polizei durchsucht migrantenheim puerto de la cruz

Polizei durchsucht Migrantenheim für Kinder in Puerto de la Cruz

Großrazzia in Zentrum für minderjährige Migranten

Ein Spezialeinsatzkommando der kanarischen Polizei ist am heutigen Dienstag in ein Zentrum für minderjährige Migranten im nordteneriffischen Puerto de la Cruz eingedrungen. Die Einrichtung, die von der Nichtregierungsorganisation Quorum Social 77 betrieben wird, ist in einem ehemaligen Hotel untergebracht. Wie das Portal Canarias Ahora zuerst berichtete und die Regionalregierung der Kanaren gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press bestätigte, handelt es sich um eine Inspektions- und Durchsuchungsmaßnahme im Rahmen einer größeren Operation in Aufnahmezentren für Minderjährige.

Vorgeschichte: Schwere Vorwürfe und frühere Durchsuchungen

Bereits im vergangenen Juli hatte die Polizei die Büros der Organisation sowie mehrere ihrer Einrichtungen durchsucht. Diese Aktion gipfelte in der Festnahme von zwei leitenden Angestellten und der Schließung des Zentrums „José García I“ in Arinaga auf Gran Canaria. Zwei Monate zuvor hatten die Behörden die Einrichtung „La Fortaleza I“ in Santa Brígida (ebenfalls Gran Canaria) geschlossen, die von derselben Vereinigung geführt wurde. Grund ist eine Ermittlung wegen mutmaßlicher Körperverletzung, Hassverbrechen und Bedrohungen.

Muster systematischer Misshandlungen

Im Zuge dieses Gerichtsverfahrens war ein mutmaßliches System von Misshandlungen aufgedeckt worden, das körperliche Bestrafungen und rassistische Beleidigungen gegenüber den Kindern und Jugendlichen umfasste. Im November folgten dann zwei weitere Festnahmen – darunter ein Sozialpädagoge – nach der Durchsuchung eines weiteren von der NGO betriebenen Zentrums für minderjährige Migranten in Puerto del Rosario auf Fuerteventura.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Alle diese Maßnahmen sind Teil einer Untersuchung, die vom Gericht für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Las Palmas de Gran Canaria geleitet wird. Das Verfahren wurde im Mai eröffnet und hat bereits zur Schließung von zwei Einrichtungen geführt. Die kanarische Polizei schließt nicht aus, die Durchsuchungen auf weitere von derselben Organisation betriebene Zentren auszuweiten.

Betreiber ist großer Player in der Versorgung

Die NGO Quorum Social 77 ist einer der größten Geldempfänger im Gesamthaushalt für die Betreuung minderjähriger Migranten auf den Kanaren. Ihre Zentren verfügen über eine Kapazität von mehr als 1.900 Plätzen. Bei voller Auslastung aller Plätze könnte die Organisation nach Berechnungen potenzielle Einnahmen von über fünf Millionen Euro monatlich erzielen – von den insgesamt 190 Millionen Euro, die die Kanarischen Inseln jährlich für diesen Bereich bereitstellen.

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