Forschung als Schlüssel im Kampf gegen Waldbrände
Die Untersuchung von Ursachen und Motiven von Waldbränden wird zu einem Schlüsselelement für deren Vorbeugung, Planung und Bekämpfung. Die Veränderungen der letzten Jahre – mit heftigeren Feuern, die sich immer näher an besiedelte Gebiete heranfressen – erfordern nicht nur mehr und besser ausgerüstete Einsatzkräfte, wenn das Feuer bereits brennt. Ebenso wichtig ist die Arbeit an anderen Fronten: bei der Prävention, der Koordination zwischen den öffentlichen Verwaltungen und den Plänen für den Zivilschutz und Notfälle.
Neues Dekret aktualisiert die Vorschriften
Diese Leitlinien bilden das Fundament eines neuen Dekrets, das diese Woche im Amtsblatt der Kanarischen Inseln (BOC) veröffentlicht wurde. Es regelt die Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden in der Autonomen Gemeinschaft und aktualisiert die Vorschriften, passt die Planung an die Auswirkungen des Klimawandels an und stärkt die Koordination der verfügbaren Mittel.
Spezielle Ermittlungsbrigaden für jede Insel
Der Text der Regionalregierung fordert eine Verbesserung der Ermittlungsarbeit und geht über die bloße Zuständigkeit der Sicherheitskräfte hinaus, die lediglich klären, ob ein Feuer vorsätzlich gelegt wurde und wer die Täter sein könnten. Das Dekret schreibt daher vor, dass die Inselregierungen (Cabildos) über sogenannte Brigadas de Investigación de Incendios Forestales (BIIF) – also Ermittlungsbrigaden für Waldbrände – verfügen müssen. Diese werden aus technischem Personal der Inselkörperschaften oder Umweltagenten gebildet, die entsprechend ausgebildet und mit den notwendigen materiellen Mitteln sowie operativer Verfügbarkeit ausgestattet sein müssen.
Jahresberichte für bessere Planung
Anhand der Untersuchungen der Brandereignisse müssen die Brigaden jährliche Berichte erstellen. Die Koordinationszentren können diese anfordern, um die Ursachen von Bränden – ob vorsätzlich oder unbeabsichtigt – zu analysieren. Auf diese Weise soll die Planung verbessert und diese Erkenntnisse in die Präventions-, Überwachungs- und Löschpläne für Waldbrände einfließen.
Verlässliche Daten und ein neues Beratungsgremium
Das Dekret behebt auch einen weiteren Mangel: den fehlenden zuverlässigen und rigorosen statistischen Daten zu Waldbrandschäden. Es geht nicht nur darum, die Statistiken zu verbessern und zu aktualisieren, sondern auch die Brandberichte. Besonderes Augenmerk soll auf die Ursachen als Indikator gelegt werden, um die Prävention zu verbessern und präziser handeln zu können. Zudem wird das „Comité de Lucha contra Incendios Forestales de Canarias“ geschaffen, ein neues technisches Beratungsgremium für die Planung der Verwaltungen im Umgang mit Waldkatastrophen.
Acht Planungsinstrumente und Fokus auf Siedlungsnähe
Der Text listet bis zu acht Planungsinstrumente auf, abhängig von der zuständigen Verwaltungsebene. Der autonome Plan ist der Infoca (Plan für Waldbrandbekämpfung der Kanarischen Inseln), die Info-Isla-Pläne obliegen den Cabildos, zusammen mit den Inselverteidigungsplänen gegen Waldbrände. Die Gemeinden müssen einen kommunalen Notfallplan und kommunale Aktionspläne vorhalten. Ebenso vorgesehen sind jährliche Pläne für Prävention, Überwachung und Löschung sowie Selbstschutzpläne für die Bevölkerung.
Eine Neuerung des Dekrets sind die sogenannten „Pläne zur Verteidigung der Schnittstelle“. Der Text legt besonderen Wert auf Waldgebiete in der Nähe von Siedlungen und legt eine Reihe von Richtlinien für die Anwohner in diesen angrenzenden Zonen fest.
Strengere Regeln für riskante Aktivitäten und bessere Koordination
Das Dekret ist auch strenger und rigoroser bei Aktivitäten, die ein Risiko für den Wald darstellen können. Dafür werden Genehmigungen und Anforderungen sowohl für das Abbrennen von landwirtschaftlichen Flächen als auch für die Verwendung von Feuerwerkskörpern oder Grillstellen in ländlichen Gebieten festgelegt.
Im Bereich der Notfälle werden zudem neue Koordinationsmechanismen eingeführt, darunter die Durchführung jährlicher gemeinsamer Übungen zu den Themen Brandbekämpfung, Evakuierung und Schutz der Bevölkerung.

