Polizeistreifen werden aus Santa Cruz abgezogen
Das spanische Innenministerium wird über die Provinzkommissariat sechs Streifenwagen der Nationalpolizei aus den Straßen von Santa Cruz de Tenerife abziehen. Ihr neuer Einsatzort: das Aufnahmezentrum für Migranten (CIE) in Hoya Fría. Die Maßnahme tritt in Kraft, nachdem die Renovierungsarbeiten an der Einrichtung, die während der ersten Migrationskrise im Jahr 2006 erbaut wurde, nun abgeschlossen sind.
Einschränkung für die Sicherheit in der Hauptstadt
Die Entscheidung betrifft Beamte, die eigentlich für die Verhinderung von Straftaten auf Straßen und in öffentlichen Räumen der Hauptstadt zuständig sind. Sie sind dem Provinzkommissariat, dem Nordbezirk (Pérez de Ayala) und dem Südbezirk (Tres de Mayo) zugeteilt. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die jüngsten Statistiken der Zentralregierung einen Anstieg der Kriminalität in der Hauptstadt Teneriffas verzeichnen – insbesondere bei Raubüberfällen mit Gewalt und Einschüchterung, Einbrüchen in Häuser und Unternehmen, Körperverletzungen und Massenschlägereien.
Unterbesetzung verschärft das Problem
Diese kriminelle Entwicklung wird dadurch verschärft, dass in Santa Cruz de Tenerife bereits ein Mangel von mehreren hundert Beamten sowohl bei der National- als auch bei der Lokalpolizei herrscht. Die Beamten der sechs betroffenen Streifen gehören der Brigade für öffentliche Sicherheit (Brigada de Seguridad Ciudadana) an. Diese Einheit trägt bereits jetzt die Hauptlast für die Sicherheit in anderen Migranteneinrichtungen: Sie stellt 35 Beamte für das Aufnahmezentrum in San Andrés auf El Hierro ab, muss Personaldefizite in Kommissariaten und für die Bewachung von festgenommenen Krankenhauspatienten ausgleichen (22 Beamte) und ist auch für das geplante Temporäre Aufnahmezentrum für Ausländer (CATE) im Hafen von Granadilla vorgesehen.
Offizielle Anordnung und Gewerkschaftskritik
Die Zuteilung von zwölf Nationalpolizisten zum CIE Hoya Fría wurde in einem Schreiben festgelegt, das am 18. Dezember an die besagte Brigade geschickt wurde. Unterzeichnet wurde es von Raúl Contreras, dem Kommissar der operativen Koordinationseinheit (UCOP) und aktuell amtierenden Leiter der Behörde in der Provinz. Das Dokument weist darauf hin, dass die Arbeit in der Einrichtung teilweise auch von Beamten der Brigade für Ausländer- und Grenzangelegenheiten übernommen wird.
Die Entscheidung stößt auf scharfe Kritik von Polizeigewerkschaften wie der Unión Federal de Policía (UFP), dem Sindicato Unificado de Policía (SUP) und Jupol. José Delgado, Sprecher der UFP, erklärt, die Brigade für öffentliche Sicherheit sei zu einer „Universal-Lösung“ geworden, deren Beamte dazu abgestellt werden, Personallücken in verschiedenen Bereichen – einschließlich des Migrationsphänomens – zu stopfen. Er räumt ein, dass von den Gruppen der Kriminal- oder Kriminaltechnik keine weiteren Beamten für solche Aufgaben abgezogen werden können. „Mit der aktuellen Anzahl an Beamten kann den Bürgern kein exzellenter Service geboten werden“, bedauert Delgado.
Der SUP wirft vor: „Der amtierende Provinzkommissar hat Personal von der öffentlichen Sicherheit für die Bewachung des CIE Hoya Fría abgezogen und lässt Santa Cruz ohne Streifenwagen zurück.“ Für diese Gewerkschaft ist klar: „Die Überwachung der Einrichtung wird über die Sicherheit der Hauptstadt gestellt.“ Man könne nicht Fahrzeuge von der Straße nehmen, um eine Einrichtung zu schützen.

