Historischer Fortschritt für die Wettervorhersage
Das kanarische Zentrum der Staatlichen Wetteragentur (Aemet) hat soeben die ersten Bilder des neuen Radars auf Teneriffa empfangen. Die Inbetriebnahme dieser Anlage, die auf 1.343 Metern Höhe am Berg Cruz de Gala in der Gemeinde Buenavista del Norte steht, markiert einen historischen Fortschritt. Sie verbessert die Präzision der Wetterberichte und -warnungen erheblich, besonders was Regenfälle und Gewitter betrifft. Es war ein langer Weg: Über 25 Jahre bürokratischer Verfahren und Bauarbeiten, bei denen drei Millionen Euro investiert wurden. Doch nun ist der zweite Wetterradar der Kanarischen Inseln endlich in Betrieb. Er ergänzt den Radar in Mogán auf Gran Canaria, dessen Technologie ebenfalls gerade erneuert wurde.
Ende der toten Winkel im Atlantik
Mit dem Start des Turms, der aus einem Gipfel des ländlichen Parks von Teno ragt, löst die Aemet ein gravierendes Problem für die Vorhersagen: Der Radar auf Gran Canaria hatte aufgrund des Hindernisses, das der Teide darstellt, keine Abdeckung westlich von Teneriffa, nordwestlich von La Palma und westlich von El Hierro. Mit der Integration dieses zweiten elektronischen Systems auf Teneriffa erreicht die Aemet nun eine maximale Abdeckung für den gesamten Archipel. Víctor Quintero, Direktor des Meteorologischen Zentrums auf den Westlichen Kanaren, erklärt: „Damit werden nicht nur diese blinden Flecken in der Provinz Santa Cruz de Tenerife beseitigt, sondern mit diesem neuen Radar und den technologischen Verbesserungen in Gran Canaria wird auch die Abdeckung in niedrigen Höhen erweitert.“
Präzisere Warnungen vor Sturm und Regen
Was bedeuten diese Fortschritte für die Wettervorhersagen auf den Kanaren? Víctor Quintero erläutert: „Wir können nun die Fronten, die Regen und Gewitter bringen, mit viel größerer Präzision und Vorlaufzeit überwachen. Dadurch werden die Berichte und Warnungen an die Bevölkerung präziser.“ „Wir haben viel mehr Daten für die kurzfristige Verfolgung dieser Niederschlagssysteme, sodass wir mehr Informationen für die Bewertung ihrer Entwicklung haben und uns zum Beispiel auf die Entstehung von Gewitterzellen oder plötzliche Veränderungen vorbereiten können.“
Grüner Turm sendet bereits Echtzeit-Bilder
Die Aemet erhielt die Abnahmebescheinigung für den Bau des Radars am Cruz de Gala am vergangenen Mittwoch. Damit wurde die Fertigstellung der Bauarbeiten offiziell besiegelt. „Wir haben bereits begonnen, Bilder vom Cruz de Gala zu erhalten“, bestätigte Víctor Quintero. Derzeit laufen Kalibrierungsarbeiten, damit der Radar bald seine maximale Betriebsbereitschaft erreicht. Der turmförmige Stahlbau, galvanisiert, mit 5 Metern Durchmesser und 21 Metern Höhe, steht mitten im Gebirge von Cruz de Gala. Dank seiner grünen Farbe fügt er sich in die Landschaft ein und sendet bereits Echtzeitfotos der sich den Inseln nähernden Fronten.
Ein Projekt mit jahrzehntelangen Verzögerungen
Das Projekt für den Turm und den Wetterradar erlitt kontinuierliche Verzögerungen. Tatsächlich wurde die Notwendigkeit eines zweiten Radars auf Teneriffa, das den auf dem Pico de Los Moriscos in Gran Canaria ergänzt, erstmals im Jahr 2000 vor 26 Jahren formuliert. Das damalige Nationale Meteorologische Institut, die heutige Aemet, wies zu Beginn dieses Jahrhunderts auf die Notwendigkeit hin, im Archipel ein zweites Wettererfassungssystem im Nordwesten Teneriffas zu installieren. Die Aemet nahm den Plan 2021 wieder auf, nachdem er 2019 aufgrund von Problemen mit dem beauftragten Unternehmen ins Stocken geraten war.
Da das Bauwerk in einem geschützten Naturgebiet, dem Parque Rural de Teno, liegt, stieß der Plan auf zusätzliche Hindernisse. Dazu gehörten der verheerende Waldbrand in der Corona Forestal 2023, die Verteuerung der Rohstoffe infolge internationaler Faktoren wie des russischen Angriffs auf die Ukraine und komplexe Beschaffungsverfahren für die benötigte Spitzentechnologie. In Anbetracht der Bedeutung des neuen Radars legten Aemet und der Inselrat (Cabildo) 2023 einen Gang zu. Der neue Turm, in derselben grünen Farbe wie ein früherer, an gleicher Stelle abgerissener Turm, dient nun nicht nur als Radar, sondern auch als Überwachungsposten für die Sicherheit im Gebirge und zur Erkennung möglicher Gefahren, vor allem von Bränden – was die einzige Funktion des alten Turms war.
Doppelte Funktion und revolutionäre Technik
Das bedeutet, dass die Aemet die Nutzung mit der Inselverwaltung teilt, die die Hauptverantwortung für die Kontrolle der Wälder der Insel trägt. Der neue Radar kann erkennen, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Tiefdruckgebiet nähert und wie lange es braucht, um die Inseln zu erreichen. Er kann zudem sehen, was in einem Radius von 240 Kilometern passieren wird. Das umfasst die gesamte Provinz Santa Cruz de Tenerife und überwindet den toten Winkel, den der Teide für den Radar auf Gran Canaria verursachte und der es unmöglich machte, die Regentropfen von Tiefs zu erfassen, die sich den Inseln von Nordwesten nähern.
Die technologische Verbesserung in den beiden Wetterradars der Kanaren basiert auf der Dual-Polarisation. Diese Technik verwendet zwei orthogonale Ausrichtungen (üblicherweise horizontal und vertikal), um Signale gleichzeitig zu senden oder zu empfangen. Sie verdoppelt die Datenkapazität und verbessert die Präzision. Diese „Sturmjäger“ wurden damit ausgestattet, um die Art des Niederschlags zu unterscheiden. „Jetzt werden wir wissen können, ob die Fronten Regen, Schnee oder Hagel bringen, abgesehen von anderen Parametern, die eine vollständigere Information liefern“, präzisiert der Direktor des Meteorologischen Zentrums auf den Westlichen Kanaren.
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