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Muflon-Jagd auf Teneriffa: Wege im Teide-Nationalpark gesperrt

Wege im Teide-Gebiet für Muflon-Jagd gesperrt

Die um fünf Tage verlängerte Jagdsaison auf den Muflon, eine invasive Art, die die einzigartige Flora des Teide und anderer Gipfelregionen Teneriffas bedroht, führt im Januar zu temporären Sperrungen von Wanderwegen und Forstpisten. Der Inselrat (Cabildo) von Teneriffa informierte gestern, am 9. Januar 2026, über das Amtsblatt der Kanarischen Inseln (BOC) über die betroffenen Wege, damit Wanderer und andere Nutzer dies bei ihrer Tourenplanung berücksichtigen können.

Kontrollierte Jagd zur Ausrottung einer invasiven Art

Der Inselrat erlaubt die kontrollierte Jagd auf Muflone in bestimmten Zeiträumen, sogenannten jagdlichen Kontrollkampagnen. Ziel ist die Ausrottung dieser Art der Wildschafe (Ovis gmelini musimon), die 1971, noch während der Franco-Diktatur, im Teide-Nationalpark und der Corona Forestal von Teneriffa ausgesetzt wurden, um die Großwildjagd auf der Insel zu ermöglichen. Genaue Zahlen zur verbliebenen Population gibt es nicht, da die Tiere sehr scheu sind. Jäger schätzen den Bestand auf unter 200 Exemplare.

Fünf Extra-Tage im Januar nach Sturm-Absage

Die letzte Kampagne, bei der bestimmten Jägergruppen die Erlaubnis zur Muflon-Jagd erteilt wurde, fand vom 1. Oktober bis zum 14. November 2025 statt. Aufgrund der Warnungen vor dem Sturm „Claudia“ wurde die Aktivität an den letzten drei Tagen ausgesetzt. Um dies auszugleichen und da die Beseitigung dieser Population eine Priorität für den Teide-Nationalpark ist, hat der Inselrat für den Januar 2026 fünf zusätzliche Jagdtage festgelegt: die 14., 23., 26., 27. und 28. Januar. Die Inselregierung hat laut dem neuen, gerade in Kraft getretenen Managementplan (PRUG) für das Naturjuwel Teide maximal fünf Jahre Zeit, die verbliebenen Muflone auf dem Dach Spaniens endgültig zu beseitigen.

Eine historische Fehlentscheidung bedroht endemische Flora

Der Muflon zählt zu den größten Bedrohungen für die Flora des Teide, die durch eine hohe Zahl an Endemiten (31) besticht. Die Art wurde in den letzten Zügen der Franco-Diktatur auf der Insel eingeführt. Die ersten elf Exemplare kamen im Februar 1971 an Bord eines deutschen Flugzeugs von Korsika. Zu diesem Zeitpunkt war das einzigartige Schutzgebiet bereits seit 17 Jahren ein Nationalpark, doch das Militärregime ignorierte die grundlegendsten Naturschutzregeln. Es setzte diese Hochgebirgsschafe, die ursprünglich von Korsika und Sardinien stammen und niemals zuvor die Insel betreten hatten, als Privileg für Eliten ein, die dort erstmals Großwild jagen konnten.

Übersicht der Sperrungen an den Jagdtagen

Am ersten Extra-Tag, Mittwoch, den 14. Januar, findet die Jagd in den Sektoren West (zwischen Chiguergue, Las Fuentes und Volcanes Negros) und Chacorche (zwischen dem Weg nach Candelaria und Corral del Niño) statt. Insgesamt 17 Wanderwege sind dann gesperrt. Eine detaillierte Auflistung findet sich auf der Webseite ‚Tenerife ON‘.

Der nächste Jagdtag ist Freitag, der 23. Januar, in den Sektoren Pico Viejo und Siete Cañadas. Die weiteren drei Tage sind Montag, der 26., Dienstag, der 27., und Mittwoch, der 28. Januar. An diesen Tagen sind die Jäger wie folgt eingesetzt: am 26. in Pico Viejo und Siete Cañadas, am 27. in Chacorche und am 28. in den Sektoren West und Südwest.

34 Wege insgesamt betroffen – Bürger werden um Mithilfe gebeten

Insgesamt wird an diesen Tagen der Zugang zu 34 Wanderwegen und Forstpisten in der Gipfelregion gesperrt, wie die Ankündigung des Cabildo vom 29. Dezember, die gestern im BOC veröffentlicht wurde, detailliert auflistet. Eine genaue Kartierung der betroffenen Sektoren an diesen Extra-Tagen der Muflon-Kontrollkampagne kann im Open-Data-Portal des Inselrats eingesehen werden.

Die digitale Anwendung ‚Tenerife ON‘ des Cabildo zur Verwaltung von Natur-Aktivitäten bittet die Bürger um Zusammenarbeit „zugunsten der Erhaltung der einheimischen Flora der Insel“. Die bereitgestellten Informationen sollten bei der Planung von Aktivitäten in der Natur berücksichtigt werden. Die betroffenen Sektoren und ihre unmittelbare Umgebung sollten während der genannten Jagdtage in den Hochlagen Teneriffas gemieden werden.

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