahres prangerte die PSOE-Fraktion im Inselrat erneut den Kollaps in dieser „grünen Lunge Teneriffas“ an und bezeichnete die Situation für die Anwohner als unhaltbar. Die Sozialisten warfen der Regierungsgruppe vor, die Anwohner von Anaga bezüglich der geplanten Maßnahmen gegen den Verkehrskollaps „ins Gesicht gelogen“ zu haben, da versprochene Maßnahmen und Bauarbeiten nicht umgesetzt worden seien. Sie kündigten an, die Angelegenheit in einen Ausschuss zu bringen, um einen klaren Zeitplan für Maßnahmen einzufordern.

