Güigüí ist ein Strand, den man sich verdienen muss. Mit dem Auto kommt man hier nicht hin, mit dem Boot auch nicht (zumindest sollte man es nicht versuchen), und zufällig landet man hier schon gar nicht. Drei bis vier Stunden Marsch über felsige Pfade durch wüstenartige Barrancos — das ist der Preis für einen der schönsten und abgelegensten Strände ganz Europas. Schwarzer Vulkansand, senkrechte Klippen von mehreren hundert Metern Höhe und absolute Stille — das ist Güigüí.
Der Wanderweg nach Güigüí — was man wissen muss
Der beliebteste Weg beginnt in Tasartico — einer kleinen Siedlung an der Westküste Gran Canarias. Vom Parkplatz am Ende der asphaltierten Straße geht es südlich durch den Barranco de Tasartico. Der Weg ist nicht offiziell markiert, aber der Pfad ist recht deutlich erkennbar. Nach etwa 2 Stunden erreicht man den Pass, von dem aus man zum ersten Mal das Meer sieht — und dann beginnt der steile Abstieg zum Strand.
Die Gesamtstrecke beträgt etwa 8–10 km in eine Richtung, mit großen Höhenunterschieden. Das Gelände ist trocken, felsig und schattenlos — im Sommer übersteigen die Temperaturen 35 °C. Der Rückweg über dieselbe Strecke bedeutet, dass man den ganzen Tag ausschließlich für diese Tour einplanen muss. Es ist kein Weg für Anfänger oder Personen mit Konditionsproblemen.

Der Strand selbst — raue Schönheit
Güigüí besteht eigentlich aus zwei Stränden — Güigüí Grande und Güigüí Chico — getrennt durch ein felsiges Kap. Der größere Strand (Grande) ist etwa 300 Meter lang und mit dunklem Vulkansand bedeckt, vermischt mit Kieseln. Die den Strand umgebenden Klippen ragen senkrecht mehrere hundert Meter empor und schaffen eine Kulisse, die den Atem raubt.
Am Strand gibt es absolut nichts — keine Infrastruktur, keinen Schatten, keine Wasserquelle. Der Ozean ist hier offen und gewaltig, mit starken Strömungen. Baden ist möglich, erfordert aber Vorsicht — die Strömungen sind unberechenbar. Das ist ein Strand zum Bewundern, nicht zum typischen Strandurlaub.
Wie man sich vorbereitet
Güigüí ist eine Expedition, kein Spaziergang. Man sollte früh morgens aufbrechen (am besten bei Sonnenaufgang), um Zeit für den Rückweg vor Einbruch der Dunkelheit zu haben. Mindestens 3 Liter Wasser pro Person, Verpflegung für den ganzen Tag, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung und bequeme Trekkingschuhe mitnehmen — Flip-Flops sind ein Rezept für eine Katastrophe. Ein aufgeladenes Handy und Offline-Karten (Google Maps/Mapy.cz) sind unerlässlich, da der Mobilfunkempfang schwach oder nicht vorhanden ist.
Praktische Informationen
- Strandlänge: ca. 300 m (Grande) + 100 m (Chico)
- Sand: dunkel vulkanisch, mit Kieseln vermischt
- Anfahrt: ausschließlich zu Fuß — Wanderweg ab Tasartico (3–4 Std. pro Strecke)
- Infrastruktur: keine (null Einrichtungen)
- Baden: möglich, aber vorsichtig — starke Strömungen
- Schwierigkeit: hoch — gute Kondition und Trekkingschuhe erforderlich
- Mobilfunkempfang: schwach oder nicht vorhanden
Prüfen Sie die aktuellen Wetterbedingungen an der Westküste über die Live-Webcams auf Gran Canaria.
Strände in der Nähe
Güigüí hat keine nahen Strände im traditionellen Sinne — genau das macht diesen Ort so einzigartig. Der nächste mit dem Auto erreichbare Strand ist Playa de Tasarte, einige Kilometer nördlich, ebenso wild, aber deutlich leichter zugänglich. Südlich, auf der anderen Seite der Berge, liegt Puerto de Mogán mit seinem gemütlichen Hafenstrand — eine völlig andere Welt voller Komfort und Gastronomie. Es lohnt sich, beide Erlebnisse in einem Ausflug zu kombinieren.
