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Pascua Florida: Kunst und Glaube in Guía de Isora

Internationale Strahlkraft: Eine Floristin aus Tschechien meldet sich

Die „Pascua Florida“ in Guía de Isora hat eine beeindruckende Reichweite entwickelt. In den letzten Tagen kontaktierte eine Floristin aus der Tschechischen Republik Carlos Curbelo, den künstlerischen Leiter der Veranstaltung, mit dem Wunsch, an der nächsten Ausgabe teilzunehmen. Diese Anfrage zeigt deutlich, welchen Stellenwert das Event mittlerweile erlangt hat – und das, obwohl es noch keine zwei Jahrzehnte alt ist und damit eine vergleichsweise junge Geschichte hat.

Ein einzigartiges Projekt: Wo Blumenkunst auf Religion trifft

Die Pascua Florida ist im Wesentlichen eine gelungene Synthese aus Religiosität und zeitgenössischer Kunst, bei der die florale Komponente die Hauptrolle spielt. „Es handelt sich um den Besuch eines Projekts aus Blumenkunst und zeitgenössischer Kunst, das in seiner Art einzigartig in Spanien ist, da es ein klares Thema hat: Passion, Tod und Auferstehung“, erläutert Carlos Curbelo. In der aktuellen Ausgabe, die noch bis zu diesem Sonntag, dem 5. April 2026, zu sehen ist, können die Besucher 24 Kunstwerke von Künstlern verschiedenster Herkunft entdecken.

Ein lebendiges Museum am Vormittag

Am heutigen Samstagvormittag herrschte auf dem Platz Nuestra Señora de La Luz ein reges Kommen und Gehen von Einheimischen und Besuchern rund um die kunstvollen Kompositionen. Das Bild war eindrucksvoll: Die Kirchentüren standen weit offen, und die bereits abgebauten Prozessionsthrone aus der gerade zu Ende gegangenen Karwoche waren draußen abgestellt und komplettierten die Szenerie. Gegen 11:00 Uhr bereitete sich Carlos Curbelo auf eine geführte Tour durch die Werke vor. Im Mittelpunkt stehen zwar Blumen, doch es finden sich auch Arbeiten aus Holz, Stoffen und anderen Materialien. „Das braucht aber Zeit, um das zu machen…“, staunte ein Besucher in der Calle La Vera gegenüber seiner Begleitung, als er die aufwändige Arbeit an der Fassade eines Gebäudes betrachtete. Sogar ein Teppich im Stile der traditionellen Fronleichnamsteppiche wurde angefertigt.

Begeisterte Besucher aus nah und fern

Religion und künstlerische Avantgarde sind der gemeinsame Nenner aller ausgestellten Werke. „Ich liebe es; das ist schon mein zweiter Besuch“, schwärmt Francisco García (56), der extra aus dem nordteneriffischen Puerto de la Cruz angereist ist. „Es ist zwar weit, aber wir machen einen Familienausflug daraus und genießen das hier.“ García bezeichnet sich selbst als Traditionsliebhaber. „Das hier ist vielleicht noch keine Tradition im engeren Sinne, oder sie ist zumindest im Entstehen, weil es noch nicht so viele Jahre gibt. Aber es ist schön und gehört zur Osterzeit dazu.“

Ein Gesamtkunstwerk mit Theater und Musik

Ein weiterer Höhepunkt ist, dass die floralen und bildkünstlerischen Installationen durch Theater-, Musik- und Tanzaufführungen ergänzt werden. Laut künstlerischem Leiter Curbelo arbeiten an den Werken anerkannte Profis mit. Er selbst ist Florist und zeichnet für nicht weniger als elf der Kunstwerke verantwortlich. Alle Künstler treffen sich am Palmsonntag und arbeiten dann bis Gründonnerstag an ihren Stücken, nachdem die Organisation monatelang Vorarbeit geleistet hat. Namen wie Juan Chamorro aus Oviedo, Álex Segura aus Barcelona, Ignacio Guillén aus Pamplona, der ebenfalls aus Barcelona stammende Jordi Abelló oder die multidisziplinäre Künstlerin venezolanischer Herkunft, Nela Ochoa, verleihen dem Event nationale und internationale Strahlkraft. „Wir versuchen, eine Emotion im Betrachter zu wecken, ihn zum Nachdenken und zu einer Pause im Alltag einzuladen“, beschreibt Curbelo die Intention.

Die gewünschte Wirkung: „Es berührt mich“

Bei Carmen Díaz aus Candelaria scheint dies an diesem Samstagmorgen gelungen zu sein. „Es gefällt mir, es berührt mich“, sagt sie, nachdem sie die Kompositionen besichtigt hat. Sie war auf Empfehlung von Arbeitskolleginnen mit ihrer Tochter und Enkelin nach Guía de Isora gekommen. „Ich war das erste Mal vor der Pandemie hier und komme seitdem immer wieder“, präzisiert sie. „Es ist eine schöne Mischung, die Leute kommen, es belebt den Ort…“ Auch Juan Carlos Torres nutzte seinen Samstagsbesuch in Guía de Isora bei Verwandten, um die Werke zu genießen. Er ist kein Stammgast, aber auch kein Neuling: „Das erste Mal war ich vor vielen Jahren hier, und seitdem komme ich immer mal wieder, je nachdem, wie es passt: wenn meine Frau mitkommen möchte, abhängig von anderen Verpflichtungen… Aber ja, es sind auf jeden Fall sehr schöne Darstellungen“, betont er.

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