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Endlich geräumt: Polizei beendet zehnmonatige Besetzung in Teneriffa-Hotel

Ende einer zehnmonatigen Odyssee

Die einmonatige Frist der Provinzialaudienz von Santa Cruz de Tenerife ist abgelaufen. Sie forderte die illegalen Bewohner auf, das seit Mitte Februar besetzte Hotel Callao Salvaje Sport in Adeje zu verlassen. In den frühen Morgenstunden wurde ein massiver Polizeiaufgebot aus Guardia Civil, Lokalpolizei, Policia Canaria und Nationalpolizei zusammengezogen, um den Zugang für die Justizbeamten zu sichern und die Räumungsanordnung durchzusetzen. Im Inneren des Hotelkomplexes befanden sich zuletzt nur noch etwa zwanzig Besetzer, die das Gebäude widerstandslos verließen. Bevor sie den Ort endgültig aufgaben, wurden sie von der Nationalpolizei identifiziert, um zu prüfen, ob gegen sie Haftbefehle oder andere gerichtliche Angelegenheiten vorlagen.

Letzte Aktion: Feuer im Hotel kurz vor der Räumung

Kurz nach sieben Uhr morgens, nur wenige Minuten vor dem offiziellen Ende der Frist, zündeten einige der verbliebenen Besetzer im Grand Hotel Callao Sport Habseligkeiten an. Der Schein der Flammen ließ befürchten, dass sich ein Brand wie bereits fünf Tage zuvor erneut ausbreiten könnte. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert, ihr Eingreifen war jedoch nicht nötig: Mehrere der illegalen Bewohner selbst konnten das Feuer unter Kontrolle bringen, bevor es sich in den Anlagen ausbreiten konnte.

Ein Gebäude in „danteskem und erbärmlichem“ Zustand

Dieser Vorfall reiht sich in eine lange Liste von Vorfällen ein, die die zehnmonatige Besetzung geprägt haben – eine Zeitspanne, die mehr als ausreichend war, um das Hotel in einen zutiefst verwüsteten Zustand zu versetzen. Ständiger Vandalismus, Plünderungen und mangelnde Hygiene haben das Gebäude zu einem Schatten seiner selbst werden lassen. Seit Mitte Februar haben schätzungsweise 300 Menschen illegal in den Räumlichkeiten gewohnt, und die Spuren dieser massiven Präsenz sind in jeder Ecke sichtbar. Margarita Domínguez, alleinige Geschäftsführerin der Eigentümerfirma Construcciones Domasa SA, fasst die Situation mit deutlichen Worten zusammen: „dantesco y deplorable“ – grauenhaft und erbärmlich. Sie ist überzeugt, dass das Anwesen komplett „zerstört“ ist.

Kostenexplosion und gefühlte Rechtlosigkeit

Seit Beginn der Besetzung wurden alle 92 Zimmer des Hotels von Personen bewohnt, die keine der grundlegenden Dienstleistungen bezahlten. Das Gesetz verbietet es der Eigentümerin, Strom oder Wasser abzustellen, was Construcciones Domasa SA zu exorbitanten Rechnungen zwang. Vor allem die Stromkosten verdreifachten sich im Vergleich zum Verbrauch des normal operierenden Hotels. „Wir haben über 30.000 Euro Stromrechnung bezahlt, etwa 13.000 Euro Müllgebühren, plus die Grundsteuer (IBI). Wir fühlen uns schutzlos, denn obwohl wir uns an die Gemeindeverwaltung von Adeje gewandt haben, um eine Lösung zu suchen, hat sie uns nicht einmal geantwortet“, so Domínguez. Sie kritisiert auch die unterschiedlichen Entscheidungen der Gerichte: Während das Amtsgericht (Juzgado) von Arona ihre Klagen nicht bearbeitete, erließ die Provinzialaudienz den Räumungsbeschluss in weniger als einem Monat.

Vom Sport-Hotel zur illegalen Unterkunft

Die letzten zehn Monate standen im starken Kontrast zur ursprünglichen Geschichte des Hauses. Construcciones Domasa SA hatte das Callao Salvaje Sport im Jahr 2009 eröffnet, nachdem sie eine ursprünglich auf Sportunterkünfte spezialisierte Anlage umgewandelt hatte. Das neue Konzept zielte auf französischen Tourismus ab, das Hotel erreichte die Vier-Sterne-Kategorie und beschäftigte 45 feste Mitarbeiter. Die COVID-19-Pandemie und der anschließende Lockdown zwangen das Hotel jedoch zur Schließung. Nach einer kurzen Wiedereröffnung im Juli 2020 musste der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen zwei Monate später endgültig eingestellt werden. Die Eigentümerin stellte das Hotel zum Verkauf und führte nur noch regelmäßige Wartungsarbeiten durch.

Der Anfang vom Ende: Einbruch und eskalierende Besetzung

Am 18. Februar diesen Jahres markierte ein Einbruchsversuch einen kritischen Punkt: Überwachungskameras und -geräte wurden zerstört, was das Eingreifen der Guardia Civil erforderlich machte. Zwei Personen wurden festgenommen, eine dritte konnte fliehen, und ein Beamter musste im nahegelegenen Krankenhaus behandelt werden. Zu diesem Zeitpunkt lebten bereits etwa zwölf Personen illegal im Hotel. Nur drei Tage später war die Zahl laut Lokalpolizei und der Eigentümerfirma auf etwa fünfzig angestiegen. Construcciones Domasa versuchte, die Situation auf dem Rechtsweg zu stoppen, und reichte eine zivil- und eine strafrechtliche Klage ein. Beide blieben jedoch erfolglos; sogar das Ermittlungsgericht Nummer 2 von Arona lehnte die beantragten einstweiligen Maßnahmen ab.

Anwohner litten unter nächtlichem Lärm und Unruhe

Währenddessen wuchs in der Nachbarschaft des Hotels die Besorgnis. Die Nächte waren erfüllt von lauter Musik, Geschrei, Streitigkeiten und Schlägereien – ein Zustand, der nach Aussagen einiger Anwohner „zu unserem täglichen und nächtlichen Brot“ wurde. Nun bleibt abzuwarten, was mit dem Grand Hotel Callao Sport geschieht. Seine Sanierung, die noch ungewiss ist, stellt eine enorme Herausforderung dar. Die wahre Dimension des Schadens wird erst deutlich, wenn man die leergeräumten Flure, die beschädigten Zimmer und die Räume durchquert, die einst ein ambitioniertes Tourismusprojekt beherbergten und nun auf die Entscheidung über ihre Zukunft warten.

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