Krieg und Krise: Eine Gefahr für den Kanaren-Tourismus?
Die Kanarischen Inseln könnten aufgrund der internationalen Kriegskrise in eine Risikozone für den Tourismus geraten. Die Verteuerung von Treibstoffen, der Kaufkraftverlust in Europa und die zunehmende geopolitische Instabilität sind Szenarien, die der wichtigsten Wirtschaftskraft der Inseln gefährlich werden könnten: Die Touristen werden mehr bezahlen müssen und kürzer bleiben. Die kanarische Ministerin für Tourismus und Beschäftigung, Jéssica de León, legte am Dienstag im Parlament Zahlen zu diesem beginnenden Abschwung vor: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist von 9,3 Nächten auf knapp eine Woche gesunken. Dieser Rückschlag trifft die Ausgaben der Gäste direkt und lässt die Alarmglocken in der Branche läuten.
Teurere Flüge und schmalere Urlaubskassen
Zu diesem Problem kommen die gestiegenen Kosten für den Luftverkehr hinzu. Ein direkter Schlag für die Reisekasse der Touristen, der die Nachfrage in einer Phase der Verletzlichkeit der wichtigsten Herkunftsmärkte bremsen könnte. Die Ministerin fügte hinzu, dass diese geringere Ausgabefähigkeit der Mittelschicht in den Herkunftsländern auch die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben je Tourist beeinträchtigen könnte. Dies zwinge dazu, ein Szenario der „Vorsicht“ zu managen.
Kanaren als „Refugium“ – Ostern gibt leichten Hoffnungsschimmer
Trotz der düsteren Prognosen besteht Jéssica de León darauf, dass die Kanarischen Inseln angesichts internationaler Kriegswirren ein „Refugium“ seien. Die kommende Osterwoche (Semana Santa) halte positive Zahlen bereit, mit einem leichten Anstieg der internationalen Flugkapazitäten um 2,4%. Allerdings fällt der nationale Markt vom spanischen Festland um 3%, was die latente Verlangsamung bestätigt. Die Branche blickt mit gemischten Gefühlen in eine ungewisse Zukunft.

