Starker Rückgang nach Rekordjahren
Die Zahl der Migranten, die im Jahr 2025 auf den Kanarischen Inseln angekommen sind, hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Nach Angaben des spanischen Ministeriums für Inklusion, die noch die letzten Daten des Jahres erwarten, kamen bislang 17.555 Menschen auf den Inseln an. Das entspricht einem Rückgang von 59,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024, das mit 43.737 Ankünften ein Rekordjahr war. Die Migranten erreichten die Inseln in diesem Jahr mit 259 Booten, was ebenfalls einem Minus von 59,7 Prozent gegenüber den 643 Booten des Vorjahres entspricht.
Archipel weit entfernt von Rekordmarken
Damit bleibt der Archipel in diesem Jahr weit hinter der Rekordzahl des vergangenen Jahres (43.737) zurück, die bereits die Zahlen von 2023 (39.910) und das Jahr der sogenannten „Cayuco-Krise“ 2006 (31.678 Ankünfte) übertroffen hatte. Währenddessen war das Jahr 2025 für Gesamtspanien in Migrationsfragen durch einen Rückgang der irregulären Ankünfte geprägt.
Gesamttrend für Spanien: 40 Prozent weniger Ankünfte
Bis zum 15. Dezember 2025 verzeichnete Spanien insgesamt 35.935 irreguläre Ankünfte von Migranten auf dem Seeweg und über Landgrenzen. Das ist ein Rückgang von 40,4 Prozent im Vergleich zur gleichen Periode 2024, als 60.311 Ankünfte gezählt wurden. Diese Zahlen bestätigen einen Trendwechsel nach den deutlichen Anstiegen in den Jahren 2023 und 2024. In diesen Jahren hatten die irregulären Ankünfte mit jeweils über 56.800 und 63.900 Menschen die höchsten Werte des letzten Jahrzehnts erreicht. Der historische Höchststand bleibt das Jahr 2018 mit 64.298 Ankünften.
Vergleich mit den Vorjahren
Im Vergleich zu anderen Jahren liegen die Daten für 2025 unter denen von fünf der letzten acht Jahre. Höhere Zahlen wurden nur in den Jahren 2018, 2020, 2021, 2023 und 2024 verzeichnet. Die Rangfolge der irregulären Ankünfte in Spanien in den letzten Jahren sieht wie folgt aus: 2018 (64.298), 2024 (63.970), 2023 (56.852), 2021 (41.945), 2020 (41.861), 2025 (35.935), 2019 (32.513), 2022 (30.048) und 2017 (28.349).
Detaillierte Aufschlüsselung der Ankünfte
Vom 1. Januar bis zum 15. Dezember kamen in Spanien 32.212 Migranten auf dem Seeweg an – ein Minus von 44,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (57.833 Ankünfte). Sie nutzten 1.209 Boote, 518 weniger als 2024. Auf dem Seeweg kamen auch 14.627 Migranten auf dem spanischen Festland (7.332) und den Balearen (7.295) an. Das ist ein leichter Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber 2024 (14.047 Ankünfte). Hierfür wurden 939 Boote genutzt, 130 weniger als im Vorjahr.
Unterschiedliche Entwicklungen an den Küsten
Während die Ankünfte auf dem Festland über den Seeweg um 11,8 Prozent (983 Personen weniger) zurückgingen und in 539 Booten stattfanden (188 weniger als 2024), verzeichneten die Balearen einen deutlichen Anstieg. Dort kamen 1.563 Migranten mehr an als im gleichen Zeitraum 2024, was einem Plus von 27,3 Prozent entspricht. Sie erreichten die Inseln mit 400 Booten, 58 mehr als im Vorjahr.
Situation in Ceuta und Melilla
In den nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind die Zahlen gestiegen. Insgesamt 3.723 Menschen sind in diesem Jahr auf dem Landweg irregulär in die beiden autonomen Städte eingereist – ein Anstieg von 50,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Ceuta waren es 3.396 Migranten (1.010 mehr als 2024), in Melilla 327 (235 mehr). Auf dem Seeweg kamen fünf Migranten irregulär in Ceuta an (82,1 Prozent weniger als 2024) und 25 in Melilla (ein Plus von 19 Prozent).

