Mehr Geld für Niedrigverdiener
Die Gehälter von mehr als 150.000 Arbeitnehmern in der Provinz Santa Cruz de Tenerife steigen in diesem Jahr. Grund ist die Einigung zwischen den Gewerkschaften und dem Arbeitsministerium unter Yolanda Díaz auf eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns (Salario Mínimo Interprofesional, SMI). Der Pakt zwischen UGT, CCOO und dem Ministerium bedeutet, dass Tausende Beschäftigte auf den Kanarischen Inseln das Jahr 2026 mit einer direkten Gehaltsverbesserung beginnen. Von der Anhebung profitieren vor allem Geringverdiener in Schlüsselsektoren Teneriffas wie der Gastronomie, dem Handel und dem Dienstleistungsgewerbe.
Einigung ohne Arbeitgeberverbände
Wie bereits bei früheren Verhandlungen kam die Einigung zum Mindestlohn ohne die Unterstützung der Arbeitgeberverbände zustande. Die Unternehmensvertreter lehnen die Maßnahme ab und bezeichnen sie als „Falle“. Sie argumentieren, dass sie „das Arbeitnehmerstatut umgehe“, was zu einem „exponentiellen Anstieg der Arbeitskosten“ führen und „eine große Anzahl von Unternehmen erdrosseln“ könne. Das Arbeitsministerium weist diese Vorwürfe jedoch zurück. Joaquín Pérez Rey, Staatssekretär für Arbeit, bedauerte, dass es nicht möglich war, die Arbeitgeberseite an den Verhandlungstisch zu bringen – „was der Wunsch des Ministeriums gewesen wäre“. Er betonte, die Priorität liege darin, sicherzustellen, dass die Erhöhung vollständig in der Tasche der Arbeitnehmer ankomme.
Details der Erhöhung: 1.221 Euro und steuerfrei
Der Mindestlohn wird um 3,1% gegenüber 2025 angehoben und liegt damit bei 1.221 Euro monatlich bei 14 Auszahlungen im Jahr. Das bedeutet ein Plus von 518 Euro pro Jahr. Die Regierung hat die Erhöhung zudem so gestaltet, dass der Mindestlohn nicht der Einkommensteuer (IRPF) unterliegt. Dies war eine der Hauptsorgen der Arbeitnehmer nach den Spannungen zwischen den Ministerien für Arbeit und Finanzen im vergangenen Jahr. Die steuerliche Ausgestaltung ist entscheidend: Der neue Mindestlohn liegt genau an der Grenze, die verhindert, dass Bezieher Einkommensteuer zahlen müssen – ein Punkt, der 2025 zu einem heftigen Konflikt zwischen Yolanda Díaz und der Finanzministerin María Jesús Montero geführt hatte.
Nächste Schritte und rückwirkende Zahlung
Die Regierung plant, die Neufestsetzung in den kommenden Wochen im Ministerrat zu beschließen und anschließend dem Abgeordnetenkongress zur endgültigen Validierung vorzulegen. Obwohl die Einigung mit den Gewerkschaften bereits steht, muss die Erhöhung also noch diese beiden Hürden nehmen. Falls es keine Überraschungen gibt, rechnet die Regierung mit einem Abschluss des Verfahrens in den nächsten Wochen. Die Erhöhung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Beschäftigte, die den Mindestlohn erhalten, werden die entsprechenden Nachzahlungen auf ihren kommenden Gehaltsabrechnungen erhalten, sobald die Maßnahme offiziell genehmigt ist.
Langfristiger Aufwärtstrend und Ziele
Die für 2026 beschlossene Erhöhung setzt einen nachhaltigen Aufwärtstrend des Mindestlohns in den letzten Jahren fort. Seitdem die PSOE gemeinsam mit Sumar (zuvor Unidas Podemos) regiert, ist der SMI um 61% gestiegen – von einem Wert deutlich unter der Armutsschwelle hin zu einem Lohn, der minimale Lebensbedingungen sichern soll. Dieser Anstieg kommt direkt mehr als 2,5 Millionen Arbeitnehmern in Spanien zugute. Die Regierung verfolgt weiterhin das Ziel, dass der Mindestlohn 60% des Durchschnittsgehalts erreicht, wie von der Europäischen Sozialcharta empfohlen. Das aktuelle Durchschnittsgehalt in Spanien liegt bei etwa 33.700 Euro jährlich. Die SMI-Erhöhung soll verhindern, dass Geringverdiener Kaufkraft verlieren und in die Nähe der Erwerbsarmut geraten. Das Arbeitsministerium betont, dass die Anhebung nicht nur die Gehälter verbessert, sondern auch eine Sogwirkung auf andere Löhne hat und zur Verringerung von Ungleichheit beiträgt.
