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Lanzarote: Ferienwohnungen verdoppelt – Wohnungskrise spitzt sich zu

Explosion der Ferienwohnungen auf Lanzarote

Die Kanareninsel Lanzarote verfügt aktuell über 11.083 registrierte Ferienwohnungen. Diese Zahl stammt aus den offiziellen Daten der regionalen Kanarenregierung. Für die sozialistische Opposition (PSOE) auf der Insel ist diese Entwicklung alarmierend: Sie bedeutet einen Anstieg von mehr als 115 Prozent im Vergleich zum Juni 2023. Die Sozialisten sehen einen direkten Zusammenhang mit der schlimmsten Wohnungskrise in der Geschichte Lanzarotes.

„Heute gibt es auf Lanzarote nicht nur teuren, sondern keinen Wohnraum“

María Dolores Corujo, die Inselsekretärin der PSOE, bringt die Lage auf den Punkt: „Heute ist auf Lanzarote Wohnraum nicht nur teuer, er existiert schlichtweg nicht.“ Sie macht die Politik der Regierungschefs Oswaldo Betancort (Präsident der Inselregierung, Cabildo, von Lanzarote) und Fernando Clavijo (Präsident der Kanarenregierung) verantwortlich: „Seit Betancort und Clavijo regieren, ist es für die meisten Menschen, die hier leben und arbeiten, unmöglich geworden, eine Wohnung zu finden.“

Corujo legt nach: Im Juni 2023, zu Beginn der Amtszeiten von Betancort und Clavijo, seien etwa 5.198 Ferienwohnungen gezählt worden. „Wir sind von knapp über 5.000 auf mehr als 11.000 Ferienwohnungen gekommen. Dieser Anstieg ist kein Zufall, er ist die Folge eines Lockrufs, den das Ankündigen eines Gesetzes ohne Moratorium und ohne Grenzen ausgelöst hat – während man sich bewusst weigert, das Wohnraumgesetz anzuwenden, um die Mietpreise zu bremsen.“

Vorwurf: „Das Schild ‚Zu vermieten‘ für ganz Lanzarote“

Die Sozialistin wirft der regierenden Koalition Coalición Canaria vor, praktisch „das Schild ‚Zu vermieten‘ für ganz Lanzarote aufgehängt“ zu haben. Sie priorisiere das Tourismusgeschäft vor dem Recht der ansässigen Bevölkerung auf Wohnraum. „Sie haben zugelassen, dass der Markt völlig entgleist, und heute zahlen die Familien, die Jugendlichen und die Arbeiter dieser Insel den Preis“, so Corujo.

Kritik an der Inselregierung: „Eine Unverfrorenheit“

Besonders kritisch äußert sich Corujo zur Haltung des Cabildo von Lanzarote. Die Inselregierung hatte sich kürzlich damit gebrüstet, etwa 800 Ferienwohnungen vom Markt genommen zu haben. Aus Sicht der PSOE-Politikerin ist das „eine Unverfrorenheit, mit 800 weniger zu prahlen, wenn unter ihrer Verwaltung fast 6.000 neue Ferienwohnungen hinzugekommen sind. Das ist die wahre Bilanz ihrer Politik.“

Für die Sozialisten ändert das Schönreden der Zahlen nichts an der Realität: „Lanzarote erlebt die schlimmste Wohnungskrise seiner jüngeren Geschichte, mit unbezahlbaren Mieten, Bewohnern, die aus ihren Vierteln verdrängt werden, und Jugendlichen, die nicht ausziehen können.“

Appell: „Wohnen ist ein Recht, kein Geschäft ohne Grenzen“

Corujo wirft der Kanarenregierung vor, sich zu weigern, angespannte Wohngebiete offiziell auszuweisen, Preise zu intervenieren und Schutzmaßnahmen für die residente Bevölkerung zu ergreifen. „Das überlässt den Zugang zu Wohnraum dem Markt. Das Ergebnis ihres Modells ist eine Insel, die für die eigene Bevölkerung immer unerreichbarer wird.“ Sie betont: „Wohnen ist ein Recht, kein Geschäft ohne Grenzen.“ Daher kündigt sie an: „Diesem unfairen Modell werden sie den PSOE von Lanzarote gegenüberstehen, der das Recht verteidigt, auf dieser Insel zu leben.“

Inselregierung meldet Rückgang – auf anderer Datenbasis

Erst diese Woche hatte das Cabildo von Lanzarote mitgeteilt, die Abteilung für Raumordnung habe zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 insgesamt 896 Ferienwohnungen vom Tourismusmarkt genommen. Demnach sei die Zahl dieser Unterkünfte von 8.209 auf 7.313 gesunken. Diese offiziellen Zahlen des Inselregisters weichen jedoch von denen ab, die der PSOE unter Berufung auf Quellen der Kanarenregierung nennt. Die Inselregierung begründete die Rücknahme damit, dass den betroffenen Wohnungen die erforderliche Genehmigung für gewerbliche Aktivitäten fehlte oder sie nicht im Grundbuch eingetragen waren – beides zwingende Voraussetzungen für eine legale Vermietung als Ferienwohnung.

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