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Schwerer Hundangriff in Arrecife: Besitzerin unter Verdacht

Tödlicher Angriff während eines Abendspaziergangs

Der Natur- und Umweltschutzdienst (Seprona) der Guardia Civil ermittelt gegen eine Anwohnerin aus dem Stadtteil Argana Alta in Arrecife auf Lanzarote. Ihr wird ein Verbrechen der schweren fahrlässigen Körperverletzung sowie Tierquälerei vorgeworfen. Der Vorfall geht auf einen Angriff zweier Hunde der Rasse Presa Canario zurück. Wie eine Angehörige der angegriffenen Frau berichtet, geschah der Vorfall am 12. Dezember 2025. Die Dame war mit ihrem fast zehn Jahre alten kleinen Mischlingshund namens ‚Chewi‘ auf der Straße Mario Benedetti unterwegs, als sie von zwei großen, herrenlos umherlaufenden Hunden – einem Rüden und einer Hündin – überrascht wurde. Die Tiere trugen weder Maulkorb noch wurden sie von einem Erwachsenen beaufsichtigt.

Tod eines Hundes und Verletzungen bei der Halterin

Laut Ermittlungen griffen die Hunde die Frau und ihren Vierbeiner plötzlich an. Der kleine Hund erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Seine Besitzerin, die versuchte, ihr Tier zu verteidigen, wurde zu Boden gerissen und erlitt Bissverletzungen an Händen und Beinen. Sie musste in einem Gesundheitszentrum behandelt werden und benötigte eine anschließende medizinische Versorgung.

Verdächtige flüchtet und versucht Spuren zu beseitigen

Die Guardia Civil stellt in ihren Ermittlungen fest, dass die Besitzerin der angreifenden Hunde nach dem Angriff am Tatort erschien. Statt der Opfer zu helfen, nahm sie jedoch ihre Tiere an sich und verließ fluchtartig das Gebiet, bevor die örtliche Polizei eintraf. Später ergab die Untersuchung, dass die Frau anschließend die Terrasse ihrer Wohnung gründlich reinigte, um biologische Spuren zu beseitigen, die ihre Hunde mit dem Vorfall in Verbindung bringen könnten. Bei der Vernehmung durch die Beamten stritt die Verdächtige ab, die Halterin der Tiere zu sein.

Hunde unter erbärmlichen Bedingungen aufgefunden

Nach über zwei Monaten intensiver Suche gelang es dem Seprona im Februar 2026, die Tiere ausfindig zu machen. Sie waren heimlich auf ein Grundstück von Familienmitgliedern der Verdächtigen im Gemeindegebiet von Arrecife gebracht worden. Die Beamten fanden die beiden Presa Canarios versteckt in einer alten, baufälligen und dachlosen Blockhütte vor, die von Schutt umgeben war. Die Zustände vor Ort waren äußerst unhygienisch, was die Ermittler zu der Einschätzung brachte, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten wurden. Bei der Kontrolle stellte sich zudem heraus, dass die Hunde nicht mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Identifikationsmicrochip gekennzeichnet waren.

Rechtliche Konsequenzen und Sicherheitsmaßnahmen

Der Seprona hat die Ermittlungsakten an das zuständige Untersuchungsgericht in Arrecife übergeben, das nun über eine mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeit der Verdächtigen entscheiden muss. In seinem Bericht beruft sich die Guardia Civil auf eine aktuelle Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs. Diese besagt, dass das Unterlassen grundlegender Sicherheitsvorkehrungen – wie Leinen- oder Maulkorbzwang bei großen oder als potenziell gefährlich eingestuften Hunden – eine schwere Fahrlässigkeit darstellen kann, wenn es zu Schäden an Personen oder Tieren kommt. Das geltende Recht sieht für Halter solcher Hunde spezifische Pflichten vor, darunter eine behördliche Genehmigung, eine Haftpflichtversicherung und die Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen in der Öffentlichkeit.

Kommunale Maßnahmen und Besorgnis der Anwohner

Parallel zum Strafverfahren hat die Guardia Civil die Gemeinde Arrecife aufgefordert, die Hunde umgehend zu beschlagnahmen und sicher unterzubringen, da von ihnen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht. Die Gemeindebehörden sind für den Umgang mit potenziell gefährlichen Tieren zuständig und können vorsorgliche Maßnahmen ergreifen, sobald eine Gefährdung der Bevölkerung festgestellt wird. Das spanische Tierschutzgesetz legt zudem Pflichten der Halter in Bezug auf Pflege, Kontrolle und Kennzeichnung von Haustieren fest. Verstöße können zu Verwaltungsstrafen und strafrechtlicher Verantwortlichkeit führen.

Debatte um Sicherheit im Stadtteil Argana Alta

Der Vorfall hat die Diskussion über die Sicherheit in den Straßen des Viertels Argana Alta in Arrecife neu entfacht. Anwohner haben ihre Besorgnis über Fälle geäußert, in denen einige Hundehalter die obligatorischen Sicherheitsvorkehrungen wie Leinen- und Maulkorbpflicht nicht einhalten. Solches Verhalten sorge bei denen, die täglich in der Gegend spazieren gehen – insbesondere bei Senioren, Familien mit Kindern und anderen Haustierbesitzern – für Unbehagen. Die Anwohner betonen, dass ein friedliches Miteinander im Viertel maßgeblich von der Einhaltung grundlegender Regeln abhängt. Sie halten es für notwendig, dass Halter ihrer Verantwortung nachkommen und die Behörden die Kontrollen verstärken, um weitere Vorfälle zu verhindern. Sie verweisen darauf, dass lokale Behörden wie das Rathaus von Arrecife für die Regelung und Überwachung von Haustieren zuständig sind und bei Verstößen sanktionieren können. Das Ziel müsse sein, dass die Bewohner ohne Angst durch ihr eigenes Viertel gehen können.

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