Tierschutzorganisation übt scharfe Kritik
Die Franz Weber Stiftung hat an diesem Mittwoch (7. Januar 2026) scharf kritisiert, dass Gemeinden auf Fuerteventura wie Puerto del Rosario, Tuineje oder Pájara in ihren Dreikönigsumzügen (Cabalgatas de Reyes Magos) Kamele eingesetzt haben. Die Tierschutzorganisation wirft den Rathäusern vor, sich damit den Werbeinteressen des zoologischen Gartens gebeugt zu haben, dem die Tiere gehören.
Verzerrtes Tierbild für Kinder
In einer Mitteilung argumentiert die Stiftung, dass solche Umzüge bei Kindern, dem Hauptpublikum der Veranstaltungen, eine Karikatur und ein verzerrtes Bild von den Tieren erzeugen. Sie normalisierten den Anblick, dass Kameliden verkleidet und auf asphaltierten Straßen eingesetzt werden – umgeben von Geschrei, Lärm und dem Werfen von Süßigkeiten. Auch wenn der Zoo verteidige, es handele sich um „abgerichtete Tiere“, erinnern die Naturschützer daran, dass es in den letzten Jahren bei Dreikönigsumzügen zahlreiche Vorfälle gegeben habe.
Vorfälle und ein gesellschaftlicher Wandel
Die Franz Weber Stiftung prangert dabei alles an, von direkten Schlägen auf die Tiere durch das beauftragte Personal bis hin zu negativen Reaktionen der Tiere, die in Prellungen enden – und das alles in einer vermeintlich festlichen Atmosphäre. Ein weiteres Argument der Organisation: Umzüge ohne Tiere hätten im gesamten spanischen Staat längst überhandgenommen, da die überwältigende Mehrheit der Orte auf den Einsatz solcher „Thematisierungen“ verzichte.
Appell an Tradition versus private Interessen
Die Stiftung ist der Ansicht, dass die gesellschaftliche und politische Debatte über den Einsatz von Tieren in Umzügen klar in Richtung eines Ersatzes tendiere. Die Gemeinden auf Fuerteventura hingegen bestünden auf deren Nutzung und beriefen sich auf Traditionen, die nach Ansicht der Tierschützer nur nach Belieben modifiziert würden, um den angeblich kostenlosen Vorschlägen eines privaten Unternehmens zu entsprechen. Für die Organisation schaffen Gemeinden, die Tiere in ihre Umzüge einbeziehen, ein negatives Image, das sich negativ auf den potenziellen nationalen und internationalen Tourismus auswirken könne.

